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23. April 2010, 16:14 Uhr

Händchenhalten im Twitter-Zeitalter

Organisatoren nutzen SMS und Twitter statt Mundpropaganda

Am Samstag gehen per SMS alle Nachrichten und Daten zwischen der Zentrale und den Sammelpunkten hin und her, die nur einen Kilometer voneinander entfernt sind. Wer ein internetfähiges Handy hat, kann den Liveticker verfolgen und per Twitter selbst Nachrichten an die anderen schicken. Jeder wird alles wissen. Gesprochen werden muss dazu eigentlich nicht mehr viel.

Die Organisatoren der legendären Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulm hatten 1983 dagegen kein Handy, kein Twitter, kein Facebook, keine GPS-Daten für die Sonderbusse, keine Email-Verteiler. Die Fäden zogen Männer wie der Karlsruher Sonderschullehrer Ulli Thiel. Der "Vater der Menschenkette" schaffte es - gemeinsam mit vielen anderen -, dass Hunderttausende eine 108 Kilometer lange Kette von Stuttgart nach Neu-Ulm bildeten.

Früher kommunizierten die Organisatoren mit Rundbriefen - und Luftballonen

"Man musste mit den Leuten telefonieren, die kannte man ja", sagt Thiel, der sich sehr gern an die großen Tage erinnert. "Wir haben auch Rundbriefe verschickt an die Initiativen. Darin standen die wichtigsten organisatorischen Sachen. Die Adressaten sind dann mit dem Kettenbrief in die Treffen vor Ort gegangen." Penibel wurden einzelne Regionen Deutschlands den 20 Orten an der Strecke zugeordnet.

Dort verteilten am Tag der Demonstration Friedensfreunde Luftballons in verschiedenen Farben: Um 12 Uhr marschierten alle mit roten Ballons in die eine Richtung, die mit den blauen in die andere. Ob die Kette zwischen den Orten geschlossen war, erfuhren die Demonstranten aus Transistorradios. Darin liefen die Nachrichten des Südwestfunks, die dann den Kettennachbarn weiter erzählt wurden.

Das unablässige Sprechen in Gruppen gehörte Anfang der 80er ohnehin zum Protest wie der Sprengkopf zur Rakete. Es war ein einziges Palaver - bei dem sich erst im Nachhinein herausstellte, wie fürsorglich es von der DDR mit Geld und anderen diskreten Hilfen unterstützt worden war. Es war wirklich nicht alles besser. Aber ziemlich anders.

Von Stefan Schmitz
Seite 1: Händchenhalten im Twitter-Zeitalter
Seite 2: Organisatoren nutzen SMS und Twitter statt Mundpropaganda
 
 
KOMMENTARE (10 von 32)
 
ramteid (25.04.2010, 16:38 Uhr)
Endlich wieder ein Event
Das hat doch sicher Spaß gemacht. Wir wissen zwar nicht richtig wo der Strom nach einer Abschaltung herkommt, aber protestieren ist einfach herrlich. Wir haben sonst nichtszu tun und auch nicht viel Interessen und ständig in der Bundesliga randalieren kostet Geld für den Eintritt. Das war eine gute Übung für den 1. Mai. Da kann man auch kostenlos demonstrieren. Am Besten wäre es wenn jeds Wochenende was los wär.
ganzbaf (25.04.2010, 11:48 Uhr)
Auf jeden Fall eine kühle Aktion, Glückwunsch!


Weg mit dieser überkommenen Russentechnik* Atomkraft!
Natürlich können nur totalitäre Parteien solch eine alte, linksfaschistische Stalinkommunistentechnik für Deutschland protegieren... ;-DD

*
* Erste Kernkraftwerk der Welt 1954 im russischen Obninsk.
Neugieriger12 (25.04.2010, 09:48 Uhr)
Viel zu teuer
Atomstrom ist viel zu teuer. Die Entsorgungskosten, die ja nicht in dem Strompreis enthalten sind, würden den so teuer machen, dass es AKW's schon lange nicht mehr gäbe.
Allen Befürwortern sollte man einen gefüllten CASTOR vor die Türe stellen, so etwa 10-15000 Jahre.
ganzbaf (25.04.2010, 09:06 Uhr)
In Deutschland...

gibts schon viel kranke Dummköpfe aus Masochistan...;-)
Oder bezahlt deren Debilouark ehrlich die Wirtschaft ;-S
Palatine (25.04.2010, 09:05 Uhr)
Papa zahlt's
JRx1 (25.04.2010, 05:56 Uhr)
Ich find das GANZ toll
Keine AKW's mehr - strom 3 mal so teuer - ist doch was liebe protestler... Auf zurueck ins Mittelalter - keine schlechte idee oder?
---------------------------------------------------
Sie glauben doch wohl nicht, dass da viele dabei waren, die ihren Strom selbst bezahlen.
Und Gabriel gehört ja zu der "Berufsgruppe", die sich um ihre Rechnungen kaum Gedanken machen muss.
ganzbaf (25.04.2010, 09:02 Uhr)
"Auf Sparkurs mit Ökostrom":
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,690967,00.html

"Ökostrom verdrängt Atomenergie in Rekordzeit":

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,690440,00.html

Noch andere Fragen ;-D
Palatine (25.04.2010, 09:00 Uhr)
Gabriel im Maskenreigen

Hat der dicke Gabriel überhaupt realisiert, weshalb am gleichen Tag die Fahnen auf Halbmast standen? Dass da vier deutsche tote Soldaten geehrt wurden, die in einem Krieg gefallen sind, den seine SPD mitbegonnen hat, interessiert ihn wohl nicht weiter. Stattdessen hält er Händchen bei einem Kindermaskenball
Heinerich (25.04.2010, 07:36 Uhr)
Wie gesagt, bei mir kommt der
Strom aus der Steckdose.
Mein Gott, wei weit wollen diese Öko Freaks noch gehen.
Schiebt den Stromerzeugern endlich einen Riegel vor, nehmt ihnen das Geld was sie damals durch die Subventionen der Kernkraftwerke erhalten und nicht nur einmal, denn die Kernkraftwerke laufen ja immer noch und werfen ungeheure Gewinne ab.
arniston (25.04.2010, 07:05 Uhr)
tropfkerze!
kaum kann man sich retten ,von den selbstgesticken, wo schröder anhatte,
hamse mal ne trofpkerze, nach hitler ?
die menschen wählen und der mensch leidet,arschloch ist untertrieben !!
JRx1 (25.04.2010, 05:56 Uhr)
Ich find das GANZ toll
Keine AKW's mehr - strom 3 mal so teuer - ist doch was liebe protestler... Auf zurueck ins Mittelalter - keine schlechte idee oder?
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