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9. März 2010, 14:11 Uhr

Schlüssige Argumente für den Weltuntergang fehlen

Noch bevor der LHC in Genf fertig gebaut war, warnte Chaosforscher Otto Rössler davor, dass dort Schwarze Löcher entstehen könnten, die die Erde verschlingen. Eine Deutsche hat vor Gericht ein Ende der Cern-Experimente gefordert. Nun kam der Fall vors Bundesverfassungsgericht.

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Der Large Hadron Collider ist der größte Teilchenbeschleuniger weltweit© Cern/DDP

Eine Frau wollte eine Versuchsreihe der europäischen Organisation für kernphysikalische Forschung (Cern) verhindern, weil sie Angst hatte, es könnten Schwarze Löcher entstehen, die die Erde verschlucken. Die Karlsruher Richter haben ihre Verfassungsbeschwerde nun abgewiesen. Die Frau habe nicht schlüssig darlegen können, warum die Vernichtung der Erde drohe, hieß es in dem veröffentlichten Beschluss.

Das Bundesverfassungsgericht erhob keine Einwände gegen die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen. Dort hatte die Klägerin bereits mit einem Eilantrag erfolglos von der Bundesregierung verlangt, die Versuche zu stoppen. Nach Ansicht der Karlsruher Richter hat sie nicht ausreichend dargelegt, warum sie durch die Tests in ihren Grundrechten verletzt wird. Die Größe eines vermeintlichen Schadens - hier die Vernichtung der Erde - erlaube keinen Verzicht auf eine ordentliche Begründung. Es genüge also nicht, "Warnungen auf ein generelles Misstrauen gegenüber physikalischen Gesetzen, also gegenüber theoretischen Aussagen der modernen Naturwissenschaft zu stützen", so die Richter.

"Die Diskussion ist albern"

Die Klägerin ist Deutsche, lebt aber in Zürich. Im Kanton Genf, etwa 220 Kilometer entfernt, befindet sich der Sitz des Forschungszentrums Cern. Die Wissenschaftler wollen dort Atomteilchen im größten Teilchenbeschleuniger der Welt - dem "Large Hadron Collider" (LHC) - mit nahezu Lichtgeschwindigkeit aufeinander prallen lassen. Der 27 Kilometer lange Ringtunnel befindet sich etwa 100 Meter unter der Erdoberfläche und reicht bis nach Frankreich. Von den Experimenten versprechen sich die Forscher Erkenntnisse über noch nicht entdeckte Materiebausteine und die Entstehung des Universums.

Manche Menschen befürchten, dass dabei Schwarze Löcher in Miniaturform entstehen, die Materie ansaugen und verschlucken könnten. Einigen Experten zufolge besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit. Die Schwarzen Löcher wären nach überwiegender Meinung aber so klein, dass sie im Moment ihrer Entstehung schon wieder zu Energie zerstrahlen, oder zu klein sind, um Materie ansaugen zu können.

Physiker halten es für ausgeschlossen, dass der LHC Schwarze Löcher erzeugt, die die Erde verschlucken könnten. "Die ganze Diskussion ist völlig albern und absurd", sagte US-Physiknobelpreisträger David Gross im Rahmen der jahrelangen Diskussion. Wären die Befürchtungen berechtigt, hätte die Katastrophe längst stattfinden müssen: "Die Erde und der Mond sind aber noch da, obwohl es Kollisionen kosmischer Teilchen gibt, die noch viel energiereicher sind."

AFP/DPA
 
 
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