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Griechland-Krise Obama stärkt Tsipras den Rücken


"Sie können Länder, die sich in einer Depression befinden, nicht immer weiter ausquetschen": US-Präsident Obama hat sich mit deutlichen Worten in den Streit um Griechenlands Sparkurs eingemischt.

US-Präsident Barack Obama hat Verständnis für das Abweichen der neuen griechischen Regierung vom strengen Sparkurs gezeigt. "Sie können Länder, die sich inmitten einer Depression befinden, nicht immer weiter ausquetschen", sagte Obama dem Fernsehsender CNN. Bei einer Wirtschaft, die sich "im freien Fall" befinde, brauche es vor allem eine Wachstumsstrategie. Nur so könne ein Land seine Schuldenlast reduzieren.

Obama räumte ein, dass Strukturreformen in Griechenland bitter nötig seien. Angesichts des rapide sinkenden Lebensstandards der Menschen seien diese aber schwer umzusetzen. Er hoffe, dass Griechenland in der Eurozone bleiben könne, sagte der US-Präsident. Dafür seien aber "Kompromisse auf allen Seiten" nötig.

Das überschuldete Griechenland erhält seit 2010 Kredite in Höhe von 240 Milliarden Euro, um es vor dem Staatsbankrott zu bewahren. Im Gegenzug musste das Land sich zu Reformen bereit erklären, deren Fortschritte von der Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission überwacht werden. Die neu gewählte Regierung unter dem linken Regierungschef Alexis Tsipras will viele Sparmaßnahmen aussetzen und hat die Zusammenarbeit mit der Troika aufgekündigt. Vor allem die Bundesregierung lehnt einen von Athen geforderten Schuldenschnitt aber ab.

Tsipras will Rückkehr auf Wachstumspfad

Tsipras und sein Finanzminister Giannis Varoufakis trommeln derzeit in Europa für ihren Kurswechsel. Bei seinem ersten offiziellen Besuch im Ausland warb Tsipras in Zypern für eine Rückkehr der Europäischen Union auf den Wachstumspfad. "Europa sollte mutige Entscheidungen treffen, so dass die Wachstumsagenda zurückkehrt", sagte er nach einem Treffen mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades in Nikosia. "Europa ist in der Krise, nicht nur Griechenland und Zypern."

Für das krisengeplagte Zypern wurde im März 2013 ein dreijähriges Hilfsprogramm in Höhe von zehn Milliarden Euro aufgelegt. Die Hilfen für Griechenland belaufen sich auf rund 240 Milliarden Euro. Beide Länder unterhalten traditionell enge Beziehungen.

Am Dienstag will Tsipras Italien und am Mittwoch Frankreich besuchen. Sein Finanzminister Varoufakis reiste bereits am Sonntag nach Frankreich. Dort kündigte er an, dass Athen bis Ende Februar detaillierte Pläne auf den Tisch legen wird. Bis Ende Mai hofft er auf eine neue, international abgestimmte Lösung, was den Umgang mit der griechischen Schuldenkrise angeht. Für Montag und Dienstag standen Besuche in Großbritannien und Italien an.

mad/AFP AFP

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