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Hintergrund: Detroit Auto Show: USA im Wandel

Die Detroit Motor Show ist alljährlich der Auftakt zum internationalen Autojahr. Dieses Mal schaut die Welt besonders skeptisch auf die schmucklose US-Metropole. Die heimischen Hersteller suchen nach neuen Ideen.

Selten ging es der nordamerikanischen Autoindustrie so schlecht wie im vergangenen Jahr. Vergleicht man den Markt mit dem des Jahres 2000, so hat sank die Zahl der Neuzulassungen in den USA von 17,35 auf nun gerade mal 16,1 Millionen Fahrzeuge. Und eine Trendwende scheint nicht in Sicht: Die Kraftstoffpreise sind auch in den Staaten längst explodiert. Und die amerikanische Finanzkrise sorgt zusätzlich dafür, dass immer weniger US-Bürger Geld und einen freien Kopf für Autokäufe haben. Wenn es dem US-Markt schlecht geht, sorgt das auch bei den Herstellern und Zulieferern in Europa und Asien für Sorgenfalten.

Nach der Trennung von Daimler sieht es besonders bei der neu gegründeten Chrysler LLC düster aus. Im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern mit Sitz in Auburn Hills gerade noch 2,05 Millionen Fahrzeuge - so wenig wie seit 15 Jahren nicht mehr. Nicht ganz so schwarz ist es bei General Motors und der Ford Motor Company. Auch dort gab es deutliche Verluste. Doch das Geschäft in Europa, Russland und Asien glich so manche Scharte wieder aus.

Der Toyota-Konzern mit seinen drei US-Marken Toyota, Scion und Lexus hat sich für 2008 viel vorgenommen und will weiter wachsen. 2007 reichte es erstmals dazu, mit 2,6 Millionen zugelassenen Modellen die US-Traditionsmarke Ford von Platz zwei der Zulassungsstatistik zu verdrängen.

Erfolgsgaranten auf dem US-Markt sind die beliebte Mittelklasselimousine Camry und der mächtige Pickup Tundra. Der macht den beiden meistverkauften US-Fahrzeugen Ford F-150 (680.000 Autos) und Chevrolet Silverado (610.000 Fahrzeuge) langsam ernsthaft Konkurrenz. Aller anderen Meldungen zum Trotz: Auch angesichts deutlicher Rückgänge erfreuen sich die großen Pickups in den USA der größten Beliebtheit - ihr Marktanteil liegt bei knapp über 50 Prozent.

Deutsche Erwartungen

Mit großen Erwartungen starten in diesem Jahr die Deutschen zur Detroit Motor Show. Hatte es in den vergangenen Jahren mit dem Erstarken der trendigen Los Angeles Autoshow jeweils im November/Dezember schon regelmäßig einen europäischen Abgesang auf die ungeliebte Wintermesse in an der kanadischen Grenze gegeben, so gibt man 2008 stärker Gas denn je.

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Besonders Volkswagen ist nach einem schlechten US-Verkaufsjahr unter Druck. Die Wolfsburger zeigen auf der Messe den neuen Passat CC, die Coupéversion der erfolgreichen Mittelklasselimousine. Mercedes präsentiert den neuen GLK und den facegelifteten SLK. Und auch Audi will auf der Messe einen noch geheim gehaltenen Höhepunkt setzen.

GM präsentiert mit dem Cadillac Provog ein interessantes Modell mit der schon seit längerem auf Messetourne befindlichen E-Flex-Architektur. Beim Provog sorgen eine Wasserstoff-Brennstoffzelle und eine Lithium-Ionen-Batterie für Vortrieb. Mit den SUV Saturn Vue Green Line und Cadillac Escalade zeigt General Motors, dass groß dimensionierte Crossover auch mit relativ sparsamen Triebwerken ausgestattet sein können. Einen ähnlichen Weg schlägt die Chrysler Group ein. Auch ihre Messemodelle sollen Styling, Leistungsstärke und ökonomischen Vortrieb unter einen Hut bringen.

Asiens Spielwiese

Bleibt noch Asien. Die USA sind das Lieblingsland der japanischen Autobauer. Dementsprechend stattlich ist ihr Auftritt. Mazda zeigt in Detroit die Sportwagenstudie Furai. Ganz ihrer weichen Designlinie treu bleibend wird der Furai von einem 450 PS starken Wankelmotor angetrieben, der ihm sportlichste Fahrleistungen entlockt. Ganz nebenbei wird der Bolide CO2-neutral mit Ethanol betankt.

Frisch überarbeitet zeigt sich in Detroit der Exotensportler Mazda RX-8. Toyota spielt dem aktuellen US-Geschmack mit einem ökologischen Pickup in die Hände. Der gerade mal 4,60 Meter lange A-Bat präsentiert sich dabei deutlich sehenswerter als der aktuelle Tacoma. Ein Hybridantrieb soll bei den Amerikanern für ein reines Gewissen sorgen.

Auch die koreanischen Autohersteller haben die US-Vorzeigemesse längst zum Spielplatz auserkoren. Hyundai zeigt auf der NAIAS die Serienversion der Limousinenstudie Genesis - eine Luxuslimousine, die mit PS-starken Motoren und üppiger Ausstattung der Konkurrenz von Lexus, Audi und Mercedes Angst machen soll. Konzernschwester Kia zeigt in Detroit erstmals den Luxus-SUV Silhouette, der bis zu sieben Personen Platz bieten soll.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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