VG-Wort Pixel

US-Präsident und Covid-19 Die haarsträubendsten Aussagen von Donald Trump in der Coronakrise


US-Präsident Donald Trump hat in der Coronakrise bislang vor allem durch seine Kurswechsel auf sich aufmerksam gemacht – und durch fragwürdige Äußerungen. Eine Auswahl.

Die Coronavirus-Pandemie trifft mittlerweile auch die USA mit voller Wucht. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, im US-Bundesstaat Maryland, waren in den Vereinigten Staaten am Freitagmorgen 85.900 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert, mehr als in jedem anderen Land der Welt. 1296 Erkrankte sind demnach gestorben – die meisten in New York.

US-Präsident Donald Trump fährt in der Krise einen Zickzackkurs: Nachdem er die Gefahren durch das Virus zunächst kräftig heruntergespielt hatte, wechselte er in die Rolle des tatkräftigen Krisenmanagers der die Öffentlichkeit mit nahezu täglichen Pressekonferenzen auf dem Laufenden hält und leitete eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie in den Vereinigten Staaten ein. Angesichts der wirtschaftlichen Probleme, die auf diese Maßnahmen folgten, verkündete Trump dann, er wolle das Land bis Ostersonntag wieder weitgehend im Normalbetrieb sehen. Die Folgen der Schutzmaßnahmen gegen Covid-19 seien verheerender als die Auswirkungen der Pandemie.

Donald Trumps sorgt in Coronakrise für Unverständnis

Doch nicht nur die Kurswechsel des Präsidenten irritieren, auch viele seiner Aussagen über die Coronavirus-Pandemie stoßen auf Unverständnis. Die Zitate sprechen für sich selbst. Hier eine Auswahl:
 

"Wir haben es völlig unter Kontrolle. Es ist eine Person, die aus China kommt. Wir haben es unter Kontrolle. Es wird alles gut werden."

Trump am 22. Januar in einem Interview des TV-Senders CNBC.
 

"Nun, das Virus, von dem wir sprechen - viele Leute denken, dass es im April mit der Hitze verschwindet - wenn die Hitze eintritt. Normalerweise verschwindet das Virus im April. Aber wir sind in guter Verfassung. Wir haben zwölf Fälle - elf Fälle, und viele von ihnen sind jetzt in guter Verfassung."

Trump am 10. Februar im Weißen Haus.
 

"Jetzt politisieren die Demokraten das Coronavirus. Das wissen Sie doch, oder? Das Coronavirus. Sie politisieren es. (...) Einer meiner Leute kam zu mir und sagte: 'Herr Präsident, sie haben versucht, Sie in der Russland-Sache zu schlagen, Russland, Russland. Das hat nicht so gut geklappt. Sie schafften es nicht. Sie probierten es mit dem Amtsenthebungsschwindel wegen eines tadellosen Telefongesprächs. Sie haben alles versucht, sie versuchen es immer wieder seit Sie im Amt sind. (...) Und das ist ihr neuer Schwindel.'"

Trump Ende Februar auf einer Wahlkampfveranstaltung in South Carolina.

"35.000 Menschen sterben jedes Jahr im Durchschnitt an der Grippe. Wusste das jemand? (...) Es könnten bis zu 100.000 sein. (...) Es sterben bis zu 100.000 Menschen pro Jahr, und bis jetzt haben wir in den Vereinigten Staaten niemanden durch das Coronavirus verloren. Niemanden. Und das bedeutet nicht, dass niemand sterben wird, und wir sind vollkommen vorbereitet, es bedeutet nicht, dass niemand sterben wird. Aber denken Sie daran. Man hört 35.000 und 40.000 Menschen, und wir haben niemanden verloren, und man wundert sich, dass die Presse im Hysterie-Modus ist."

Trump Ende Februar auf derselben Wahlkampfveranstaltung.
 

"Das Virus wird keine Chance gegen uns haben!"

Trump am 11. März, als in den USA bereits 1.215 Corona-Infizierte registriert wurden und sein Berater aus der Anti-Corona-Taskforce, der Immunologe Anthony Fauci, klargestellt hatte: "Die Dinge werden noch schlimmer werden. Unter dem Strich wird es noch schlimmer werden."
 

"Nein, ich übernehme überhaupt keine Verantwortung"

Trump auf die Frage, ob er Verantwortung für den Mangel an Tests auf das Coronavirus trage.
 

"Ich bin – lassen Sie es mich so sagen: Ich bin nicht besorgt."

Trump, der mit seinen 73 Jahren zur Risikogruppe zählt, auf den Hinweis, dass er direkten Kontakt zu einem an Covid-19 erkrankten Mitarbeiter des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro hatte. Später ließ Trump sich dann doch lieber testen – mit negativem Ergebnis.
 

"Nun, ich denke, das ist eine boshafte Frage (...) Ich habe es nicht getan. Wir haben eine Gruppe von Leuten. Ich könnte Tony [Anthony Fauci, Anm. d. Red.] vielleicht danach fragen, denn ich weiß nichts darüber. Ich meine, Sie sagen, wir waren das. Ich weiß nichts darüber."

Trump auf die Frage eines Reporters, wie er jegliche Verantwortung von sich weisen könne, obwohl er 2018 die Pandemie-Abteilung innerhalb seines Nationalen Sicherheitsrates aufgelöst habe und die Beamten, die dort gearbeitet hätten, sagen würden, dass dadurch jetzt wertvolle Zeit im Kampf gegen dis Coronavirus verloren gegangen sei.
 

"Ich habe immer gewusst, das ist eine echte - das ist eine echte - das ist eine Pandemie. Ich hatte das Gefühl, dass es eine Pandemie war, lange bevor es Pandemie genannt wurde. Man brauchte sich nur andere Länder anzusehen. ... Nein, ich habe es immer als sehr ernst angesehen."

Trump am 16. März auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus.
 

"Ich würde sagen, dass Sie ein schrecklicher Reporter sind, das würde ich sagen! Ich denke, das ist eine sehr bösartige Frage, und ich denke, es ist ein sehr schlechtes Signal, das Sie an das amerikanischen Volk senden. Das amerikanische Volk sucht nach Antworten und Hoffnung, und Sie betreiben Sensationsmache. (...) Lassen Sie mich Ihnen etwas sagen: Das ist eine wirklich schlechte Berichterstattung. Sie sollten sich wieder der Berichterstattung widmen, statt der Sensationsgier (...) Sie sollten sich schämen."

Trump Ende vergangener Woche auf diese Frage des NBC-Korrespondenten Peter Alexander: "Was würden Sie den Amerikanern sagen, die Angst haben? Ich schätze, fast 200 Tote, 1.400 die erkrankt sind; Millionen, wie Sie gesehen haben, die jetzt Angst haben. Was sagen Sie zu den Amerikanern, die gerade zuschauen und Angst haben?"
 

"Es ist überhaupt nicht rassistisch, nein. Überhaupt nicht. Es kommt aus China. Deshalb. Es kommt aus China. Ich will präzise sein."

Trump auf die Frage, warum er trotz Berichten über Dutzende gegen chinesischstämmige Amerikaner gerichtete Vorfällen im Land immer vom "chinesischen Virus" spricht, statt vom Coronavirus.
 

"Wir haben fantastische Arbeit geleistet. Das Einzige, was wir nicht gut gemacht haben, ist eine gute Presse zu bekommen. Wir haben fantastische Arbeit geleistet, aber sie wurde nicht gewürdigt."

Trumps Antwort auf eine Frage zu Kritik des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden an der Reaktion seiner Regierung auf die Pandemie.

"Wir verlieren jährlich Tausende von Menschen durch die Grippe. Wir legen das Land nie still. Wir verlieren viel mehr als das durch Autounfälle. Wir haben die Autofirmen nicht angerufen und gesagt: 'Hört auf, Autos herzustellen. Wir wollen keine Autos mehr.'  Wir müssen wieder an die Arbeit gehen."

Trump am 24. März in einem Fox-News-Interview über eine baldige Rückkehr des Landes in den Normalmodus wegen der wirtschaftlichen Probleme.
 

CNN-Autor und Trump-Kritiker Chris Cillizza, der einige dieser Äußerungen von Trump in einem Video zusammengestellt hat, schlussfolgert am Ende seines Clips über das Auftreten des Präsidenten: "Alle seine Worte machen die Sache nur noch schlimmer."

Quellen: Weißes Haus 1, Weißes Haus 2CNN 1, CNN 2, "Axios", "Politico", "Snopes"

<br/>

Alles zum Coronavirus


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker