Nicht nur die Mutter, sondern auch die Schwester und der Stiefvater des rheinland-pfälzischen AfD-Fraktionsgeschäftsführers Damian Lohr arbeiten im parlamentarischen Raum der Alternative für Deutschland. Die Familienbande reichen über den Rhein. So ist Lohrs Schwester Assistentin des hessischen AfD-Fraktionschefs Robert Lambrou. Das bestätigte die größte Oppositionsfraktion im Landtag von Hessen.
Lohrs Stiefvater arbeitet seit Januar 2022 für die AfD-Stadtfraktion im Wiesbadener Rathaus, wie Fraktionschef Denis Seldenreich der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. "Zunächst als politischer Referent und inzwischen als Büroleiter. Er wurde ausschließlich aufgrund seiner Kompetenz eingestellt", ergänzte Seldenreich. Zuvor hatten die Zeitungen der VRM-Gruppe über beide Verbindungen berichtet.
Kürzlich war zudem bekanntgeworden, dass die AfD-Landtagsfraktion im benachbarten Rheinland-Pfalz seit zehn Jahren Lohrs Mutter, Ulrike Beckmann, beschäftigt. Bundesweit ziehen Vorwürfe von Vetternwirtschaft in der AfD immer weitere Kreise.
"Hervorragende Arbeitsleistung"
Hessens AfD-Fraktionschef Lambrou teilte der dpa zur Schwester des rheinland-pfälzischen AfD-Fraktionsgeschäftsführers Lohr mit: "Sie arbeitet seit sieben Jahren für die Fraktion und zeichnet sich durch eine hervorragende Arbeitsleistung aus. Eingestellt wurde sie ausschließlich aufgrund ihrer Fachkompetenz."
In der hessischen AfD-Landtagsfraktion sind laut Lambrou davon abgesehen "keine Verwandten von Abgeordneten angestellt. Bei überzeugender Fachkompetenz schließen wir eine solche Anstellung jedoch nicht grundsätzlich aus – sie ist rechtlich zulässig." Es gebe bei der hessischen AfD-Landtagsfraktion "keine Über-Kreuz-Anstellungen. Verwandte von mir sind in keiner Form bei der AfD beschäftigt und waren es auch nie", betonte Lambrou.
Er ergänzte: "Explizite Regelungen zur Anstellung von Verwandten bei der hessischen AfD-Landtagsfraktion gibt es nicht." Die Anstellung von Mitarbeitern der Abgeordneten sei "ausdrücklich im hessischen Abgeordnetengesetz geregelt".