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+++Libyen im Liveticker+++ Rebellen schießen Kampfjet ab


Die Truppen von Gaddafi versuchen die Stadt al Sawija unter ihre Kontrolle bringen, doch die Aufständischen wehren sich erbittert - in Ras Lanuf haben sie einen Kampfflugzeug abgeschossen.

+++ 18:54 Uhr: Rebellen schießen Kampfflugzeug ab +++

Aufständische Rebellen im Osten Libyens haben nach eigener Darstellung ein Kampfflugzeug der Luftwaffe des Landes abgeschossen. Das Flugzeug sei bei Ras Lanuf getroffen worden, sagte ein Kämpfer der Rebellen. Einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters wurde ein abgeschossenes Flugzeug gezeigt. Den Piloten sei der Kopf zum Teil abgerissen worden. Aufständische hatten am Vortag die Stadt eingenommen. Flugzeuge und Hubschrauber von Machthaber Muammar Gaddafi überflogen seither wiederholt Stellungen der Rebellen. Diese beschossen die Flugzeuge.

+++ 17:45 Uhr: 1200 Flüchtlinge auf Kreta angekommen +++

Der Exodus von Ausländern aus Libyen dauert an. Im Hafen Iraklion auf der Mittelmeerinsel Kreta lief eine griechische Fähre mit insgesamt 1200 Menschen an Bord ein. Mehr als 800 stammen aus Bangladesch. Die anderen Passagiere kommen aus den Philippinen und Korea. An Bord war auch ein Deutscher, berichtete das griechische Staatsradio.

Eine zweite Fähre mit rund 1000 Menschen an Bord wird am Abend in Iraklion erwartet. Bis Montag sollen insgesamt 2700 Ausländer aus Libyen auf Kreta ankommen.

+++ 16:24 Uhr: 191.000 Menschen fliehen aus Libyen +++

Mehr als 191.000 Menschen sind nach Angaben der Uno bisher vor der Gewalt in Libyen außer Landes geflohen. Zudem seien rund zehntausend Menschen derzeit auf dem Weg zur ägyptischen Grenze, wo sie in zwei oder drei Tagen eintreffen dürften, teilte das UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) mit. Bis Donnerstag seien mehr als 104.000 Menschen nach Tunesien, 85.000 nach Ägypten und 4000 nach Algerien geflohen. Die Mehrheit der Flüchtlinge seien Gastarbeiter. Nach Angaben von OCHA nahm der Flüchtlingsstrom deutlich ab, seitdem die Truppen des libyschen Machthabers al Gaddafi die Kontrolle über die Grenzübergänge nach Tunesien übernahmen.

+++ 15:46 Uhr: Deutsche Bundeswehr-Maschinen sind zurück +++

Nach ihren Evakuierungseinsätzen in Libyen sind die sechs Transall-Maschinen der Bundeswehr nach Deutschland zurückgekehrt. Sie landeten auf dem Fliegerhorst Wunstorf in der Nähe von Hannover. An Bord waren 156 Soldaten, die an den Evakuierungen aus Libyen beteiligt waren. Zuletzt flogen sie am Samstag vergangener Woche 137 Menschen nach Kreta aus, darunter 22 Deutsche. "Die Männer sind auf unsere Maschine zugestürmt, alle wollten mit. Glücklicherweise mussten wir niemanden zurücklassen", sagte ein Oberstaatsfeldwebel, der den Einsatz mit koordinierte.

+ + + 14:47 Uhr Niederländische Soldaten der Spionage bezichtigt + + +

Drei niederländische Marineflieger, die bei einer missglückten Befreiungsaktion in Libyen in Gefangenschaft geraten sind, werden jetzt der Spionage bezichtigt. Das berichtete der niederländische Rundfunk NOS unter Berufung auf das libysche Staatsfernsehen. Die Soldaten waren Mitte der Woche mit ihrem Hubschrauber von dem Kriegsschiff "MS Tromp" gestartet und in der libyschen Stadt Sirte gelandet, um zwei Niederländer auszufliegen. Unmittelbar nach der Landung wurden sie von einer Gaddafi-treuen Milizgruppe angegriffen und gefangen genommen. Die Niederlande bemühen sich in intensiven Verhandlungen um die Freilassung der drei Marineflieger

+ + + 14:28 Uhr Gaddafis hat weiter Millionen-Einnahmen aus Öl-Exporten + + +

Trotz internationaler Sanktionen verfügt die libysche Führung um Machthaber Muammar al Gaddafi einem Bericht zufolge nach wie vor über Millionen-Einnahmen aus Ölexporten. Die britische "Financial Times" berichtet unter Berufung auf einen westlichen Vertreter und mehrere Händler, dass die Zahlungen für ausgeführtes Öl ungeachtet der Krise weiter zur libyschen Zentralbank gelangten und so vermutlich auch von Gaddafi kontrolliert würden. Mit dem Ölexport der vergangenen zwei Wochen habe Libyen umgerechnet 550 Millionen Euro Umsatz gemacht. Die Exporte gingen nun zwar zurück. Chinesische oder indische Firmen würden aber weiterhin libysches Öl kaufen.

+ + + 14:48 Uhr Mindestens 30 Tote in Sawija + + +

Bei Kämpfen zwischen Rebellen und regierungstreuen Truppen sind in der libyschen Stadt Sawija nach Angaben eines Arztes am Samstag mindestens 30 Menschen getötet worden. Die meisten von ihnen seien Zivilisten, sagte der Mediziner der Nachrichtenagentur Reuters. Dabei handele es sich um bestätigte Todesfälle. Die tatsächliche Zahl liege höher, sagte der Arzt, der in einer Behelfsklinik im Zentrum von Sawija arbeitet.

+ + + 13.30 Uhr Weiterer Angriff auf al Sawija + + +

Die Schlacht um die von Aufständischen gehaltene Stadt al Sawija, 50 Kilometer westlich von Tripolis, geht weiter. Nach einem weiteren Abwehrerfolg der Gegner des Regimes von Muammar al Gaddafi treten Regierungstruppen am Mittag zu einem neuen Großangriff zur Eroberung der Stadt westlich der Hauptstadt Tripolis an.

+++ 12.00 Uhr Augenzeugen: Regime-Truppen ziehen sich aus al Sawija zurück +++

Nach heftigen Kämpfen am frühen Morgen haben sich die Truppen des libyschen Staatschefs Muammar al Gaddafi wieder aus dem Inneren der Stadt al Sawija zurückgezogen. Aufständische in der Stadt 50 Kilometer westlich von Tripolis hätten die Angreifer, die auch Panzer und Artillerie einsetzten, zurückgeschlagen, berichtete ein Augenzeuge dem arabischen Nachrichtensender al Dschasira. Eine große Menschenmenge habe sich indes auf dem zentralen Märtyrerplatz versammelt, um den Erfolg gegen die Gaddafi-Truppen zu feiern. Augenzeugen zufolge waren die Kämpfe in den Morgenstunden äußerst blutig. Angaben über Todesopfer lagen zunächst nicht vor.

+ + + 11:55 Uhr Rebellen nehmen Ras Lanuf ein + + +

Gegner des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi haben nach eigener Darstellung im Osten des Landes weitere Gebiete eingenommen. So sei die Stadt Bin Dschawad unter ihrer Kontrolle, teilten die Rebellen mit. Auch den wichtigen Ölhafen Ras Lanuf beherrschen sie.

+ + + 11:15 Uhr US- und Nato-Einheiten auf Kreta eingetroffen + + +

Die USA und andere Nato-Staaten ziehen starke Einheiten auf dem großen Stützpunkt von Souda im Westen der Mittelmeerinsel Kreta zusammen. Wie griechische Medien und Augenzeugen aus der Region berichteten, sind bereits zwei große amerikanische Schiffe in der Bucht von Souda eingelaufen, darunter der Hubschrauberträger "USS Kearsarge". An Bord seien rund 1200 Besatzungsmitglieder, darunter fast 800 Marineinfanteristen, berichtete der griechische Rundfunk. Das Schiff eignet sich sowohl für Landungsunternehmen wie auch für Evakuierungsaktionen. Zudem sollen im nahegelegenen Flughafen von Souda-Akrotiri Spezialeinheiten aus verschiedenen Nato-Staaten, darunter auch aus Deutschland, angekommen sein. Die Bucht und der Flughafen von Souda sind Teile eines der größten Marine- und Luftwaffenstützpunkte der Nato und der USA sowie der griechischen Streitkräfte im Mittelmeer. Schiffe können von dort binnen neun Stunden die libysche Küste erreichen, Kampfjets brauchen etwa 20 Minuten.

+ + + 10.55 Uhr Deutsche Schiffe beginnen mit Hilfsaktion vor Tunesien + + +

Die deutsche Marine hat vor der tunesischen Küste mit einer Hilfsaktion für geflohene Ausländer aus dem krisengeschüttelten Libyen begonnen. Nun würden die ersten der vermutlich mehreren hundert Flüchtlinge an Bord gebracht, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr. Noch im späteren Tagesverlauf sollten die Schiffe Kurs auf Ägypten nehmen. Am Samstagmorgen waren zwei Fregatten und ein Einsatzgruppenversorger vor dem Hafen der Stadt Gabes eingetroffen.

+ + + 10.35 Uhr Explosion in Benghazi: Zahl der Toten steigt + + +

Die Zahl der Toten bei der Explosion eines Waffendepots in der Nähe von Benghazi ist auf mindestens 27 gestiegen. Nach Krankenhausangaben wurden bei dem Vorfall am Freitagabend dutzende Menschen verletzt. Ob die Explosion durch einen Unfall, Sabotage oder einen Luftangriff ausgelöst wurde, war noch unklar. Niemand habe jedoch ein Flugzeug gesehen, sagte Mustafa Gheriani, ein Sprecher des sogenannten Nationalrats, den die Rebellen im von ihnen kontrollierten Osten des Landes ins Leben gerufen haben.

+ + + 09:40 Uhr al Sawija weiter umkämpft + + +

Die Kämpfe zwischen Truppen des libyschen Staatschefs Muammar al Gaddafi und Aufständischen im westlibyschen al Sawija gehen unvermindert weiter. Die Stadt 50 Kilometer westlich von Tripolis sei heftig mit Artillerie und Panzergranaten beschossen worden, sagte ein Augenzeuge dem arabischen Nachrichtensender al Dschasira. Die Kämpfe zwischen Regimetruppen und Aufständischen waren am Freitag ausgebrochen - allein an diesem Tag sollen nach Medienberichten in al Sawija mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Lage ist unübersichtlich. Beide Seiten geben an, die Stadt zu kontrollieren.

+ + +07:46 Uhr Deutsche Schiffe treffen vor tunesischer Küste ein + + +

Im Zuge der vom Auswärtigen Amt koordinierten Hilfsaktion für geflohene Ausländer aus dem krisengeschüttelten Libyen haben drei deutsche Marineschiffe die tunesische Küste erreicht. Die zwei Fregatten und ein Einsatzgruppenversorger trafen am Samstagmorgen vor dem Hafen der Stadt Gabes ein, wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr der Nachrichtenagentur AFP sagte. Dort warteten sie nun auf den genauen Auftrag.

lea/Reuters/DPA/AFP DPA Reuters

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