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3. Dezember 2009, 13:07 Uhr

Bundestag verlängert Afghanistan-Einsatz

Der US-Präsident kann zufrieden sein: Während die anderen Verbündeten fleißig Zusagen für neue Soldaten in Afghanistan machen, hat der Bundestag das deutsche Mandat verlängert.

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Einsatz in Afghanistan: Bundeswehrsoldaten sichern einen Konvoi bei Masar-i-Scharif ab© Maurizio Gambarini/DPA

Der Bundestag hat das deutsche Afghanistan-Mandat um ein weiteres Jahr verlängert. In namentlicher Abstimmung votierten 445 Abgeordnete für eine Verlängerung des am 13. Dezember auslaufenden Mandates, 105 stimmten dagegen, 43 Parlamentarier enthielten sich. Die Linke stimmte nach Angaben ihres Abgeordneten Jan van Aken dagegen, die Grünen enthielten sich laut Fraktionschef Jürgen Trittin. Eine Erhöhung des 4500 Soldaten umfassenden deutschen Kontingents, das eingebunden ist in die internationale Schutztruppe Isaf, stand nicht zur Debatte.

Weniger als 48 Stunden nach der Bitte von US-Präsident Barack Obama um mehr Truppen für Afghanistan hatten zuvor rund 20 Verbündete Washingtons bereits die Entsendung von mehr als 5000 zusätzlichen Soldaten zugesagt. Dies teilte Nato-Sprecher James Appathurai am Donnerstag in Brüssel mit. Die Verbündeten reagierten damit auf die Ankündigung Obamas am Dienstag, die Zahl der US-Soldaten am Hindukusch um 30.000 auf rund 100.000 zu erhöhen. Erhebliche Mängel gibt es hingegen nach wie vor bei Ausbildern für Militär und Polizei Afghanistans.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hatte bereits am Mittwoch gesagt, er hoffe, dass die US-Verbündeten mit mindestens 5000 zusätzlichen Soldaten reagierten. "Auf der Grundlage dessen, was wir in den vergangenen 24 Stunden gehört haben, können wir sicher sagen, dass wir diese Zahl übertreffen werden", sagte Appathurai am Rande eines Treffens der Nato-Außenminister in Brüssel. In der Zahl von mehr als 5000 zusätzlichen Soldaten seien Länder nicht berücksichtigt, die - wie beispielsweise Deutschland - erst nach der Afghanistan-Konferenz von Ende Januar über mögliche Verstärkungen entscheiden wollten.

Georgier versprechen 1000 Mann

Truppenverstärkungen sind bereits unter anderem von Georgien (1000), Polen (600), Großbritannien (500), Spanien (200) und Tschechien (100) angekündigt worden. Keine Truppen wird die Türkei schicken. Ankara wolle die bisherige Politik, keine direkte Konfrontation mit den Taliban zu suchen, nicht ändern, zitierten türkische Medien den Verteidigungsminister Vecdi Gönül.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hält eine Debatte über eine Aufstockung der Bundeswehrtruppen in Afghanistan dagegen für verfrüht. Das sei vor der Londoner Afghanistan-Konferenz am 28. Januar "weder sinnvoll noch angebracht", sagte Westerwelle in Berlin. "Die amerikanische Regierung erwartet ja auch nicht von uns eine Antwort, bevor wir auf der Afghanistan-Konferenz auch mit unseren Verbündeten - vor allem aber auch mit der afghanischen Regierung - gesprochen haben." In den vergangenen Tagen gab es Gerüchte, dass sich die Amerikaner 2000 bis 2500 deutsche Soldaten mehr in Afghanistan wünschten. Jetzt sagte aber der US-Sondergesandte Richard Holbrooke dem "Handelsblatt", dass man keinerlei Druck ausüben werde.

Die Bundesregierung will in der laufenden Legislaturperiode verstärkt auf einen Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan hinarbeiten, bekräftigte Westerwelle im Bundestag. Deutschland wolle weiter einen Schwerpunkt beim zivilen Aufbau des Landes setzen. Bei der Afghanistan-Konferenz Ende Januar müsse zunächst über Ziele und Konzepte für Afghanistan geredet werden. Dann erst könne es um weitere Dinge - wie die Zahl der dort eingesetzten Soldaten - gehen.

DPA/ben
 
 
KOMMENTARE (10 von 14)
 
globalhumanist (04.12.2009, 14:36 Uhr)
tja, n8g8
Sippenhaft is nich mehr!
Was bleibt, wäre ein Sonderbataillon mdB´s (zumindest der Einsatzbefürworter) nach Afghanistan zu schicken und sie wenigstens zu allgemeinen Lagerarbeiten bei der BW heranzuziehen. Glaub mir, das reicht schon.

Allerdings habe ich so meine Bedenken, ob die Beteiligung am Einsatz nicht genau so rege ausfällt wie zu den Parlamentssitzungen ... und, dass schon bei der Abreise der Wille so manch eines Kriegsbefürworters zum aufopferungsvollen Dienste für Volk und Vaerland ins Gegenteil umschlägt.
Ich bin mir sogar sicher, dass sowohl die gesammelte angstvoll schlotternde Mehrzahl der dann ihrem eigenen Willen unterworfenen Flachdenker und Abnicker, als auch die ebenfalls so herrlich vom Kriege, Korpsgeist, Ehre und Ru(h)m schwadronierenden Kriegsbefürworter aus dem Forum mit gestrichen voller Hose, jammernd zu Mutti nach hause rennen würde um dort die teure Sofadecke vollzuflennen.
Mikeorganizer (04.12.2009, 08:12 Uhr)
Also das muss man sich nochmals verdeutlichen.....
da schickt diese Regierung trotz unvereinbarkeit mi dem Gesetz unsere Soldaten in den Krieg. Dies finanziert mit unseren Steuergeldern die sicherlich viel sinnvoller angelegt werden müssten.
Ausgeführt mit euren Söhnen & Töchtern die ihr dann zerfetzt oder verstümmelt wieder in eure Arme nehmen könnt. Und das beste kommt noch....wenn es bis dato keine Terrorgefahr gegeben habt, so ist sie jetzt künstlich erzeugt.
Und jetzt fragt man sich für was - damit kapitalistische Wege geebnet werden und nichts anderes. Ein Danke an die Regierung - hier wird wieder deutlich wenn ihr da vertretet. Ihr macht uns zur Hure der USA und der Kapitalisten. Dieser Volksverrat muss Konsequenzen haben und zwar rasch !
n8g8 (03.12.2009, 23:02 Uhr)
Persönliche Verantwortung übernehmen
Wenn unsere sog. Volksvertreter schon solche Entscheidungen strikt im Interesse der Wirtschaft und abseits jeglichen Interesses der Bevölkerung verabschiedet, müssen die Entscheidungsträger persönlich zur Verantwortung gezogen werden: Alle Kinder von denen aus Berlin direkt an die Front am HIndukusch!
Benkku (03.12.2009, 22:26 Uhr)
Leichte Beute.
Vorgestern: Obama setzt die Deutschen unter Druck. Gestern: Amerika läßt Berlin frei entscheiden. Heute: Bundestag verlängert das Mandat.
.
Das ist die Quittung für den Verrat am eigenen Volk oder der bedauernswerte Ablauf, den uns unsere sogenannten Volksvertreter eingebrockt haben. Der US-Kriegsrat kann dabei unbedenklich die freie Entscheidung eines souveränen Staates verkünden, wenn die vollendeten Tatsachen schon durch die Hintertür abgesegnet sind. Leute, seid wachsam!
traldors (03.12.2009, 21:31 Uhr)
Es ist bdenklich was die Politik (...)
und die EU sowie die herrschende Kaste derjenigen die meinen das "Politisch Korrekte" für sich gepachtet zu haben - entscheidet. Die 1992 beschlossenen "out of area" Einsätze verpflichten uns den Unrat der USA mit zu beseitigen. Heissen Dank dafür. Irak , Afghanistan alles Länder, die von den USA direkt manipuiert und mit Hilfe der CIA militärisch den jeweils opportunen Mächten die Waffen und Ausbildung gaben. Die Russen haben den Stellvertreterkrieg in Afghanistan verloren, nun werden wir es sein. Mentale Inkontinenz ist derzeit in Berlin zu bestaunen. Jeder tote Soldat stirbt nicht für sein Land sondern für "nichts". Erbärmlicher kann man seine Soldaten nicht behandeln...
Corazito3333 (03.12.2009, 20:18 Uhr)
45 Enthaltungen - 45 Feiglinge
"ich wars nicht" - und die Grünen naja die schweigen!!! eigentlich sollten die Kriegsbefürworter in den Krieg ziehen, anstatt die jungen Männer die nur verheizt werden - wie gewohnt!!!
Inlinen (03.12.2009, 19:55 Uhr)
Mehr Soldaten
Wernn man die Aussagen von Rasmussen und unserem Guido richtig interpretiert dann steht jetzt schon fest das wir wohl noch mehr Soldaten nach Afghanistan in den Krieg schicken. Ein Krieg ohne Kriegserklärung.
An Ausbildern für Polizei und Militär wird natürlich gespart.
Wie verlogen ist diese Politik. Und die Grünen, mal Friedenspartei, enthält sich der Stimme. Warum sitzen die im Bundestag, wenn sie noch nicht einmal eine eigene Meinung haben.
gazerbeam (03.12.2009, 19:38 Uhr)
Und wehe es passiert wieder etwas...
...dann steht diese scheiss Politik nicht einmal hinter den Soldaten!!! Dann werden wieder tolle Untersuchungsausschüsse gebildet, die feststellen, das es tote in einem Krieg gegeben hat. Sowas von hinterlistig und dreckig!!
Gande (03.12.2009, 19:17 Uhr)
Der Bundestag..
schickt deutsche Soldaten wissentlich in den Tod???
facilidad_de_ser (03.12.2009, 19:08 Uhr)
Keine cojones...
Peinlich so langsam muss man sich wieder schämen, ein Deutscher zu sein. Wozu ist dieses Parlament überhaupt da?
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