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G20-Ergebnisse: Was hat das Gipfeltreffen gebracht?

Auf den ersten Blick schien es nur um den Ukraine-Konflikt gehen. Doch was wurde noch beim Treffen der 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen besprochen?

Es schien, als hätte der G20-Gipfel im australischen Brisbane nur ein Thema: den Konflikt in der Ukraine. Obama attakierte Russland scharf und nannte Putins Kurs "Eine Gefahr für die Welt". Merkel wurde so deutlich wie nie und warf dem Kremlchef "Expansionsstreben" vor. Der widerum provozierte, wo er nur konnte und reiste nach einem Gespräch mit der Kanzlerin schließlich vorzeitig ab.

Doch worüber haben die 20 mächtigsten Wirtschaftsnationen eigentlich miteinander gesprochen? Was hat der Gipfel bis jetzt gebracht? Und welche Hoffnungen wurden enttäuscht?

Wachstum

Die G20 strebten ursprünglich zwei Prozent zusätzliches Wachstum bis 2018 an, jetzt sollen es 2,1 Prozent werden. Kritiker bemängeln, dass ohnehin geplante Programme zur Ankurbelung der Wirtschaft nur im Rahmen der G20 neu verpackt wurden.

Ungleichheit

Die australische G20-Präsidentschaft wollte den Gipfel auf die Ankurbelung der Weltkonjunktur beschränken, ohne ausdrücklich sozial gerechtes Wachstum zu erwähnen. Erst auf Druck von US-Präsident Barack Obama und Aktivisten wurde das doch ins Kommuniqué geschrieben.

Klima

Der Klimaschutz sollte nach dem Willen der australischen Gastgeber ebenfalls nicht eigens auf dem Gipfel behandelt werden. Nach der überraschenden Klimavereinbarung zwischen China und den USA war der Druck aber groß. Jetzt machen auch die G20 mehr Tempo.

Ebola

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte eine Mobilmachung "massiver Hilfe" im Kampf gegen Ebola und Investitionen, damit sich solche Seuchen nicht wiederholen. Die G20 blieben unverbindlich, gaben keine konkreten neuen Hilfszusagen. Oxfam-Chefin Winnie Byanyima nannte die Reaktion "gefährlich unzureichend".

Steuergerechtigkeit

Wie beabsichtigt wurden Pläne für den automatischen Austausch von Steuerinformationen bis 2017 oder 2018 vereinbart. Multinationale Konzerne sollen auch von Land zu Land ihre Aktivitäten berichten, um die Verschiebung von Profiten zu verhindern. Um Scheinfirmen aufzudecken, sollen die wahren Besitzer in Registern festgehalten werden. Doch werden diese Informationen nicht öffentlich zugänglich gemacht, wie Aktivisten gefordert hatten.

Finanzmarkt

Die großen Banken, die das ganze Finanzsystem ins Wanken bringen können, werden jetzt international reguliert. Kanzlerin Angela Merkel beteuert, dass Steuerzahler damit "nie wieder" eine Bank retten müssen. Bis 2016 sollen auch Schattenbanken unter Kontrolle gebracht werden, was aber in einem Land wie China mit einem ausgedehnten grauen Finanzmarkt schwierig werden dürfte. 2016 ist die zweitgrößte Volkswirtschaft erstmals Gastgeber eines G20-Gipfels.

lie/DPA / DPA