Gauck in Schloss Bellevue empfangen

23. März 2012, 09:45 Uhr

Joachim Gauck ist vereidigt worden. Der neue Bundespräsident wird im Schloss Bellevue mit militärischen Ehren empfangen. Die Ereignisse im stern.de-Liveticker.

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+++ 10.20 Uhr: Begrüßung im Schloss Bellevue +++

Joachim Gauck trifft zum ersten Mal als vereidigter Bundespräsident im Schloss Bellevue ein. Er wird mit militärischen Ehren begrüßt, die Zeremonie beginnt mit der Nationalhymne. Zusammen mit Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière schreitet Gauck die Ehrenformation der Bundeswehr ab.

+++ 9.51 Uhr: Lammert schließt die Sitzung +++

Norbert Lammert schließt die gemeinsame Sitzung von Bundesrat und Bundestag. Joachim Gauck wird von mehreren Zuhörern beglückwünscht.

+++ 9.49 Uhr: Nationalhmyne wird gespielt +++

Die deutsche Nationalhymne erklingt. Gauck, seine Lebensgefährtin Daniela Schadt und die restlichen Teilnehmer der Sitzung singen mit.

+++ 9.48 Uhr: Gauck zitiert Gandhi +++

Gauck bittet die Bürger um Vertrauen in seine Person und in andere Verantwortungsträger. Er bittet alle Menschen, mutig Vertrauen in sich selbst zu setzen. Denn nur ein Mensch mit Selbstvertrauen könne Fortschritte machen, das gelte auch für ein Land, zitiert der Bundespräsident Mahatma Gandhi.

Wörtlich sagt das neue Staatsoberhaupt: "Ob wir den Kindern und Enkeln dieses Landes Geld oder Gut vererben werden, das wissen wir nicht. Aber dass es möglich ist, nicht den Ängsten zu folgen, sondern den Mut zu wählen, davon haben wir nicht nur geträumt. Das haben wir gelebt und gezeigt."

Nach Abschluss seiner Rede erhält Joachim Gauck stehende Ovationen.

+++ 9.43 Uhr: Gauck: "Euer Hass ist unser Ansporn" +++

Gerichtet an Rechtsextremisten und Terroristen sagt Gauck: "Euer Hass ist unser Ansporn, wir lassen unser Land nicht im Stich. Wir schenken euch auch nicht unsere Angst. Ihr werdet Vergangenheit sein und unsere Demokratie wird leben." Für diese Worte erhält das Staatsoberhaupt großen Beifall.

+++ 9.40 Uhr: Bundespräsident fordert Solidarität mit Europa +++

Gauck warnt davor, vor realen Problemen die Augen zu verschließen. Man dürfe sich aber auch nicht von Ängsten und Ressentiments leiten lassen. Gauck verspricht Wulff, dessen Anliegen in Bezug auf die Integration aller in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund werde auch ihm selbst am Herzen liegen. Jeder Mensch habe dieselbe Würde, unabhängig von Religion und Zugehörigkeit. Jeder solle im anderen geschwisterlich sich selbst sehen.

Der Bundespräsident fordert im Hinblick auf Europa Solidarität - gerade in der Krise. "Wir müssen mehr Europa wagen", macht er seinen Standpunkt deutlich. Europa sei Lebenswirklichkeit, keine Verheißung mehr.

+++ 9.35 Uhr: Gaucks Hoffnungen für "unser Land" +++

Joachim Gauck hofft auf soziale Gerechtigkeit für "unser Land". Gerechtigkeit sei nötig für Freiheit, anderenfalls sinke das Vertrauen in die Demokratie. Freiheit sei aber auch eine Bedingung für Gerechtigkeit.

Deutschland solle ein Land sein, so das Staatsoberhaupt, das "soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Aufstiegschance" miteinander verbindet. "Der Weg dazu ist nicht der einer paternalistischen Fürsorgepolitik, sondern ein Sozialstaat, der vorsorgt und ermächtigt", sagt Gauck. Niemand dürfe den Eindruck haben, kein Teil der Gesellschaft zu sein, weil er "arm, alt oder behindert" ist.

+++ 9.25 Uhr: Gauck hält seine Antrittsrede +++

Bundespräsident Joachim Gauck hält seine Antrittsrede und spricht Globalisierung, Vereinzelung, Minderheiten und die europäische Idee an.

Er würdigt die sogenannte 68er-Generation als beispielhaft für die Auseinandersetzung mit einer schweren Vergangenheit. Im Westdeutschland der Nachkriegszeit sei der Umgang mit dem Nationalsozialismus zunächst defizitär geblieben. "Erst die 68er-Generation hat das nachhaltig geändert." Trotz aller Irrwege habe sie die historische Schuld ins kollektive Bewusstsein gerückt.

+++ 9.23 Uhr: Gauck leistet seinen Eid +++

Bundespräsident Joachim Gauck leistet den Eid auf das Amt des Bundespräsidenten. Er werde seine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegenüber jedermann ausüben, so wahr ihm Gott helfe.

+++ 9.20 Uhr: Gelächter unter den Teilnehmern +++

Gelächter aus dem Publikum, als Horst Seehofer die Stärke des Föderalismus hervorhebt. Der Bundespräsident werde von allen Ländern getragen. Seehofer wünscht Gauck Glück, Erfolg und Gottes Segen.

Bundestagspräsident Norbert Lammert spricht zu Horst Seehofer: "Ihre Aufgaben haben Sie fast unauffällig mit bayrisch präsidialer Souveränität ausgeführt. Dafür gebührt Ihnen unser Dank und unsere Anerkennung." Erneutes Gelächter im Publikum.

+++ 9.14 Uhr: Horst Seehofer spricht +++

Der amtierende Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU) spricht vor Bundesrat und Bundestag und dankt ebenfalls dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU). Wulffs Frau Bettina habe "dem modernen Deutschland ein Gesicht gegeben". Joachim Gauck attestiert er seine Eignung als Identifikationsfigur. Er stehe für Zutrauen, Respekt und den würdevollen Umgang miteinander.

Seehofer würdigt die Wahl Gaucks als wichtigen Meilenstein in der Geschichte Deutschlands. Der ostdeutsche Theologe stehe wie kaum ein Zweiter für den Satz der friedlichen Revolution in der DDR von 1989 "Wir sind ein Volk".

+++ 9.10 Uhr: Lammert wünscht Gauck Freude im Amt +++

Norbert Lammert versichert Joachim Gauck: "Sie werden getragen von einer Woge der Sympathie. Es ist Ihnen und Ihrem Amt zu wünschen, dass das so bleibt." Die Erwartungen an das Amt seien hoch, die Hoffnungen, die sich auf Gaucks Person richten, seien noch größer. Gauck genieße Vertrauen. Lammert persönlich wünscht Joachim Gauck Freude bei der Amtsausführung.

+++ 9.00 Uhr: Sitzung zur Vereidigung hat begonnen +++

Im Berliner Reichstagsgebäude hat am Freitag die gemeinsame Sitzung von Bundestag und Bundesrat zur Vereidigung des neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck begonnen. Zum Auftakt spricht Bundestagspräsident Norbert Lammert vor den Teilnehmern. Anschließend will auch der amtierende Bundesratspräsident, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CDU), reden.

Lammert dankt dem Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff (Wulff) für seine Leistung in 30 Jahren politischer Arbeit für Niedersachsen und Deutschland. Gleichzeitig würdigt er Joachim Gauck als ersten Bundespräsidenten aus den neuen Bundesländern.

mlr/DPA/AFP/Reuters
 
 
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