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19. Juni 2007, 11:05 Uhr

"Die rüsten für die Islamisierung!" - "Unsinn!"

Kann der Islam für Europa gefährlich werden? Führt er uns direkt zurück ins Mittelalter? Oder müssen wir tolerant gegenüber einer anderen Religion sein? Ein hochemotionaler Streit unter Brüdern - nicht nur anlässlich des Konflikts um die Kölner Großmoschee.

Dr. Ekkehart Rotter ist Mittelalterhistoriker, Professor Gernot Rotter Islamwissenschaftler© Stefan Volk

Herr Rotter, in Köln soll eine Zentralmoschee gebaut werden, und schon ist der städtische Frieden in Gefahr. Kein Tag vergeht ohne hitzige Debatten zwischen Muslimen und Moscheegegnern. Ralph Giordano erhält Morddrohungen, nachdem er sich gegen den Bau der Moschee ausgesprochen hat.

Ekkehart Rotter: Hier soll ein Kritiker mundtot gemacht werden. Einer, der das arrogante Verhalten der Muslime nicht mehr erträgt. Und der vielleicht wie ich sieht, dass Muslime dabei sind, unter dem Deckmäntelchen der Religionsfreiheit Europa den Garaus zu machen.

Was sagt Ihr Bruder Gernot, müssen wir vor den Muslimen geschützt werden?

Gernot Rotter: Das ist doch albern. Mich braucht niemand vor einem normalen gläubigen Muslim zu schützen. Bei Extremisten - Extremisten jeder Couleur - sieht das anders aus, die könnten gefährlich sein. Aber ich vertraue darauf, dass der Staat mich schützt.

Früher waren Sie mit Ihrem Bruder einer Meinung. Warum reden Sie sich jetzt gegenseitig scherzhaft als "Islam-Hasser" und "Armleuchter des Propheten" an?

E. R .: Weil ich für das Elend, das ich Tag für Tag aus der islamischen Welt erfahre, den Islam verantwortlich mache, während mein Bruder es immer schönzureden versucht. Ich hatte auch einmal dieses romantische Orientbild. Aber je mehr ich mich als Historiker mit dem Islam beschäftigt habe, desto bewusster wurde mir die Gefahr, die mit der Verbreitung dieser totalitären Ideologie verbunden ist. Intellektuell ist er ohnehin eine Zumutung. Da streiten Muslime darüber, ob sie noch rein fürs Gebet sind, wenn sie zufällig in der U-Bahn eine Frau gestreift haben.
G. R .: Das ist wie bei orthodoxen Juden. Und da habe ich noch nicht gehört, dass du dich aufgeregt hast.
E. R .: Hör du mal auf zu relativieren. Es sind keine Juden, die an vielen Schulen einen normalen Unterricht nicht mehr zulassen, sondern Muslime. Es sind Muslime, die ihren Töchtern mitten in Europa das geistige Niveau anatolischer Schafhirten verordnen - mithilfe der Grünen und feiger Schulpolitiker. Sollen wir zurück ins Mittelalter, damit die Muslime sich hier wohl fühlen?

Ärgert es Sie, wenn Sie Ihren Bruder heute so reden hören?

G. R .: Ich beschäftige mich seit 50 Jahren mit dem Orient. In der Tat hat sich die Lage dort kontinuierlich verschlechtert. Den Muslimen fehlt es an Selbstkritik. Alle Probleme werden dem Westen angelastet. Das ist Selbstbetrug. Es gibt viele aufgeklärte Muslime, die das kritisieren. Aber die haben Angst, es offen zu sagen.
E. R .: Das erzählst du mir seit 30 Jahren. Ich kann da nur den Mufti von Marseille zitieren: "Ich hätte auch Angst vor dem Islam, wenn ich kein Muslim wäre!" Also erweist sich der Islam in Europa als inakzeptabel.
G. R .: Das ist doch Quatsch. Jede Religion lässt sich missbrauchen. Denk mal an Opus Dei, denen fehlt nur noch die Knarre.
E. R : Da gibt es einen Unterschied: Mir ist kein Mitglied von Opus Dei als Selbstmordattentäter bekannt. Wir haben das Problem, dass es eine Gewalt gibt, die anscheinend aus dem Islam selbst kommt.

Aber es gab doch das Goldene Zeitalter des Islam, als in Spanien Muslime und Christen friedlich zusammenlebten.

E. R .: Das ist eine Geschichtslüge. Es hat dieses Zeitalter nie gegeben.
G. R .: Willst du bestreiten, dass das 800 Jahre funktioniert hat?
E. R .: Es gab während der arabischen Epoche in Spanien permanent Christenverfolgungen.
G. R .: Aber Judenverfolgungen wie gleichzeitig im christlichen Europa hat es ja wohl nicht gegeben. In der Inquisition sind nicht nur Muslime getötet und verfolgt worden, sondern alle Juden gleich mit.
E. R .: Die zweite Lüge ist, dass die Christen mit Kreuzzügen den Hass gesät hätten. Es war umgekehrt. Als die Muslime 638 Jerusalem eroberten, war das eine christliche Stadt. Der Kreuzzug 1099 war die Reaktion auf den Einfall der Türken in den Nahen Osten. Es galt, die dortigen Christen zu beschützen und die Grabeskirche Jesu in Jerusalem vor einer weiteren Schändung zu bewahren. Von den Angriffskriegen der Türken gegen das Heilige Römische Reich Deutscher Nation will ich gar nicht sprechen. Das Ziel, das die Sultane ausgegeben hatten, war die imperiale Ausdehnung des Islam.
G. R.: Jetzt näherst du dich aber sehr dem Geschichtsverständnis von Bush junior. Der hat auch gesagt, wir brauchen einen neuen Kreuzzug. Und die Eroberungszüge des christlichen Großbritanniens nach Indien waren nicht imperial?
E. R.: Sie waren nicht mit dem Neuen Testament begründet. Umgekehrt lässt sich jede Gewalt gegen Andersgläubige islamisch rechtfertigen.
G. R.: Das ist unseriös. Alle Monotheismen verlangen die Verehrung des einen Gottes und tragen in sich den Willen zur Vernichtung der anderen "Götter". Die Stifter der Religionen ...
E.R.: ... konnten un-­ terschiedlicher nicht sein. Mohammed hat Karawanen überfallen und ausgeraubt. Das ist mir von Jesus oder Buddha nicht bekannt.
G. R.: Aber von Moses.
E. R.: Ich weiß nicht, ob er Karawanen überfallen hat, das steht nirgends.
G. R.: Aber es gab sehr viele Kanaaniter, die man totschlagen konnte.
E. R.: Aber es ist Fakt, dass Mohammed in Medina einen jüdischen Stamm vertreiben, einen anderen vernichten ließ. 600 Juden: der Reihe nach geköpft. Die Jüdinnen: als Beute verteilt. Darauf kann sich jeder Palästinenser berufen, der Juden umbringt. Das ist keine westliche Erfindung. Das steht in der ältesten Mohammed-Biografie von Ibn Ishaq. Die hast du selbst ins Deutsche übersetzt. Mohammed war der erste Islamist. Er hat seine Ideologie mit Gewalt durchgesetzt.
G. R.: Wir können jetzt jeden Raubzug von Christen und Muslimen aufzählen. Was das zaristische Russland in Asien gemacht hat, war auch nichts anderes als der blanke Kolonialismus. Wir müssten auch über den unchristlichen Sklavenhandel reden.
E. R.: Und über die türkischen Sklavenfänger! Das Osmanische Reich hat bis um 1900 Jagd auf Afrikaner gemacht.
G. R.: Das hilft uns aber alles nicht weiter. Entscheidend ist: Was ist die Konsequenz aus dem, was du sagst? Alle Muslime, die hier leben, rauszuschmeißen?
E. R.: Das will ich natürlich nicht.
G. R.: Du sagst, sie sind gewalttätig und gefährlich.
E. R.: Ich würde keinen zum Staatsdienst zulassen. Wer sich an den Koran hält, kann keinen ehrlichen Eid aufs Grundgesetz ablegen. Sure 5,51 gebietet: "Nehmt euch nicht Juden und Christen zu Freunden." In Sure 8,55 heißt es: "Als die schlimmsten Tiere gelten bei Gott die Ungläubigen." Über die Juden heißt es in Sure 5,64: "Verflucht sollen sie sein."

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 25/2007

Zur Person Die ungleichen Brüder

Ekkehart Rotter, 59, ist Mittelalterhistoriker an der Akademie der Wissenschaften in Mainz. Sein Fachgebiet sind die Kreuzzüge sowie die Beziehungen Deutschlands zur islamischen Welt. Im Herbst erscheint im Siedler-Verlag sein Buch "Lügen für den Islam. Wider alle Vernunft". Er hält Fortbildungsseminare im hessischen Innenministerium zum Thema islamischer Fundamentalismus.

Gernot Rotter, 66, war bis 2004 Professor für Islamwissenschaft an der Universität Hamburg. Nach dem Golfkrieg 1991 warf er den deutschen Medien vor, ein verzerrtes Islam-Bild zu verbreiten. 1992 erschien sein viel beachtetes Buch "Allahs Plagiator. Die publizistischen Raubzüge des ‚Nahostexperten‘ Gerhard Konzelmann." Gernot Rotter, Mitverfasser des Standardwerks "Nahostlexikon. Der israelischpalästinensische Konflikt", ist häufiger Gast in Talkshows in Radio und Fernsehen.

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