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Vogelgrippe: Vorbereitung dauert mindestens sechs Monate

Die Welt braucht nach Einschätzung der Vereinten Nationen mindestens noch sechs Monate, um sich auf eine durch die Vogelgrippe ausgelöste Pandemie vorzubereiten. Neue Verdachtsfälle verschärfen derweil die Lage.

Vor allem arme Länder in Asien bräuchten Unterstützung bei der Finanzierung von Notfallplänen, sagte der UN-Koordinator für Grippe, David Nabarro, der Nachrichtenagentur AP. Es sei unabsehbar, was passiere, wenn Millionen von Menschen plötzlich krank würden und zu sterben begännen. Neben dem Anlegen eines Medikamentenvorrats müsse vor allem sichergestellt werden, dass die armen Länder bei einer Pandemie auch Zugang zu den Grippemitteln bekämen, forderte Nabarro, der sich derzeit mit einer Expertengruppe einen Überblick über das Ausmaß der Vogelgrippe in Thailand, Vietnam und China verschafft.

Neue Fälle in Rumänien

Inzwischen wurden in Rumänien neue Verdachtsfälle auf Vogelgrippe bekannt. Bluttests hätten Antikörper gegen das Vogelgrippevirus H5 bei mehreren Wildvögeln im Donaudelta ergeben, sagte Landwirtschaftsminister Gheorghe Flutur am Dienstag vor der Presse. Es handele sich dabei um einen verendeten Schwan nahe der Ortschaft C.A.Rosetti an der Grenze zur Ukraine, eine Wildente nahe des Quarantänegebiets Ceamurlia de Jos und mehrere Schwäne in unmittelbarer Umgebung des zweiten Infektionsherdes bei Maliuc, sagte er. Es wird mehrere Tage dauern, bis Testergebnisse Klarheit geben, ob es sich um den Virus-Subtyp H5N1 handelt.

Wichtig sei es, die Vogelgrippe auf das Donaudelta und die Region Dobrogea (Dobrudscha) einzugrenzen, betonte der Minister. Außerhalb der beiden Verwaltungskreise Tulcea und Constanta sei keine der 1200 vom Bukarester Institut für Diagnostik und Tiergesundheit bislang untersuchten Proben positiv gewesen.

Experten beraten über Schutzmaßnahmen

Die Außenminister der Europäischen Union kommen heute in Luxemburg zu einer Sondersitzung zusammen. Dabei wollen sie unter anderem über Maßnahmen zur Abwehr der Vogelgrippe sprechen. Nach dem Auftauchen der Krankheit in der Türkei und in Rumänien hat die EU-Kommission Einfuhrverbote für Geflügelprodukte verhängt. Auch in Griechenland besteht akuter Verdacht, dass das Virus dort bei einem Truthahn entdeckt wurde. Entscheidungen werden von den Ministern jedoch nicht erwartet. Die Maßnahmen gegen das Vordringen der Vogelgrippe müssen von den einzelnen EU-Staaten beschlossen werden.

Nach dem Vogelgrippe-Alarm in Rumänien beraten auch Experten von Bund und Ländern heute in Bonn über das Aktionspaket der Europäischen Union. Bei dem Arbeitstreffen geht es um die rasche Umsetzung der Maßnahmen gegen die Vogelgrippe in Deutschland. Für Vögel, Geflügel und Geflügelfleisch aus den betroffenen Ländern gilt ein Importverbot. Außerdem werden die Kontrollen von Waren und des Reiseverkehrs verstärkt.

Vorsorge statt Panik

Die Weltgesundheitsorganisation WHO verhandele mit dem schweizer Pharmakonzern Roche über Möglichkeiten zur Ausweitung der Produktion von dessen Grippemittel Tamiflu, sagte der zuständige WHO-Direktor Mike Ryan. Das Medikament gilt als bislang einziges, das Schutz vor einer massenhaften Verbreitung der Vogelgrippe bieten kann.

Weltweites Anlegen von Tamiflu-Vorräten

Roche plant bereits eine Verdoppelung der Produktion in diesem und noch einmal im nächsten Jahr, wehrt sich aber gegen einen Patentverzicht, durch den andere Hersteller das Mittel kostengünstiger herstellen könnten. Aus Furcht vor einer Verbreitung der Krankheit legen Regierungen weltweit Tamiflu-Vorräte an.

Mit Griechenland hatte zuvor erstmals ein Mitgliedsland der Europäischen Union (EU) einen Fall von Vogelgrippe bestätigt. Zuvor war der auch für Menschen gefährliche Virusstrang H5N1 in Rumänien und der Türkei nachgewiesen worden. In Asien sind bislang 60 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Experten warnen davor, dass sich das Virus verändern könnte und dann wie ein normales Grippe-Virus von Mensch zu Mensch weitergegeben würde.

Vorbereitung auf Pandemie dauert mindestens sechs Monate

Die Welt braucht nach Einschätzung der Vereinten Nationen mindestens noch sechs Monate, um sich auf eine durch die Vogelgrippe ausgelöste Pandemie vorzubereiten. Vor allem arme Länder in Asien bräuchten Unterstützung bei der Finanzierung von Notfallplänen, sagte der UN-Koordinator für Grippe, David Nabarro.

Es sei unabsehbar, was passiere, wenn Millionen von Menschen plötzlich krank würden und zu sterben begännen. Neben dem Anlegen eines Medikamentenvorrats müsse vor allem sichergestellt werden, dass die armen Länder bei einer Pandemie auch Zugang zu den Grippemitteln bekämen, forderte Nabarro, der sich derzeit mit einer Expertengruppe einen Überblick über das Ausmaß der Vogelgrippe in Thailand, Vietnam und China verschafft.

EU-Außenminister beraten sich in Luxemburg

Die Außenminister der Europäischen Union kommen heute in Luxemburg zu einer Sondersitzung zusammen. Dabei wollen sie unter anderem über Maßnahmen zur Abwehr der Vogelgrippe sprechen. Nach dem Auftauchen der Krankheit in der Türkei und in Rumänien hat die EU-Kommission Einfuhrverbote für Geflügelprodukte verhängt. Entscheidungen werden von den Ministern nicht erwartet. Die Maßnahmen gegen das Vordringen der Vogelgrippe müssen von den einzelnen EU-Staaten beschlossen werden.

Die Minister wollen auch über die Leitlinien bei den Welthandelsgesprächen beraten. Frankreich befürchtet, dass die EU im Rahmen der WTO-Verhandlungen die Agrarsubventionen zu stark kürzen.

Reuters/AP/DPA / AP / DPA / Reuters

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