Kann der Islam für Europa gefährlich werden? Führt er uns direkt zurück ins Mittelalter? Oder müssen wir tolerant gegenüber einer anderen Religion sein? Ein hochemotionaler Streit unter Brüdern - nicht nur anlässlich des Konflikts um die Kölner Großmoschee.

Dr. Ekkehart Rotter ist Mittelalterhistoriker, Professor Gernot Rotter Islamwissenschaftler© Stefan Volk
Ekkehart Rotter: Hier soll ein Kritiker mundtot gemacht werden. Einer, der das arrogante Verhalten der Muslime nicht mehr erträgt. Und der vielleicht wie ich sieht, dass Muslime dabei sind, unter dem Deckmäntelchen der Religionsfreiheit Europa den Garaus zu machen.
Gernot Rotter: Das ist doch albern. Mich braucht niemand vor einem normalen gläubigen Muslim zu schützen. Bei Extremisten - Extremisten jeder Couleur - sieht das anders aus, die könnten gefährlich sein. Aber ich vertraue darauf, dass der Staat mich schützt.
E. R .: Weil ich für das Elend, das ich Tag
für Tag aus der islamischen Welt erfahre,
den Islam verantwortlich mache, während
mein Bruder es immer schönzureden versucht.
Ich hatte auch einmal dieses romantische
Orientbild. Aber je mehr ich mich
als Historiker mit dem Islam beschäftigt
habe, desto bewusster wurde mir die Gefahr,
die mit der Verbreitung dieser totalitären
Ideologie verbunden ist. Intellektuell
ist er ohnehin eine Zumutung. Da streiten
Muslime darüber, ob sie noch rein fürs Gebet
sind, wenn sie zufällig in der U-Bahn
eine Frau gestreift haben.
G. R .: Das ist wie bei orthodoxen Juden.
Und da habe ich noch nicht gehört, dass
du dich aufgeregt hast.
E. R .: Hör du mal auf zu relativieren. Es sind
keine Juden, die an vielen Schulen einen
normalen Unterricht nicht mehr zulassen,
sondern Muslime. Es sind Muslime, die ihren
Töchtern mitten in Europa das geistige
Niveau anatolischer Schafhirten verordnen
- mithilfe der Grünen und feiger Schulpolitiker.
Sollen wir zurück ins Mittelalter,
damit die Muslime sich hier wohl fühlen?
G. R .: Ich beschäftige mich seit 50 Jahren
mit dem Orient. In der Tat hat sich die
Lage dort kontinuierlich verschlechtert.
Den Muslimen fehlt es an Selbstkritik. Alle
Probleme werden dem Westen angelastet.
Das ist Selbstbetrug. Es gibt viele aufgeklärte
Muslime, die das kritisieren. Aber
die haben Angst, es offen zu sagen.
E. R .: Das erzählst du mir seit 30 Jahren. Ich
kann da nur den Mufti von Marseille zitieren:
"Ich hätte auch Angst vor dem Islam, wenn ich kein Muslim wäre!" Also erweist
sich der Islam in Europa als inakzeptabel.
G. R .: Das ist doch Quatsch. Jede Religion
lässt sich missbrauchen. Denk mal an Opus
Dei, denen fehlt nur noch die Knarre.
E. R : Da gibt es einen Unterschied: Mir ist
kein Mitglied von Opus Dei als Selbstmordattentäter
bekannt. Wir haben das
Problem, dass es eine Gewalt gibt, die anscheinend
aus dem Islam selbst kommt.
E. R .: Das ist eine Geschichtslüge. Es hat
dieses Zeitalter nie gegeben.
G. R .: Willst du bestreiten, dass das 800
Jahre funktioniert hat?
E. R .: Es gab während der arabischen Epoche
in Spanien permanent Christenverfolgungen.
G. R .: Aber Judenverfolgungen wie gleichzeitig
im christlichen Europa hat es ja wohl
nicht gegeben. In der Inquisition sind nicht
nur Muslime getötet und verfolgt worden,
sondern alle Juden gleich mit.
E. R .: Die zweite Lüge ist, dass die Christen
mit Kreuzzügen den Hass gesät hätten. Es
war umgekehrt. Als die Muslime 638 Jerusalem
eroberten, war das eine christliche
Stadt. Der Kreuzzug 1099 war die Reaktion
auf den Einfall der Türken in den Nahen
Osten. Es galt, die dortigen Christen zu beschützen und
die Grabeskirche
Jesu in Jerusalem
vor einer weiteren Schändung zu
bewahren. Von
den Angriffskriegen der Türken
gegen das Heilige
Römische Reich
Deutscher Nation
will ich gar nicht
sprechen. Das Ziel,
das die Sultane
ausgegeben hatten, war die imperiale Ausdehnung
des Islam.
G. R.: Jetzt näherst
du dich aber sehr
dem Geschichtsverständnis von
Bush junior. Der
hat auch gesagt,
wir brauchen einen
neuen Kreuzzug.
Und die Eroberungszüge des christlichen Großbritanniens nach Indien waren nicht imperial?
E. R.: Sie waren nicht mit dem Neuen Testament begründet. Umgekehrt lässt sich
jede Gewalt gegen Andersgläubige islamisch rechtfertigen.
G. R.: Das ist unseriös.
Alle Monotheismen
verlangen die Verehrung des einen Gottes und tragen in sich
den Willen zur Vernichtung der anderen
"Götter". Die Stifter
der Religionen ...
E.R.: ... konnten un-
terschiedlicher nicht
sein. Mohammed hat
Karawanen überfallen und ausgeraubt.
Das ist mir von Jesus
oder Buddha nicht
bekannt.
G. R.: Aber von
Moses.
E. R.: Ich weiß nicht,
ob er Karawanen
überfallen hat, das
steht nirgends.
G. R.: Aber es gab
sehr viele Kanaaniter, die man totschlagen konnte.
E. R.: Aber es ist Fakt, dass Mohammed in
Medina einen jüdischen Stamm vertreiben,
einen anderen vernichten ließ. 600 Juden:
der Reihe nach geköpft. Die Jüdinnen: als
Beute verteilt. Darauf kann sich jeder Palästinenser
berufen, der Juden umbringt. Das ist keine westliche Erfindung. Das steht in
der ältesten Mohammed-Biografie von Ibn
Ishaq. Die hast du selbst ins Deutsche übersetzt. Mohammed war der erste Islamist. Er
hat seine Ideologie mit Gewalt durchgesetzt.
G. R.: Wir können jetzt jeden Raubzug von
Christen und Muslimen aufzählen. Was
das zaristische Russland in Asien gemacht
hat, war auch nichts anderes als der blanke Kolonialismus. Wir müssten auch über
den unchristlichen Sklavenhandel reden.
E. R.: Und über die türkischen Sklavenfänger!
Das Osmanische Reich hat bis um
1900 Jagd auf Afrikaner gemacht.
G. R.: Das hilft uns aber alles nicht weiter.
Entscheidend ist: Was ist die Konsequenz
aus dem, was du sagst? Alle Muslime, die
hier leben, rauszuschmeißen?
E. R.: Das will ich natürlich nicht.
G. R.: Du sagst, sie sind gewalttätig und gefährlich.
E. R.: Ich würde keinen zum Staatsdienst zulassen. Wer sich an den Koran hält, kann keinen ehrlichen Eid aufs Grundgesetz ablegen.
Sure 5,51 gebietet: "Nehmt euch nicht Juden
und Christen zu Freunden." In Sure 8,55 heißt
es: "Als die schlimmsten Tiere gelten bei
Gott die Ungläubigen." Über die Juden heißt
es in Sure 5,64: "Verflucht sollen sie sein."
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 25/2007
Zur Person Die ungleichen Brüder
Ekkehart Rotter, 59, ist Mittelalterhistoriker
an der Akademie der Wissenschaften
in Mainz. Sein Fachgebiet
sind die Kreuzzüge sowie die Beziehungen
Deutschlands zur islamischen Welt.
Im Herbst erscheint im Siedler-Verlag sein
Buch "Lügen für den Islam. Wider alle
Vernunft". Er hält Fortbildungsseminare
im hessischen Innenministerium zum
Thema islamischer Fundamentalismus.
Gernot Rotter, 66, war bis 2004 Professor
für Islamwissenschaft an der Universität
Hamburg. Nach dem Golfkrieg 1991 warf er
den deutschen Medien vor, ein verzerrtes
Islam-Bild zu verbreiten. 1992 erschien
sein viel beachtetes Buch "Allahs Plagiator.
Die publizistischen Raubzüge des
‚Nahostexperten‘ Gerhard Konzelmann."
Gernot Rotter, Mitverfasser des Standardwerks
"Nahostlexikon. Der israelischpalästinensische
Konflikt", ist häufiger Gast
in Talkshows in Radio und Fernsehen.