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Blutplasma-Therapie Donald Trump will Notfallzulassung für Corona-Impfung erteilen

Sehen Sie im Video: stern-Korrespondent Jan-Christoph Wiechmann analysiert alle Ereignisse des Demokratischen Parteitags – und blickt auf den der Republikaner nächste Woche.
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Donald Trump wünscht sich rechtzeitig vor der Präsidentenwahl einen Corona-Impfstoff. Jetzt will er eine Blutplasma-Behandlung genehmigen – doch die zuständigen Behörden bereitet die Eile Kopfschmerzen.

Auf einer Pressekonferenz wird Donald Trump die Notfallzulassung für eine Corona-Blutplasma-Impfung verkünden, wie US-Medien berichten. Angekündigt ist die Veranstaltung für 18 Uhr  Ortszeit, also 0 Uhr deutscher Zeit. Die Entscheidung ist allerdings umstritten. Gesundheitsexperten und führende Demokraten bemängeln, dass der US-Präsident der Entwicklung dadurch einen Bärendienst erweisen könnte. Trumps Einmischung in die wissenschaftliche Arbeit der Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) gefährde die Gesundheit aller Amerikaner, erklärte die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. Die FDA müsse aufgrund der Verträglichkeit und Wirksamkeit eines Impfstoffs entscheiden, "nicht wegen politischen Drucks aus dem Weißen Haus", schrieb die Demokratin auf Twitter.

Die Epidemiologin Caitlin Rivers von der Universität Johns Hopkins in Baltimore erklärte: "Eine Impfung muss sicher, wirksam und vertrauenswürdig sein." Alle drei Kriterien müssten erfüllt werden. Es wäre eine Tragödie, wenn Politiker aus politischen Gründen die eine Sache in Gefahr bringen würden, die uns erlauben könnte, zu unserem normalen Leben zurückzukehren", schrieb Rivers auf Twitter. Der frühere Chef der US-Gesundheitsbehörde CDC, Tom Frieden, mahnte, bei der Entwicklung von Impfstoffen dürften keine Abkürzungen genommen werden. Der Prozess müsse transparent und rigoros sein.

Trump glaubt, Behörde würde Entwicklung behindern

Trump hatte zuvor auf Twitter behauptet, bei der FDA erschwerten ihm feindlich gesinnte Beamte die Entwicklung von Corona-Medikamenten und Impfstoffen, damit es vor der Wahl am 3. November keine Erfolgsmeldung geben könne. Vertreter eines "tiefen Staates, oder wer auch immer", machten es den Pharmaunternehmen schwer, Probanden für Medikamente und Impfstoffe zu finden, schrieb er weiter. An Behördenchef Stephen Hahn gerichtet schrieb er: "Wir müssen uns auf Geschwindigkeit und das Retten von Leben konzentrieren."

Trumps Stabschef Mark Meadows verteidigte die Aussagen des Präsidenten. Manche Beamte und Wissenschaftler wollten trotz der hohen Dringlichkeit Dienst nach Vorschrift machen, sagte er dem Fernsehsender ABC. Der Präsident mache Druck, um die Bürokratie zu reduzieren. "Er musste sicherstellen, dass sie die Hitze spüren. Wenn sie das Licht nicht selbst sehen, dann müssen sie die Hitze fühlen", sagte Meadows. "Die Menschen in Amerika leiden", sagte er.

Immunplasma-Therapie noch in Erprobung

Die sogenannte Immunplasma-Therapie, die Trump nun zulassen will, wird in den USA noch erprobt. Deren Wirksamkeit ist bislang nicht abschließend geklärt. Experten haben allerdings gewarnt, dass jegliche politische Einmischung in die Zulassung dessen Legitimität und Sicherheit in Frage stellen könnte. Sollte es bezüglich des Impfstoffs Zweifel geben, könnten viele Menschen auf eine Impfung verzichten, womit die Pandemie letztlich schwerer einzudämmen wäre.

Derzeit befinden sich mehrere Impfstoffkandidaten in großen klinischen Studien mit bis zu 30 000 Probanden. Sollten diese im Herbst erfolgreich abgeschlossen sein, könnten die Aufsichtsbehörden mit dem - normalerweise aufwendigen und langwierigen - Prozess der Zulassung beginnen. Experten der US-Regierung, darunter der Immunologe Anthony Fauci, haben sich zuversichtlich gezeigt, dass es Anfang oder Mitte 2021 einen wirksamen Impfstoff geben könnte. In den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, gibt es bislang rund 5,7 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 und 176.000 damit in Verbindung stehende Todesfälle. Täglich werden im Schnitt rund 45 000 Neuinfektionen gemeldet.

nik DPA

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