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Verbindungen zu Russland: Was Fox News und "Breitbart" aus den FBI-Ermittlungen um Trump machen

Die Aussage des FBI-Direktors war ein Doppelschlag gegen US-Präsident Donald Trump. So sehen das aber nicht alle Medien. Fox News und "Breitbart", beide tendenziell Trump wohlgesonnen, gehen das Thema auf ihre eigene Weise an.

Der US-Präsident Donald Trump (l.) und der FBI-Direktor James Comey

US-Präsident Donald Trump (l.) dürfte die Aussage von FBI-Direktor James Comey nicht gefallen haben

Die Aussagen von James Comey hatten einschlagende Wirkung: Der FBI-Direktor bestätigte vor dem Untersuchungsausschuss im Kongress, dass seine Behörde eine mögliche Einflussnahme aus Russland auf die US-Wahl 2016 untersuche und dabei auch die "Natur der Verbindungen zwischen Mitgliedern von Trumps Kampagne und der russischen Regierung" prüfe. Da die Ermittlungen noch liefen, könne er nicht mehr sagen. Zudem stellte Comey klar: Für Donald Trumps Anschuldigungen, sein Vorgänger Barack Obama habe ihnabhören lassen, gibt es keinerlei Belege. Man habe das "sorgfältig geprüft".

Beides sind keine guten Nachrichten für den amtierenden US-Präsidenten. Zum einen steht er (mal wieder) als Lügner da, zum anderen wird wegen möglicher "Kontakte" sowie "Koordination" zwischen seinem Team und Russland während des Wahlkampfes von der US-Bundespolizei offiziell ermittelt. Entsprechend ordnen dies auch viele große US-Nachrichtenportale ein, die Trump gern pauschal als "Fake News" beschimpft. Doch nicht alle Medien haben sich - so zumindest seine Sicht - gegen ihn verschworen.

Fox News und "Breitbart" berichten oft wohlwollend über Trump - und im Gegenzug zieht er sie regelmäßig als Quelle für seine Behauptungen heran. Wie aber könnte man die brisanten Aussagen des FBI-Direktors so drehen, dass Trump am Ende nicht als Depp dasteht?


"Breitbart": Den Fokus gibt der US-Präsident vor

Das US-Nachrichtenportal "Breitbart" wurde lange Zeit von dem Mann geführt, der nun Trumps Chefstratege im Weißen Haus ist: Stephen Bannon. Offiziell hat er alle Verbindungen abgebrochen, dennoch ist die Webseite klar pro-Trump. Die Anhörung des FBI-Direktors begleitet man dort am Freitag mit einem Liveticker. Darin und in einem separaten, kurzen Artikel wird über die Ermittlungen berichtet. Im Ticker wird der Fokus allerdings mehr auf das Lieblingsthema von Trump gelegt: Die Informanten in den US-Geheimdiensten, die Medien immer wieder mit geheimen Informationen versorgen. Kurz vor der Anhörung hatte Trump getwittert: "Die wahre Geschichte, die der Kongress, das FBI und alle anderen sich angucken sollten, ist die Weitergabe von geheimen Informationen. Müssen Informanten jetzt finden!" Comey hatte sich während der Anhörung auch dazu geäußert und diese scharf verurteilt. 

In dem Themenblock auf "Breitbart" finden sich direkt neben dem Ticker noch drei weitere Artikel. Einer heißt "Fake News - Trump hat die Schnauze voll von Russland-Verschwörungen". Darin werden ein paar Tweets des Präsidenten wiedergegeben. Im zweiten kommt bereits in der Überschrift ein republikanischer Politiker mit dem Satz "diese Geheimdienst-Lecks müssen aufhören" zu Wort. Der dritte Artikel soll augenscheinlich die Glaubwürdigkeit von FBI-Mann Comey diskreditieren. Darin heißt es, er preise eine umstrittene Cybersecurity-Firma an, obwohl diese in der Vergangenheit nachgewiesen falsch lag. Die Richtung ist klar: Wichtiger als die Ermittlungen gegen Trump und sein Team ist die illegale Weitergabe von Informationen - ganz so, wie es der Präsident zuvor gefordert hatte.

Fox News: Sanfte Kritik geschickt verpackt

Der erfolgreichste US-Nachrichtensender Fox News gilt als erzkonservativ und pro-republikanisch. Doch bereits während des Wahlkampfes gab es dort auch immer wieder kritische Stimmen zu Trump. Mehrere Fox-Moderatoren der meinungslastigen Abendprogramme bekennen sich jedoch offen zum 45. US-Präsidenten.

Die FBI-Ermittlungen sind natürlich auch bei Fox News ein Thema. Auf den ersten Blick fällt auf: Wie auch "Breitbart" pickt sich Fox News in den Überschriften auf der Webseite den Teil der Comey-Aussage heraus, der eher vage formuliert ist. So steht auf beiden Nachrichtenportalen mehrfach, das FBI untersuche "ob es eine Koordinierung" zwischen Trumps Team und Russland gab. Die "Washington Post" und "New York Times" beziehen sich in ihren Überschriften stets auf den ersten Teil der Aussage, nämlich, dass die "Natur der Verbindungen zwischen Mitgliedern von Trumps Kampagne und der russischen Regierung" geprüft werden. Dieser Satz impliziert ja bereits, dass es diese Verbindungen gab, über sie wurde auch ausführlich berichtet. Die Formulierung "ob" hingegen lässt mehr Raum für Zweifel. Es ist nur ein kleiner Kniff, aber er zeigt, wie unterschiedlich verschiedene Medien mit denselben Informationen umgehen.

Besonders reichweitenstark bei Fox News sind die beiden Moderatoren Sean Hannity und Bill O´Reilly. Beide sprechen generell über Nachrichten, bringen ihre Meinung jedoch sehr stark ein. In ihren Sendungen haben sich beide auch mit der Anhörung beschäftigt. O´Reilly übte dabei Kritik an Trumps Abhörvorwürfen gegen Obama. Der Präsident wäre "vernünftig", sich in Zukunft "an Fakten zu halten". Schließlich müsse er die Amerikaner dazu bekommen, sich auf "die Wirtschaft, das republikanische Gesundheitsgesetz und Grenzkontrollen zu konzentrieren, nicht auf angebliche Verschwörungen".

Der verbal deutlich aggressivere Sean Hannity griff die FBI-Untersuchung scharf an. Nach acht Monaten sei "nicht ein Beweis" gefunden worden, dass Trump mit den Russen kollaboriert habe. Dazu prangerten neben ihm eingeblendet in roten Buchstaben die Worte "Politische Hexenjagd?". Stattdessen konzentrierten sich die "heuchlerischen Medien" nur darauf, dass der FBI-Direktor "noch keine Beweise für die Abhöraktion gegen Trump durch Obama gesehen hat". Auch für Hannity ist klar: Nicht die Ermittlungen wegen möglicher Wahlmanipulation gegen einen amtierenden US-Präsidenten und sein Team sind hier das Problem, sondern ausschließlich die illegale Weitergabe von Informationen.

Fox News nimmt Trump-Quelle vom Sender

Die Behauptungen von Trump, sein Vorgänger habe ihn abgehört, hatte er übrigens "von Fox", wie er selbst zugab. Auf kritische Nachfragen sagte er: "Sie sollten nicht mit mir sprechen. Sie sollten mit Fox sprechen." Dort hatte ein Rechtsexperte des Senders, Andrew Napolitano, diese These aufgestellt und mit "drei Geheimdienstquellen" belegt. Fox News widersprach wenig später vehement und gab nun bekannt, dass Napolitano bis auf weiteres nicht mehr bei dem Sender zu sehen sein werde.

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