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+++ Liveticker zum Attentäter von Toulouse +++ Al-Kaida-nahe Gruppe bekennt sich zu Morden


Der mutmaßliche Attentäter von Toulouse ist tot. Scharfschützen erschossen Mohamed Merah, während er aus dem Fenster sprang. Inzwischen bekannte sich eine Terrorgruppe zu den Attentaten. Die Ereignisse im stern.de-Liveticker.

+++ 17.28 Uhr: Anzeige gegen Merah vor zwei Jahren +++

Eine Frau aus Toulouse hat nach Angaben ihres Anwalts schon vor knapp zwei Jahren zweimal Anzeige gegen den Serienattentäter Mohamed Merah wegen gewalttätiger Al-Kaida-Videos erstattet. Sie habe Merah zweimal angezeigt, weil er ihrem 15-jährigen Sohn Al-Kaida-Videos mit "unerträglichen" Gewaltszenen gezeigt habe, sagte eine Frau, die nicht genannt werden wollte, der Internetausgabe der Zeitung "Télégramme". Ihr Anwalt bestätigte der Nachrichtenagentur AFP die Anzeige, die offenbar nicht weiterverfolgt wurde. Er habe nichts mehr davon gehört.

+++ 16.40 Uhr: Französische Rechte macht Regierung Vorwürfe +++

Nach den Attentaten auf eine jüdische Schule und mehrere Soldaten haben die französischen Rechtsextremisten der Regierung vorgeworfen, ganze Stadtviertel radikalen Islamisten zu überlassen. Die Gefahr werde unterschätzt, sagte die Chefin des Front National, Marine Le Pen, im Hörfunksender France Info. Sie kritisierte, dass die Bildung fundamentalistischer Netze in manchen Vierteln toleriert werde, nur um den sozialen Frieden nicht zu gefährden. "Die Regierung hat Angst", sagte Le Pen. Sie liegt Umfragen zufolge einen Monat vor der Präsidentenwahl hinter dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy und dessen sozialistischem Herausforderer Francois Hollande.

+++ 16.09 Uhr: Al-Kaida-nahe Gruppe bekennt sich zu Taten +++

Nach dem Tod des mutmaßlichen Serienattentäters von Toulouse hat sich eine dem Terrornetzwerk al Kaida nahestehende Organisation zu den Anschlägen in Frankreich bekannt. Die Gruppe namens Dschund al Chilafah (Die Soldaten des Kalifats) forderte Frankreich in einer im Internet veröffentlichten Botschaft auf, seine "feindliche" Politik gegenüber Muslimen aufzugeben.

+++ 14.48 Uhr: Attentäter filmte alle seine Opfer +++

Der Serienmörder von Toulouse hat alle seine Bluttaten gefilmt. Die Filme seien erschreckend deutlich, sagte der zuständige leitende Staatsanwalt François Molins auf einer Pressekonferenz. Beim tödlichen Kopfschuss auf sein erstes Opfer habe er erklärt: "Du tötest meine Brüder, und ich töte dich." Polizisten habe er erklärt: "Wenn ich sterbe, gehe ich ins Paradies - wenn ihr sterbt, Pech für euch!". In einem Wagen seien Maschinenpistolen und Revolver gefunden worden. Der mutmaßliche Serienmörder sei in legitimer Selbstverteidigung erschossen worden.

+++ 13.33 Uhr: Sarkozy will Hasstiraden im Internet bestrafen +++

Der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse ist nach Angaben von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy "identifiziert und außer Gefecht gesetzt". Alle Versuche, ihn lebend zu fangen, seien gescheitert: "Es hat bereits zu viele Tote gegeben." Die Regierung werde nun Lehren ziehen. Künftig werde jeder, der im Internet zu Hass aufrufe, bestraft. Frankreich habe entschlossen und kaltblütig gehandelt und seine Einheit bewahrt. Rachegedanken oder Wut seien jetzt nicht hilfreich, betonte Sarkozy erneut.

+++ 13.37 Uhr: Polizei: Merah wurde im Sprung erschossen +++

Scharfschützen der französischen Polizei haben den mutmaßlichen Serienattentäter Mohamed Merah bei seinem Sprung aus dem Fenster erschossen. Nach Polizeiangaben war der 23-Jährige bereits tot, als er am Boden aufschlug.

+++ 12.54 Uhr: Attentate auch in Deutschland möglich +++

Nach Einschätzung des Chefs der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sind Anschläge wie im französischen Toulouse auch in Deutschland möglich. "Von den rund tausend Sympathisanten des dschihadistischen Terrorismus in Deutschland sind nach Kenntnis der Sicherheitsbehörden etwa 250 Personen in terroristischen Ausbildungscamps im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet gewesen und haben an Trainings teilgenommen", sagte Wendt "Handelsblatt Online". Weder Polizei noch andere Behörden könnten aber 250 "Gefährder" ständig überwachen.

+++ 12.19 Uhr: Sarkozy gratuliert den Einsatzkräften +++

Präsident Nicolas Sarkozy hat der Polizei nach Beendung des Einsatzes gratuliert. "Wir denken jetzt besonders an die von dem Mörder Getöteten und Verwundeten", fügte der Präsident in einer Erklärung hinzu. Der Staatschef will sich am Mittag gegen 13 Uhr in einer Fernsehansprache äußern.

+++ 12.06 Uhr: Verdächtiger stürzte sich aus dem Fenster +++

Der französische Innenminister Claude Guéant hat den Tod des mutmaßlichen Serienattentäters von Toulouse bestätigt. Mohamed Merah habe Widerstand geleistet und auf die Elitepolizisten geschossen, die seine Wohnung am Vormittag gestürmt hatten, berichtete Guéant am Einsatzort. Der Mann habe sich im Badezimmer versteckt gehalten, sei um sich schießend herausgekommen und dann mit der Waffe in der Hand aus einem Fenster gesprungen. Er sei danach tot am Boden gefunden worden.

"Es waren häufige Schuss-Salven, ziemlich schwer. Ein Mitglied des Einsatzkommandos sagte mir, dass er noch nie zuvor ein Feuer von einer derartigen Intensität erlebt hat", sagte Guéant. Zwei Polizisten seien verletzt worden - einer am Bein, die Verletzung des anderen würde noch untersucht. Zuvor hatte es widersprüchliche Meldungen über verletzte Einsatzkräfte gegeben. Gegen 10.30 Uhr seien die Eliteeinheiten durch Fenster und Türen ins Haus eingedrungen und hätten mit Video-Robotern das Innere erforscht.

+++ 12.03 Uhr: Ein Polizist verletzt, zwei unter Schock +++

Bei dem Einsatz in der Wohnung des mutmaßlichen Attentäters wurden 300 Patronen abgefeuert. Ein Polizist wurde Polizeingaben zufolge verletzt, zwei weitere erlitten einen Schock; zunächst war von drei verletzten Polizisten die Rede gewesen. Der Mann soll eine Tasche bei sich gehabt haben, über deren Inhalt zunächst nichts bekannt wurde.

+++ 11.45 Uhr: Drei Polizisten bei Schießerei verletzt +++

Bei dem Einsatz in der Wohnung von Mohamed Merah wurden drei Polizisten verletzt, einer "recht schwer". Der 23-Jährige habe Widerstand geleistet und lieferte sich ein fünfminütiges Feuergefecht mit den Einsatzkräften, teilte die Polizei mit. Am Einsatzort fahren Rettungswagen vor.

+++ 11.35 Uhr: Der Verdächtige ist tot +++

Der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse ist tot. Das berichtet der TV-Nachrichtensender BFM unter Berufung auf die Polizei.

Bei der Erstürmung der Wohnung hatte es eine schwere Schießerei gegeben. Nach eigenen Angaben ging die Polizei auch mit Gas gegen Mohamed Merah vor, um ihn bewegungsunfähig zu machen.

+++ 11.32 Uhr: Schüsse am Haus des Verdächtigen +++

Vor dem Haus, in dem sich der mutmaßliche Serienkiller von Toulouse verschanzt hat, sind schwere Schuss-Salven zu hören. Französische Elitepolizisten haben das Haus umstellt. Der 23-Jährige leistet laut Polizei Widerstand.

+++ 11.14 Uhr: Polizei dringt in Wohnung ein +++

Die Polizei hat die Wohnung des mutmaßlichen Serienattentäters von Toulouse gestürmt. Mitglieder der Eliteeinheit Raid seien in der Wohnung des 23-jährigen Mannes im Osten der südfranzösischen Stadt, verlautete aus Ermittlerkreisen. Der Einsatz dürfte "schnell" zu Ende sein, hieß es weiter.

Die Einsatzkräfte bewegten sich ganz langsam, weil die Wohnung vermint sein könnte, hieß es. Zunächst habe es kein Lebenszeichen von dem 23-Jährigen gegeben.

+++ 11.05 Uhr: Einsatz läuft an +++

Die Polizei hat mit ihrem womöglich entscheidenden Einsatz im Haus des verschanzten mutmaßlichen Serienattentäters in Toulouse begonnen. Das verlautete aus Ermittlerkreisen. Zuvor waren drei schwere Explosionen rund um das Haus im Osten der südfranzösischen Stadt zu hören gewesen.

+++ 10.35 Uhr: Erneut Explosionen in Toulouse +++

In der Nähe des Hauses, in dem sich der mutmaßliche Serienkiller von Toulouse seit mehr als 31 Stunden verschanzt hat, waren drei Explosionen innerhalb einer Minute zu hören. Das berichteten Augenzeugen vor Ort. Die Polizei hat das Gebäude abgeriegelt, in dem sich der Serienmörder verschanzt hat.

+++ 8.50 Uhr: Kein Lebenszeichen vom Verdächtigen +++

Der mutmaßliche Serienattentäter von Toulouse könnte möglicherweise nicht mehr am Leben sein. Er "hoffe", dass der 23-Jährige noch lebe, sagte Innenminister Claude Guéant im Radiosender RTL. Es gebe seit der Nacht keinen Kontakt mehr zu dem Mann, der sich seit mehr als 24 Stunden in seiner Wohnung verschanzt hält. Auf die Explosionen in der Nacht habe der algerischstämmige Franzose keine Reaktion gezeigt. Es sei "ziemlich komisch", dass er nie reagiert habe.

Der Mann habe angekündigt, "mit Waffen in der Hand" sterben zu wollen, sagte Guéant weiter. In der Nacht seien zwei Schüsse vernommen worden, ohne dass klar war, woher sie kamen. Auch Journalisten bestätigten Schüsse gegen zwei Uhr nachts. "Alle Hypothesen sind möglich", ergänzte der Innenminister.

+++ 7.58 Uhr: Kandahar dementiert Merah-Inhaftierung +++

Die Regierung der südafghanischen Provinz Kandahar hat vehement dementiert, dass der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse dort inhaftiert war. "Nach den gesamten Unterlagen der Justiz- und Sicherheitsbehörden in Kandahar haben wir nie einen französischen Staatsbürger namens Mohamed Merah inhaftiert", teilte das Büro des Gouverneurs mit. Die Provinzregierung widersprach damit Angaben des Direktors des Zentralgefängnisses in Kandahar-Stadt, Ghulam Faruk.

+++ 7.43 Uhr: Sarkozy gewinnt in der Wählergunst +++

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat nach den Anschlägen von Toulouse in der Wählergunst zugelegt. In der ersten Umfrage nach dem Angriff auf eine jüdische Schule lag der Staatschef zumindest für den ersten Wahlgang am 22. April in Führung: Danach würde er seinen sozialistischen Herausforderer Francois Hollande mit 30 zu 28 Prozent schlagen. Den entscheidenden zweiten Durchgang am 6. Mai würde Hollande der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage zufolge allerdings unverändert mit einem Vorsprung von acht Prozentpunkten gewinnen.

+++ 00.50 Uhr: Keine Erstürmung der Wohnung +++

Die Polizei in Toulouse hat nach Angaben des französischen Innenministeriums doch nicht mit der Erstürmung des Verstecks des mutmaßlichen Attentäters begonnen. Es habe zwar Explosionen in dem Wohnhaus gegeben, teilte das Ministerium mit. Diese seien aber dazu gedacht, den Verdächtigen einzuschüchtern. "Es gibt keine Erstürmung." Der Mann habe offensichtlich seine Meinung geändert und wolle nicht aufgeben, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatte es in Polizeikreisen geheißen, die Erstürmung des Verstecks habe begonnen.

+++ 00.06 Uhr: Explosionen in Toulouse +++

In der Nähe des Hauses, in dem sich der mutmaßliche Serienkiller von Toulouse seit mehr als 20 Stunden verschanzt hat, waren am späten Mittwochabend drei Explosionen zu hören. Das berichteten französische Medien.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet, könnten die Explosionen nach Meinung eines Spezialisten das Zeichen eines Angriffs sein. Fernsehbilder zeigen jedoch eine abgeriegelte und völlig ruhige Straße. Eine Fernsehreporterin sagte, es könne sich auch um eine Einschüchterungstaktik handeln. "Er sagte, er wolle sich stellen, er hat seine Meinung geändert, wir erhöhen den Druck auf ihn", erklärte auch ein weiterer Spezialist der Nachrichtenagentur AFP.

mlr/DPA/AFP/Reuters DPA Reuters

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