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Mehr als 80 Menschen an Bord: Land in Sicht: Justiz erlaubt der "Open Arms" Anlegen auf Lampedusa

Die wochenlange Irrfahrt auf dem Mittelmeer brachte die Menschen an Bord der "Open Arms" an ihre Grenzen und darüber hinaus. Es spielten sich dramatische Szenen ab. Jetzt hat die italienische Justiz entschieden: Das Schiff darf auf Lampedusa anlegen.

Schiff "Open Arms" vor Lampedusa

Mehrfach waren in den vergangenen Tagen Menschen in ihrer Verzweiflung von Bord der "Open Arms" ins Mittelmeer gesprungen

DPA

Die italienische Justiz hat die Landung der seit Tagen auf dem Rettungsschiff "Open Arms" festsitzenden Flüchtlinge auf Lampedusa angeordnet. Nach einer Inspektion des Schiffes durch Ermittler und zwei Ärzte und angesichts der schwierigen Lage an Bord habe der sizilianische Staatsanwalt Luigi Patronaggio angeordnet, die Menschen noch am Dienstag auf Lampedusa an Land zu bringen, erklärte die Justiz am Abend. Das Schiff solle beschlagnahmt werden.

Vor Lampedusa: Verzweifelte Migranten springen von Rettungsschiff ins Meer

Spanien entsandte Marineschiff zur "Open Arms"

Einige der noch mehr als 80 Flüchtlinge an Bord harren bereits seit mehr als zwei Wochen auf dem Schiff aus. Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte sich geweigert, die Menschen an Land gehen zu lassen, obwohl sich sechs EU-Staaten zu ihrer Aufnahme bereit erklärt hatten.

15 Migranten waren am Dienstag von Bord der "Open Arms" gesprungen, um nach Lampedusa zu schwimmen. Sie wurden den Angaben zufolge durch die italienische Küstenwache gerettet und auf die Insel gebracht.  Spanien hatte daraufhin die Entsendung eines Marineschiffs angekündigt, das die Flüchtlinge nach Mallorca bringen sollte.

Die Beschlagnahmung der "Open Arms" erfolge im Rahmen der Ermittlungen wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung und des Amtsmissbrauchs, erklärte Patronaggio. Die sizilianische Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen eingeleitet, um die Befehlskette dafür zu klären, wer die "Open Arms" daran hinderte, in Lampedusa anzulegen. "Wenn jemand denkt, dass er mir mit der x-ten Klage und Forderung nach einem Prozess Angst einjagen kann, irrt er sich", entgegnete Salvini im Onlinedienst Facebook.

wue / AFP