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3. Juni 2010, 17:01 Uhr

BP gelingt Abtrennung von Steigrohr

Endlich ein kleiner Erfolg für BP: Dem Ölkonzern gelang es, die Steigleitung abzutrennen, aus der seit Wochen Öl austritt. Der schwierigste Teil der Operation steht aber noch bevor. Inzwischen ist der Ölteppich auf fast 25.000 Quadratkilometer angewachsen.

Ölpest, Golf von Mexiko, BP, Obama, Deepwater horizon, Umweltverschmutzung

Noch immer fließt Öl aus dem Bohrloch - inzwischen ist es BP aber gelungen, das Steigrohr abzutrennen© Tannen Maury

Nach mehreren Fehlschlägen ist den Experten des Energiekonzerns BP nun ein Teilerfolg bei der Eindämmung der Ölpest im Golf von Mexiko gelungen. Mit einer riesigen hydraulischen Zange durchtrennten sie am Meeresboden die defekte Steigleitung, aus der seit Wochen Öl ins Meereswasser strömt, wie Küstenwachen-Admiral Thad Allen mitteilte.

In einem weiteren Schritt sollte über die Schnittstelle ein Trichter gesenkt werden, der das austretende Öl an die Meeresoberfläche pumpt. Über den möglichen Erfolg dieses Vorhabens ließen sich zunächst noch keine Aussagen treffen. Allen sprach von einer "herausfordernden Aufgabe".

Zangeneinsatz mit Nachteilen

Zunächst hatten die BP-Ingenieure zunächst versucht, das Rohr mit einer diamantbesetzten Säge zu durchtrennen. Die über Roboter ferngesteuerte Säge war aber am Mittwoch in dem Rohr stecken geblieben. Der Einsatz der Zange hat gegenüber der Präzisionssäge den Nachteil, dass die Schnittkante an dem Rohr weniger glatt ausfällt. Dadurch erhöht sich das Risiko, dass zwischen dem Rohr und dem Trichter weiteres Öl austritt.

In der Zwischenzeit strömen weiter tausende Tonnen Rohöl pro Tag unkontrolliert ins Meer. Nach Louisiana, Mississippi und Alabama bereiteten sich nun auch die Behörden von Florida auf eine Verseuchung ihrer Küsten vor. Sie rechneten damit, dass das Öl dort spätestens am Samstag an Land gespült wird. Die Strände im Nordosten Floridas sind als Urlaubsziel beliebt und haben eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für den Staat.

Fischereiverbotszone halb so groß wie Deutschland

Die US-Wetterbehörde NOAA vergrößerte die Verbotszone für die Fischerei auf 230.000 Quadratkilometer - eine Fläche, mehr als halb so groß wie Deutschland. Inzwischen sind auch Gewässer vor der Südwest-Küste Floridas Sperrgebiet. Das Ölleck im Golf von Mexiko wird von der US-Regierung mittlerweile als größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA eingestuft.

BP-Chef Tony Hayward gab zu, dass der Konzern auf das Leck am Meeresgrund nicht vorbereitet gewesen sei. "Es stimmt ohne Zweifel, dass wir nicht die Werkzeuge hatten, die in einen Werkzeugkasten gehören", sagte Hayward der Zeitung "Financial Times". Auf Druck Washingtons erklärte sich BP inzwischen bereit, die Kosten für den Bau von sechs künstlichen Sandinseln vor Louisianas sensiblem Marschland in Höhe von 360 Millionen Dollar (293 Millionen Euro) zu übernehmen - damit stiegen die bisherigen Ausgaben des Konzerns zur Bewältigung der Ölpest auf 1,35 Milliarden Dollar.

Ein umstrittener Vorschlag ist indes kein Thema mehr: Die US-Regierung werde die sprudelnde Ölquelle im Golf von Mexiko nicht mit einer Atombombe beschießen, um das Bohrloch zu schließen. Dieser Vorschlag geisterte seit Wochen durch die Medien. Eine nukleare Option sei niemals geplant gewesen und werde es auch niemals geben, äußerte sich eine Sprecherin des US-Energieministerium in der "New York Times" erstmals zu diesem Thema. Zuletzt war der Vorschlag von einem Energiefachmann ins Spiel gebracht worden. Angeblich habe die Sowjetunion vor Jahrzehnten leckende Gasquellen auf diese Weise geschlossen.

Obama reist nach Louisiana

USA-Präsident Barack Obama wird am Freitag erneut in die von der Ölpest betroffenen Region am Golf von Mexiko reisen. Er werde in Louisiana die Fortschritte im Kampf gegen die Ölkatastrophe begutachten, teilte das Weiße Haus mit. Es ist die dritte Reise des Präsidenten ins Krisengebiet. Zuletzt war er am vergangenen Freitag dort. Kritiker hatten Obama ein schlechtes Krisenmanagement vorgeworfen. Er habe sich unter anderem zu selten in der betroffenen Region blicken lassen.

Als Konsequenz aus der Ölpest will US-Präsident Obama das innenpolitisch umstrittene Gesetz zur Förderung alternativer Energien vorantreiben. Die Abhängigkeit der USA von fossilen Brennstoffen und die anhaltenden Risiken der Ölförderung ließen "nur einen Weg" für die künftige Energiepolitik der USA zu, nämlich eine Abgabe auf Verschmutzung durch Kohlendioxid (CO2), sagte Obama in Pittsburgh. Er räumte ein, dass ein entsprechender Gesetzentwurf derzeit noch nicht über die nötige Mehrheit im Senat verfüge.

DPA/AP/AFP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Wiebitte20081 (04.06.2010, 06:09 Uhr)
???
Ganz Ruhig.die 2 da unten sind etwas einfache Charaktere...........................obwohl,wenn ich wüsst das man Blödheit mit der Bombe auslöschen könnte dann....ein Versuch wärs mir wert oder ?
Die Bleikugel Idee ist so schlecht nicht,da könnte man doch Weltweit das ganze Blei einsammeln da gäb es keine Munition mehr oder.?Das habt ihr doch jetzt Gemeint oder?Und die Ökofaschisten!?? bringen die da runter und legen die aufs Loch.Unglaublich.
BiffBoffo (04.06.2010, 05:12 Uhr)
Selten so dumme Kommentare gelesen
Ökofaschisten. Wenn ich das lese lang ich mir doch nur an Kopf.

Da gibt es welche die für die Natur kämpfen in der wir alle Leben da kommt so ein gesülze von solchen schwachmaten daher das es dümmer nicht geht.

Falls ihr Hohlblocker mal gemerkt habt das wir alle in einem Boot sitzen ist es für diesen Planeten echt zu spät. Vielleicht ist die dumme Menschheit einfach zum scheitern verurteilt durch niedrige Beweggründe wie Gier und dummheit.
Unsensible wie ihr scheint habt ihr keine Ahnung was passieren könnte wenn nur ein Schräubchen fehlt in unserem Ökosystem. Wie Einstein schon sagte ...

"Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher."

ganzbaf (03.06.2010, 22:44 Uhr)
Mit Atombomben auf Spatzen schiesen...;-ß

Gut dass es noch ein paar gute alte Ökofaschisten gibt.
climate-swindle (03.06.2010, 22:00 Uhr)
Eine Kernwaffe..
...in Meer zünden ist gar keine blöde Idee. Durch Explosionen kann man schließlich auch oberirdisch brennende Ölquellen löschen, aber da kommen wieder die überaus bescheuerten Ökofaschisten ins Spiel...
ganzbaf (03.06.2010, 21:13 Uhr)
Warum...

haun die nicht einfach eine große Bleikugel aufs Loch.
leisegang (03.06.2010, 19:28 Uhr)
Je schlimmer desto besser !
Je länger die Anglegenheit dauert, desto Nachhaltiger wird der Effekt für die Amerikaner sein auch mal über negative Effekte des Öls nachzudenken. Der Bewusstseins-Prozess kann sogar wichtiger sein als die Umweltverschmutzung, die sowieso statt findet. Deshalb sollte das Ganze eher positiv gesehen werden. Das ist ein Denkzettel für die Amerikaner als Resourcen-Verschwender Nr. 1 der sich gewaschen hat...Lassen die einfach das Öl auslaufen. Tss.
Es wird zwar eine Weile dauern, und sie werden sich auch nicht trauen sich gegen BP zu erheben. Aber die Geschichte wird unterbewußt wahr genommen und könnte das Kaufverhalten für Autos nachhaltig ändern. Muss es aber nicht. Vielleicht verkauft er auch seine Seele und Natur für ein Stück Illusion in Form von Blech: Cool zu sein wenn das Auto gurgelt. Aber das geht schon in Ordnung.
chatahootchee (03.06.2010, 19:00 Uhr)
OBAMA UND IM GRIFF HABEN?
Koennte lachen, wenn es nicht so traurig waere.
1. Obama hat darauf verzichtet, ein Umweltvertraeglichkeitsgutachten fuer diese Bohrinsel einzuholen.
2. Obama macht das Treiben an der Kueste nur verrueckter als es schon ist. Zusaetzliche Aufraeumtruppen fallen ein, wenn der BHO dort auftaucht.
Datenaktuell (03.06.2010, 18:46 Uhr)
BP - Pfusch davor ... aber jetzt ?
BP wird noch einiges zu verantworten haben für Versäumnisse davor.
Allerdings haben sie die letzten Wochen doch alles versucht was an Optionen in Ölindustrie verfügbar ist.
Und B. Obama hat die Sache langsam politisch im Griff. Ok, ein G.W.Bush hätte nuklear geantwortet - aber auch gewonnen ?
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