HOME

Burkina Faso: Präsident nimmt geplante Verfassungsänderung zurück

Nach fast drei Jahrzehnten an der Macht wollte Burkina Fasos Präsident Blaise Compaore seine Amtszeit verlängern lassen. Das Volk protestierte und das Militär putschte. Jetzt ruderte Compaore zurück.

Demonstranten in den Straßen der Hauptstadt Ouagadougou

Demonstranten in den Straßen der Hauptstadt Ouagadougou

Nach tagelangen Protesten gegen die Regierung von Burkina Faso und blutigen Unruhen hat das Militär am späten Donnerstagabend die Kontrolle übernommen.

Wie afrikanische Medien berichten, kündigten die Militärs die Bildung einer Übergangsregierung an. Armeechef Honore Traore sagte demnach in Ouagadougou, er erwartete eine Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung "innerhalb von zwölf Monaten".

Präsident Blaise Compaore lehnte einen sofortigen Rücktritt ab. Zugleich kündigte er in einer vom Radiosender Omega verbreiteten Rede an die Nation an, von einer geplanten Verfassungsänderung abzusehen. Nach dieser hätte er eine weitere Amtszeit anstreben können. Der 63-Jährige ist seit 1987 an der Macht.

Compaore hob den am Donnerstag ausgerufenen Ausnahmezustand wieder auf. In der Rede an die Nation bestätigte er die Auflösung des Parlaments. Diese Schritte sollten den Weg in eine Übergangsphase erleichtern, an deren Ende er die Macht an einen demokratisch gewählten Präsidenten übergeben wolle, hieß es.

Mindestens ein Toter bei den Protesten

In der Hauptstadt Ouagadougou waren zuvor erneut Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen eine geplante Wiederwahl von Compaore zu protestieren. Dabei kam es zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei. Unter anderem wurde das Parlamentsgebäude in Brand gesetzt. Bei den Zusammenstößen sei mindestens ein Mensch ums Leben gekommen, berichtete die BBC.

Das Parlament plante zuletzt eine Verfassungsänderung, wonach Compaore eine weitere Amtszeit hätte anstreben können. Compaore wollte mit der Auflösung des Parlaments nun die "Voraussetzungen für eine neue Perspektive" schaffen. Er rief die Oppositionsführer auf, die Unruhen zu beenden. Einen von ihnen zitierte die BBC aber mit den Worten: "Nur der Rücktritt von Präsident Compaore kann unserem Land den Frieden bringen."

Burkina Faso mit etwa 17 Millionen Einwohnern ist eines der ärmsten Länder der Welt.

nck/DPA/AFP / DPA