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Fernsehen: DVB-T in drei Ballungszentren gestartet

In drei Ballungsgebieten hat ein neues Fernsehzeitalter begonnen: Digitaler Fernsehempfang per Antenne ermöglicht künftig den Empfang von maximal 24 Programmen unabhängig von Kabel und Satellitenschüssel.

In drei Ballungsgebieten in Nordrhein-Westfalen und Norddeutschland hat ein neues Fernsehzeitalter begonnen: Digitaler Fernsehempfang per Antenne ermöglicht künftig den Empfang von maximal 24 Programmen unabhängig von Kabel und Satellitenschüssel.

Das "Überallfernsehen" DVB-T, seit November 2002 bereits in der Region Berlin-Brandenburg eingeschaltet, hat Einzug gehalten in den Räumen Köln/Bonn, Hannover/Braunschweig sowie in Bremen/Unterweser. Im November 2004 kommen die Regionen Hamburg/Lübeck, Kiel und Düsseldorf/Ruhrgebiet hinzu. Dann werden nach derzeitigem Planungsstand insgesamt rund 25 Millionen Einwohner in Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen DVB-T empfangen können.

In den DVB-T-Startregionen werden zunächst 16 bis 20 Fernsehprogramme angeboten statt der üblicherweise bisher etwa fünf analog ausgestrahlten Sender. Zusätzliche öffentlich-rechtliche sowie private Programme sollen am 8. November folgen. Damit erhöht sich das Angebot auf 24 Programme.

Analog-Seher schauen in die Röhre

Unmittelbar betroffen sind nach Angaben der Projektverantwortlichen allerdings nur jene rund acht Prozent der Zuschauer, die bisher ihre Fernsehprogramme per Antenne beziehen und nicht per Kabel oder Satellit. Für sie wird der Kauf eines Zusatzgeräts, einer so genannten Set-Top-Box fällig, eventuell auch noch einer Zimmerantenne. Die öffentlich-rechtlichen Sender können zwar im Allgemeinen noch bis November auch analog empfangen werden, wenn auch meist in schlechterer Qualität. Die Privatsender, soweit sie regional überhaupt über Antenne zu sehen waren, haben ihre analoge Ausstrahlung allerdings bereits eingestellt.

Der ARD-Vorsitzende und NDR Intendant Jobst Plog nannte in Hannover den Startzeitpunkt attraktiv: "Pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft werden die Zuschauer in und um Hannover und Braunschweig via DVB-T Fußball im Ersten sehen können."

Neue Nutzungsformen sind möglich

Das "DVB-T Überallfernsehen" werde sich "als attraktiver dritter Verbreitungsweg im digitalen Zeitalter durchsetzen", sagte WDR-Intendant Fritz Pleitgen in Köln. DVB-T biete ein reichhaltiges TV-Angebot in hervorragender Bild- und Tonqualität - und das ohne monatliche Zusatzkosten. "Zudem ermöglicht es auf Grund der mobilen Empfangbarkeit völlig neue Nutzungsformen. Endlich können im Biergarten, am Rhein oder unterwegs im Auto Fußballspiele und Tour-de-France-Etappen am Bildschirm in bester Qualität und ohne größere Umstände verfolgt werden", sagte Pleitgen. ZDF-Intendant Markus Schächter lobte in Mainz das digitale Antennenfernsehen als "maßgeschneidert für die Laptop- und Handy-Generation, die auch unterwegs jederzeit fernsehen und Informationsangebote nutzen will".

AP / AP / DPA