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Atomenergiebehörde beteiligt sich am Kampf gegen Virus

Die Atomenergiebehörde will schnelle Diagnosen des tödlichen Virus ermöglichen. Auch Mark Zuckerberg engagiert sich im Kampf gegen Ebola. Alles zum Thema gibt es im Tagesrückblick.

Mark Zuckerberg spendet im Kampf gegen Ebola knapp 20 Millionen Euro

Mark Zuckerberg spendet im Kampf gegen Ebola knapp 20 Millionen Euro

+++ 22.36 Uhr: Liberias Pflegekräfte beenden landesweiten Streik +++

Die Gewerkschaft der Pflegekräfte in Liberia hat nach zwei Tagen ihren Aufruf zu einem landesweiten Streikt zurückgenommen. "Auf Bitten der internationalen Gemeinschaft sowie von führenden Vertretern aus Politik, Religion und Gesellschaft haben wir beschlossen, unseren Streik zu beenden", sagt der Generalsekretär der Gewerkschaft, George Williams. Damit wird die Versorgung von Ebola-Patienten in dem westafrikanischen Land wieder verbessert.

Die Arbeitsniederlegungen hatten am Freitag in der Island-Klinik in der Hauptstadt Monrovia begonnen und wurden am Montag auf das ganze Land ausgeweitet, um die Zahlung von ausstehenden Löhnen und Risikoprämien durchzusetzen. Davon betroffen waren auch die Behandlungszentren für Ebola-Patienten. Zuverlässige Angaben über die Beteiligung an den Arbeitsniederlegungen gab es nicht. In einigen Gesundheitszentren von Monrovia schien jedoch die Mehrzahl der Mitarbeiter dem Streikaufruf zu folgen.

+++ 18.50 Uhr: Patientin in den USA: "Mir geht es gut" +++

Der Zustand der Patientin in den USA ist nach ihren eigenen Angaben weiter stabil. "Mir geht es gut", sagte die Krankenschwester, die sich bei einem inzwischen gestorbenen Ebola-Patienten aus Liberia angesteckt hatte, laut Mitteilung des Texas Health Presbyterian Krankenhauses in Dallas. "Ich möchte mich bei allen für die guten Wünsche bedanken." Auch die Ärzte und Krankenschwestern seien weiter zuversichtlich, dass die Frau die Krankheit überstehen werde, hieß es. Wie genau die Frau sich angesteckt hat, war weiterhin unklar. Es war das erste Mal, dass Ebola in den USA von Mensch zu Mensch übertragen wurde.

+++ 18.19 Uhr: Atomenergiebehörde kündigt Hilfe an +++

Am Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika beteiligt sich jetzt auch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Wie die Institution mitteilte, will sie in den kommenden Wochen ein spezielles Gerät nach Sierra Leone schicken, das eine raschere Diagnose des tödlichen Virus ermöglicht als die herkömmlichen Labortests. Mit Hilfe der Methode der sogenannten Reverse-Transkriptase-Polymerasekettenreaktion (RT-PCR) lasse sich das Virus bereits binnen wenigen Stunden nachweisen, erklärte die IAEA weiter. Eine frühe Diagnose aber könne bei entsprechender medizinischer Behandlung die Überlebenschancen deutlich erhöhen.

Neben dem Gerät will die IAEA Kühlsysteme, Diagnosesets und anderes Material zur Verfügung stellen. Ähnliche Hilfen sollen laut IAEA auch die beiden weiteren stark betroffenen Länder Liberia und Guinea erhalten. Die IAEA hatte die RT-PCR-Methode zur Viruserkennung gemeinsam mit der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) entwickelt, sie spielte bei der Ausrottung der Rinderpest eine wichtige Rolle. In den von Ebola betroffenen Ländern wird die Methode bereits eingesetzt, doch fehlt es an der notwendigen Ausrüstung.

+++ 18.03 Uhr: Ministerin in Liberia geht nach Tod ihres Fahrers in Quarantäne +++

Ebola hat auch Liberias Regierung erreicht: Die Transportministerin des westafrikanischen Landes, Angela Cassell-Bush, hat sich selbst Quarantäne verordnet, nachdem ihr Fahrer an Ebola gestorben war. Das gab die Regierung bekannt. Zugleich wies der stellvertretende Informationsminister Isaac Jackson Berichte als falsch zurück, nach denen bei der Politikerin bereits eine Ebola-Infektion bestätigt worden sei.

Das Transportministerium erklärte, der Fahrer sei zuletzt am 3. Oktober zur Arbeit erschienen. Die Inkubationszeit bis zum Ausbruch des Ebola-Virus kann bis zu 21 Tagen betragen. Das Ministerium appellierte zugleich an alle Mitarbeiter, die mit dem Fahrer Kontakt hatten, 21 Tage lang nicht zur Arbeit zu erscheinen.

Am selben Tag wurde bekanntgegeben, dass die Chefin des Gesundheitswesens von Liberia, Bernice Dahn, nach einer selbst verordneten Quarantäne die Arbeit wieder aufgenommen hat. Dahn hatte sich für drei Wochen in Isolation begeben, nachdem ihr Assistent an Ebola gestorben war. Liberia ist mit mehr als 4000 Infizierten sowie mehr als 2300 Toten das am schwersten von der Ebola-Epidemie betroffene Land.

+++ 17.50 Uhr: Zuckerberg spendet knapp 20 Millionen Euro +++

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla spenden 25 Millionen Dollar für den Kampf gegen die Infektionskrankheit Ebola. Die umgerechnet knapp 20 Millionen Euro gehen an die Stiftung der US-Seuchenbehörde CDC (Centers for Disease Control). Die Ebola-Ausbreitung müsse schnell unter Kontrolle gebracht werden, schrieb Zuckerberg in einem Facebook-Eintrag. Das Vermögen des Gründers und Chefs des weltgrößten Online-Netzwerks wurde vom US-Magazin "Forbes" zuletzt auf 34 Milliarden Dollar geschätzt.

+++ 17.31 Uhr: Noch immer Fälle von Heimpflege in Sierra Leone +++

Trotz umfassender Informationskampagnen der Regierung betreuen noch immer einige Familien in Sierra Leone ihre mutmaßlich an Ebola erkrankten Verwandten zu Hause. "Aus manchen Teilen der Stadt berichten einige Familien täglich vom Tod eines Angehörigen. Einige haben sechs Familienmitglieder innerhalb von 30 Tagen verloren", sagt Abdul Deen-Sie, Leiter jener städtischen Gruppe, die in Freetown die Kontaktpersonen von Ebola-Kranken ermitteln soll. Sierra Leone ist neben Guinea und Liberia am schwersten von der Epidemie betroffen.

+++ 17.16 Uhr: WHO: Sterblichkeitsrate liegt bei 70 Prozent +++

Die Überlebenschance für Ebola-Patienten in Westafrika ist offenbar niedriger als die offiziellen Zahlen vermitteln: Wie die Weltgesundheitsbehörde (WHO) mitteilte, liegt die Sterblichkeitsrate in den drei am schwersten betroffenen Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone tatsächlich bei 70 Prozent.

Nach Angaben des stellvertretenden WHO-Chefs Bruce Aylward geben die offiziellen Zahlen von 8914 Infizierten und 4447 Toten die Realität nur unzureichend wieder, da viele Fälle im Dunkeln blieben. Um die wahre Todesrate zu ermitteln, müsse vielmehr das Schicksal von Patienten verfolgt werden. Bei der Überprüfung dieser Patienten, "von denen wir wussten, dass sie krank waren und deren Schicksal wir kannten", sei in allen drei Ländern eine Sterblichkeitsrate von 70 Prozent ermittelt worden, sagte Aylward.

+++ 16.56 Uhr: Flughafen Heathrow startet Screening von Reisenden +++

An Europas größtem Flughafen Heathrow haben Ebola-Kontrollen begonnen. Die ersten Passagiere, die mit indirekten Flugverbindungen aus Westafrika in Großbritannien landeten, mussten Fragen zu ihren Reisedaten und Kontakten beantworten. Außerdem wurde die Temperatur von Ankömmlingen aus Liberia, Guinea und Sierra Leone gemessen. Im Laufe der nächsten Woche wollen die Behörden das Ebola-Screening auf Passagiere am Flughafen Gatwick und Reisende, die mit dem Eurostar aus Frankreich ankommen, ausweiten. Was passiere, wenn jemand die Maßnahme gegen die Ausbreitung des tödlichen Virus verweigere, war zunächst nicht klar.

+++ 16.28 Uhr: Unterstützende Maßnahmen können Patienten retten +++

Frühzeitige unterstützende Maßnahmen können die Überlebenschancen von Ebola-Patienten verbessern. "Ebola hat eine sehr hohe Sterblichkeit und unser therapeutisches Konzept ist, dem Patienten die Zeit zu verschaffen, bis er selbst Antikörper bilden kann", sagte der Mediziner August Stich. Er ist Sprecher des Ständigen Arbeitskreises der Kompetenz- und Behandlungszentren für lebensbedrohliche Erkrankungen (STAKOB) des Robert Koch-Instituts.

Antikörper entwickle der Erkrankte jedoch in der Regel erst zwei Wochen nach dem Auftreten der ersten Symptome. "Die meisten Patienten in Afrika erreichen diesen Zeitpunkt aber gar nicht, weil sie vorher an Austrocknung und banalen Komplikationen sterben."

Den Einsatz experimenteller Medikamente sieht Stich skeptisch: "Kein Mensch weiß, welche Rolle sie bei der Behandlung spielen. Das muss nun erforscht werden."

+++ 16.03 Uhr: Spanische Krankenschwester hat kritischste Phase überstanden +++

Spanische Ärzte sind "vorsichtig" optimistisch, dass die an Ebola erkrankte Krankenschwester der Madrider Klinik Carlos III. überleben wird. Teresa Romero habe die kritischen 14 Tage nach Ausbruch der Krankheit überlebt, ihr Zustand sei zwar weiter "ernst, aber stabil", sagte die behandelnde Ärztin Marta Arsuaga. Zwar könnten immer noch Komplikationen auftreten, doch sei die kritischste Phase überwunden.

Die 44-jährige Krankenschwester pflegte zwei spanische Missionare, die sich in Westafrika mit dem Ebola-Virus infiziert hatten. Sie starben im August und September. Romero steckte sich ersten Erkenntnissen mit der gefährlichen Seuche an, als sie beim Ablegen ihrer Schutzkleidung ihr Gesicht unbeabsichtigt mit einem infizierten Arbeitshandschuh berührte. Sie ist der erste Mensch, der sich in Europa mit dem Ebola-Virus infiziert hat.

+++ 15.32 Uhr: Erster Toter in Deutschland +++

Erstmals ist in Deutschland ein Mensch an Ebola gestorben. Ein zur Behandlung aus Afrika eingeflogener UN-Mitarbeiter erlag im Leipziger Klinikum St. Georg der schweren Krankheit, wie das Krankenhaus mitteilte. Der UN-Mitarbeiter war der dritte Ebola-Patient, der in Deutschland versorgt wurde. "Trotz der intensiven medizinischen Betreuung und den höchsten Anstrengungen der Ärzte und Pfleger konnte der Tod nicht verhindert werden", erklärte Iris Mende, Geschäftsführerin der Klinik. Der Patient habe sich bereits bei der Ankunft in sehr schlechtem Zustand befunden. Sie sprach Familie und Freunden des Mannes im Namen ihres Krankenhauses "tiefes Mitgefühl" aus.

Auf Anordnung des Leipziger Gesundheitsamts wird die Leiche des UN-Experten aus dem Sudan, der sich beim Kampf gegen die in Westafrika wütende Ebola-Seuche in Liberia angesteckt hatte, nun eingeäschert. "Alles andere lässt sich nicht verantworten", sagte Stadt-Sprecher Matthias Hasberg. "Leichen sind genauso infektiös wie noch lebende Patienten."

tob/DPA/AFP/DPA

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