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Klimagipfel in Kopenhagen: Geheimdokumente dokumentieren Scheitern

Nach dem Klimagipfel ist vor dem Klimagipfel. Während in Bonn schon die nächste Klimakonferenz läuft, zeigen bisher geheime Dokumente, warum die Staatschefs in Kopenhagen kein Abkommen zustande gebracht haben.

Gut vier Monate nach dem gescheiterten Weltklimagipfel in Kopenhagen sind bisher geheime Dokumente mit Hinweisen auf die Hintergründe des Versagens aufgetaucht. So haben die dänischen Gastgeber das Ziel bindender Vereinbarungen deutlich früher aufgegeben als bisher bekannt, geht aus einem am Wochenende von der Kopenhagener Zeitung "Politiken" im Internet veröffentlichten Geheimpapier der Kanzlei von Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen hervor.

Dem "Spiegel" liegt ferner ein Tonbandmitschnitt vor, der die Kluft zwischen den Regierungen der EU-Länder auf der einen und China sowie Indien auf der anderen Seite belegt. Demzufolge soll es bei der entscheidenden Verhandlungsrunde am 18. Dezember zwischen den Regierungschefs laut geworden sein.

Am Sonntag begann derweil auf dem Petersberg bei Bonn eine Internationale Klimakonferenz mit Umweltministern aus 45 Ländern. Sie soll der Vorbereitung des nächsten Weltklimagipfels in Mexiko dienen.

Schon Anfang 2009 aufgegeben

In dem dänischen Geheimpapier heißt es, dass schon "Anfang 2009 klar war, dass es keine Grundlage für ein Streben nach einem neuen, juristisch bindenden Klimaabkommen gab". Als Rasmussen das Ziel dann bei einem Asien-Gipfel auch offiziell fallen ließ, wurde dies unter anderem aus der Bundesregierung in Berlin hinter den Kulissen als falsch und in jedem Fall zu früh kritisiert. Der dänische Regierungschef handelte sich auch während des Kopenhagener Treffens massive internationale Kritik wegen Inkompetenz und arroganten Auftretens gegenüber Vertretern der Dritten Welt ein.

Entscheidend für das Ergebnis mit einer unverbindlichen Absichtserklärung sei der Wille des nur zum Abschlusstag angereisten US-Präsidenten Barack Obama gewesen, um jeden Preis mit einer Vereinbarung nach Washington zurückzukehren.

Rasmussen soll wegen des Papiers und seiner bis jetzt anderslautenden öffentlichen Äußerungen vor einen Parlamentsausschuss zitiert werden. Seine Kanzlei lehnte jeden Kommentar ab.

Der dem Spiegel vorliegende Tonbandmitschnitt enthüllt, wie China und Indien eine Einigung auf konkrete Einsparziele von Treibhausgasen blockierten und damit Bundeskanzlerin Angela Merkel und die EU düpierten.

DPA / DPA