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Datenkrake: Wie Google drei Branchen aufmischt

Android, Google TV, Chrome und nun auch Chrome OS: Der Internetkonzern versucht, mit den verschiedensten Plattformen die Märkte für Smartphones, Computer und Fernseher aufzurollen. Die Erfolgsaussichten könnten jedoch unterschiedlicher nicht sein.

Von Björn Maatz

Google steht kurz vor der Veröffentlichung seines ersten Produkts mit dem neuen Betriebssystem Chrome OS. Der Internetkonzern wolle noch in diesem Jahr auf den Erscheinungstermin eines ersten Netbooks hinweisen, berichtet die "New York Times". Das Besondere: Daten wie Dokumente, Fotos und E-Mails sollen komplett in der Wolke, also in Serverfarmen von Google und nicht mehr physisch auf dem Rechner, gespeichert werden.

Das Verwirrende: Google hat mit Chrome bereits einen Web-Browser und mit Android ein inzwischen im Massenmarkt verankertes Betriebssystem. Viele PC-Hersteller tun sich jedoch schwer, Android für Netbooks und Tablet-Rechner zu adaptieren. Um nicht auf das vorherrschende PC-Betriebssystem Windows 7 des Erzrivalen Microsoft ausweichen zu müssen, will Google den Unternehmen nun eine Alternative bieten.

Google hat den Status des reinen Suchmaschinenbetreibers schon lange verlassen. Der Konzern experimentiert unter anderem mit Windenergie und automatisch fahrenden Autos - Großprojekte, die sich überwiegend noch im Anfangsstadium befinden. Konkreter sehen die Plattformen für Mobiltelefone, PCs und TV-Geräte aus. Zwar ähnelt sich in den jeweiligen Branchen die Ausgangslage für Google, nicht aber der Status quo.

Android - rettende Alternative für die Handybranche

Das Handy-Betriebssystem hat sich für Google als grandioser Erfolg entpuppt. Die Hersteller von Mobiltelefonen warteten offensichtlich auf eine Alternative zu den geschlossenen Systemen von Apple und Research In Motion beziehungsweise den angestaubten Versionen der marktbeherrschenden Plattform Symbian sowie dem Programm von Microsoft. Smartphone-Spezialisten wie HTC und Massenhersteller wie Samsung, LG Electronics und Motorola fokussieren sich zunehmend auf Android.

Das zahlt sich aus: Laut der US-Marktforschungsfirma Gartner ist der globale Marktanteil von Android im dritten Quartal auf 25,5 Prozent gestiegen. Im Vorjahreszeitraum lag dieser noch bei 3,5 Prozent. Je größer die Reichweite, desto interessanter wird das Betriebssystem für Entwickler von Softwareprogrammen, den sogenannten Apps. Mehr als 100.000 sollen im Android Market inzwischen zugänglich sein. Und Google verdient mit: Beim Herunterladen kostenpflichtiger Applikationen sichert sich der Konzern eine Umsatzbeteiligung.

Einen besseren Schnitt macht nur noch Apple: Der Konzern aus Cupertino war Vorreiter im App-Geschäft und zählt inzwischen mehr als 300.000 der kleinen Softwareprogramme, mit denen Nutzer ihr iPhone personalisieren und dessen Leistungsfähigkeit so noch steigern können. Zudem ist bei Apple der Anteil kostenpflichtiger Apps weitaus höher als bei Android.

Chrome - mühsamer Kampf gegen zwei Platzhirsche

Internet Explorer von Microsoft, Firefox von Mozilla: Auf vier von fünf Rechnern weltweit läuft einer der beiden Browser. An den Verhältnissen wird sich so schnell vermutlich nichts ändern. Google kann nicht direkt auf PC-Hersteller einwirken, sondern ist darauf angewiesen, das Nutzerverhalten zu ändern.

Das gelingt nicht so rasant wie mit dem Handy-Betriebssystem: Immerhin konnte Chrome bereits in den ersten Monaten nach seiner Markteinführung Ende 2008 an Apples Browser Safari sowie dem norwegischen Anbieter Opera vorbeiziehen und den dritten Platz für sich vereinnahmen. Der Marktanteil ist seit Dezember 2009 von 4,6 auf 8,5 Prozent gestiegen - zu Lasten des Internet Explorers und von Firefox.

Google dürfte zusätzlich davon profitieren, dass europäische Windows-Benutzer seit Jahresanfang ein Auswahlfenster angezeigt bekommen: Es präsentiert ihnen eine Reihe von Alternativen zu Microsofts Internet Explorer. Die EU hatte Microsoft die Browserwahl abgerungen - ein Meilenstein in der langjährigen Kartellauseinandersetzung. Die EU-Kommission hatte dem Konzern vorgeworfen, seine dominierende Stellung beim PC-Betriebssystem durch die Kopplung eigener Programme an die Software missbraucht zu haben.

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Chrome OS - radikaler Schritt im Web

Mit dem Trend zum Cloud Computing kommt dem Browser künftig eine zentrale Rolle zu. Immer mehr Anwendungen werden ins Internet verlagert. Google will im PC-Geschäft mit Chrome OS nun auch ein eigenes Betriebssystem einführen. Mit der marktbeherrschenden Stellung bei der Internetsuche, dem langsam aufstrebenden Chrome-Browser und einer eigenen Oberfläche hätte der Konzern endlich eine integrierte Alternative gegen den Browser Internet Explorer, das Betriebssystem Windows und die Suchmaschine Bing von Microsoft. Noch in diesem Jahr will Google nach Medienberichten ein erstes entsprechendes Netbook präsentieren. Verkauft werden soll es unter der eigenen Marke - analog dem Smartphone Nexus One, dessen Exklusivvertrieb über die eigene Homepage Google schon nach wenigen Monaten aufgab.

Für Chrome OS muss Google jedoch erheblich Überzeugungsarbeit leisten: Der Konzern wird weder die populäre Bürosoftware Office von Microsoft noch Apples beliebten Online-Marktplatz iTunes zulassen. Stattdessen muss der Nutzer mit Googles web-basierter Software wie Docs, Gmail und Picasa vorlieb nehmen. Cloud-Computing-Programme von Wettbewerbern sind zugelassen, jedoch keine Desktop-Lösungen. Für viele Nutzer dürfte dieser radikale Schritt zu früh kommen: Cloud Computing steht noch in den Anfängen, Bedenken wegen mangelnder Datensicherheit sind hoch.

Zudem ist fraglich, wie Android und Chrome OS nebeneinander überleben können. Darüber ist sich offenbar auch der Konzern noch im Unklaren: Laut Google-Chef Eric Schmidt wäre Android besser geeignet für berührungsempfindliche Bildschirme und damit vor allem Smartphones und Tablet-Rechner. Ein hochrangiger Google-Manager wiederum sagte nun der "New York Times", dass eben dafür auch Chrome OS in Frage käme. Google-Mitgründer Sergej Brin wiederum rechnet damit, dass beide Plattformen zusammenwachsen werden.

Google TV - Widerstand von Fernsehsendern

Um Google TV zu empfangen, braucht es entweder Settop-Boxen von Logitech beziehungsweise TV-Geräte von Sony oder Toshiba , auf denen die Plattform installiert ist. Der Aufbau der TV-Internet-Plattform stockt derzeit, weil sich der Internetkonzern bei der Akquise attraktiver Inhalte Absagen einfängt. Mehrere große US-Senderketten wie ABC, CBS und NBC haben bereits abgewunken.

Die Sender haben Bedenken, dass Google sie für eine mögliche Kannibalisierung des traditionellen Fernsehgeschäfts nicht entschädigt. Außerdem wollen sie sicherstellen, dass sie künftig an allen Werbeeinnahmen beteiligt sind, die in Zusammenhang mit ihren Inhalten fließen. Einnahmequellen für Google wären etwa kleine Textanzeigen, wie sie bereits in Youtube-Videos auftauchen, oder Werbespots vor und nach der eigentlichen Sendung. Unzufrieden sind die Sender auch damit, dass Google in den Suchergebnissen Videos anzeigt, die die Urheberrechte der Sender verletzen.

Mit Google TV können Nutzer eine Fernsehsendung ansehen und gleich danach Videos von Googles Onlinedienst Youtube oder einer anderen Plattform aufrufen. Das TV-Gerät könnte Fotos zeigen, zur Spielkonsole werden oder als Musikplayer fungieren. Der US-Konzern tritt mit seinem Fernsehdienst auch gegen den Konkurrenten Apple an. Im Gegensatz zu Apple TV sind Googles Inhalte nicht kostenpflichtig. Google steht außerdem im Wettbewerb mit der wachsenden Zahl von Internetportalen, die Fernsehhersteller inzwischen auf ihren Geräten vorinstallieren.

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FTD
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.