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Chemiewaffenvernichtung in Syrien Ban Ki Moon verteidigt Zahl der Inspekteure


UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hält den Einsatz von rund 100 Waffeninspekteuren in Syrien für notwendig. Weiterhin gebe es viele Gegner der Chemiewaffenzerstörung.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hält den Einsatz von rund 100 Waffeninspekteuren in Syrien für notwendig, um die Zerstörung der syrischen Chemiewaffen zu überwachen. Eine gemeinsame Mission der Vereinten Nationen und der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OVCW) werde bis zu ein Jahr Zeit für ihren äußerst gefährlichen Auftrag benötigen, erklärte Ban in einem am Montag dem UN-Sicherheitsrat in New York übergebenen Bericht.

Ban warnte vor den "beispiellosen Gefahren", denen die Waffeninspekteuere ausgesetzt sein würden. Die Experten müssten "Frontlinien überqueren und in einigen Fällen Gebiete, die von bewaffneten Gruppen kontrolliert werden, die dieser gemeinsamen Mission gegenüber feindlich eingestellt sind". Die zu zerstörenden Chemiewaffen seien "gefährlich zu handhaben, gefährlich zu transportieren und gefährlich zu zerstören", fügte Ban hinzu.

Vor allem in städtischen Gebieten wie Damaskus, Homs und Aleppo würden die internationalen Spezialisten unter "gefährlichen und unberechenbaren Konditionen" arbeiten müssen. "Schwerer Artilleriebeschuss, Luftangriffe, Mörserfeuer und der wahllose Beschuss von Gebieten, die von Zivilisten bewohnt sind, sind alltäglich und die Gefechtlinien verschieben sich schnell", warnte Ban.

"Zwei oberste Prioritäten"

Die Einsatzzentrale der Mission von UNO und OVCW solle in der syrischen Hauptstadt Damaskus sein, das Basislager in Zypern, fügte Ban in dem Bericht hinzu. Bis zum 30. Juni 2014 solle der Einsatz der Wissenschaftler, Logistik- und Sicherheitsexperten beendet sein. Zugleich erklärte der UN-Generalsekretär, selbst unter "den friedlichsten und gutartigsten Bedingungen" wäre der Zeitplan "ambitioniert".

Ban nannte als seine "zwei obersten Prioritäten" die Zerstörung des syrischen Chemiewaffenprogramms und die Sicherheit der Experten der Mission aus UNO und OVCW, die sich freiwillig für diese Aufgabe gemeldet hätten.

Derzeit ist ein kleines Team von rund 20 internationalen Experten in Syrien. Am Sonntag zerstörten sie die ersten Raketensprengköpfe, Bomben und Ausrüstung zum Mischen und Abfüllen von Chemikalien. Das syrische Chemiewaffen-Arsenal, unter anderem Sarin und Senfgas, wird auf tausend Tonnen geschätzt, verteilt auf landesweit 45 Standorte.

Zerstörung der Produktionsstätten bis 1. November

Am Montag hatten die USA die Kooperationsbereitschaft der syrischen Regierung bei der Vernichtung ihres Chemiewaffenarsenals gelobt. Der Prozess habe "in Rekordzeit" begonnen, sagte US-Außenminister John Kerry am Rande des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) in Indonesien.

Der UN-Sicherheitsrat hatte Ende September eine Resolution verabschiedet, wonach das syrische Chemiewaffenarsenal bis Mitte 2014 vernichtet werden soll. Bis 1. November sollen demnach die Produktionsstätten zur Herstellung von Chemiewaffen zerstört werden. Mit der Resolution reagierte der Sicherheitsrat auf einen Angriff mit Saringas, bei dem am 21. August in einem Vorort von Damaskus hunderte Menschen getötet worden waren.

Im Nordwesten Syriens begannen Rebellen am Montag eine Großoffensive gegen zwei strategisch wichtige Armeestützpunkte. Der unter dem Namen "Erdbeben" laufende Einsatz richte sich gegen die Lager Wadi Deif und Hamidije in der Provinz Idleb, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dabei seien mindestens zehn Soldaten getötet und drei Panzer zerstört worden, zudem hätten die Aufständischen vier Soldaten gefangen genommen. Auch mindestens vier Rebellen seien getötet worden.

jat/AFP AFP

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