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Kampf gegen den IS: Deutsche Hooligans drohen Salafisten mit Gewalt

Die Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" macht den deutschen Behörden Sorgen und in Kobane kehrt weiterhin keine Ruhe ein. Die Ereignisse vom Sonntag im stern-Rückblick.

Eine dunkle Rauchwolke steigt auf über Kobane. Bei heftigen Gefechten hätten kurdische Truppen die IS-Terroristen weiter zurückgedrängt, berichtet die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Eine dunkle Rauchwolke steigt auf über Kobane. Bei heftigen Gefechten hätten kurdische Truppen die IS-Terroristen weiter zurückgedrängt, berichtet die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

+++ 20.29 Uhr: Bombenanschlag auf Moschee in Bagdad +++

Ein Bombenanschlag eines Selbstmordattentäters auf eine schiitische Moschee in der irakischen Hauptstadt Bagdad fordert mindestens 18 Menschenleben. 30 Personen werden nach Angaben von Behörden und Rettungskräften verletzt. Zu dem Attentat im westlichen Stadtteil Harthija bekennt sich zunächst niemand.

Selbstmordanschläge werden im Irak in der Regel sunnitischen Islamisten zugeschrieben. Dazu gehören auch Kämpfer des Islamischen Staats.

+++ 17.17 Uhr: Hooligans bereiten Sicherheitsbehörden Sorge +++

Mit Sorge beobachten die Sicherheitsbehörden die Mobilisierung von gewaltbereiten Fußballfans gegen radikalislamische Salafisten. Im Blick haben sie unter anderem die Aktivitäten der Gruppe "Hooligans gegen Salafisten", bei der neben Fußballhooligans auch Rechtsextreme mitmischen, wie der "Spiegel" berichtet. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums bestätigt, angesichts der hohen Gewaltbereitschaft beider Spektren hätten die Sicherheitsbehörden in Bund und Ländern die Entwicklung verstärkt im Auge.

Demnach drohen die "Hooligans gegen Salafisten" im Internet zum Teil unverhohlen mit Gewalt, sollte die Politik nicht stärker gegen die vermeintliche Islamisierung Deutschlands vorgehen. Am kommenden Wochenende plane die Gruppe eine Kundgebung in Köln. Mehr als 3000 Teilnehmer hätten sich angekündigt. Die Polizei bezweifele aber, dass so viele kommen werden. Angemeldet habe die Demonstration ein Funktionär der vom Verfassungsschutz beobachteten Anti-Islam-Partei Pro NRW.

+++ 15.54 Uhr: Behörden fürchten Stellvertreterkrieg in Deutschland +++

Die deutschen Sicherheitsbehörden fürchten laut einem Bericht des Magazins "Focus" gewalttätige Ausschreitungen zwischen Kurden und IS-Anhängern in deutschen Großstädten. Das Blatt bezieht sich auf eine interne Analyse des Bundesinnenministeriums, laut der vor dem Hintergrund der Kämpfe zwischen Kurden und dem IS ein brutaler Stellvertreterkrieg in Deutschland zu erwarten sei. Auch Türken, Jesiden und Tschetschenen gelten demnach als potenzielle Gewalttäter.

Dem Bericht zufolge können die deutschen Nachrichtendienste belegen, dass die seit 1993 in Deutschland verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) Aufmärsche in Deutschland generalstabsmäßig von Brüssel aus steuert. "Kein deutscher Verein ist besser strukturiert als die PKK", zitiert das Magazin einen Verfassungsschützer.

+++ 14.14 Uhr: Kurden wehren IS-Offensive ab +++

Unterstützt von Luftangriffen der internationalen Militärallianz haben kurdische Einheiten in Kobane eine Offensive des Islamischen Staats zurückgeschlagen. Den IS-Kämpfern sei es am Samstag nicht gelungen, den Nachschubweg der Kurden in Richtung der türkischen Grenze zu kappen, erklärt der ranghohe Kurdenpolitiker Idriss Nassen. Mehrere Granaten hätten den syrischen Grenzposten zum Ziel gehabt. Dort verläuft die einzige Straße zur Versorgung der kurdischen Kämpfer, die auch als Fluchtweg für Zivilisten dient.

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte feuerte die IS-Miliz insgesamt 26 Granaten auf die nördlichen Stadtteile von Kobane ab. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtet, drei Geschosse seien auf türkischem Territorium eingeschlagen - eines davon neben einer nur einen Kilometer von der Kobane-Front entfernten Anhöhe. Dort haben türkische Soldaten und Panzer Stellung bezogen.

+++ 12.54 Uhr: Israel versucht, Streit mit USA zu entschärfen +++

Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon versucht einen Streit mit den USA zu entschärfen, bevor er zu einer Reise nach Washington und New York aufbricht. In einer Erklärung warnt der Minister vor überzogenen Reaktionen auf jüngste Äußerungen von US-Außenminister John Kerry. "Die Beziehungen der Vereinigten Staaten und Israels beruhen auf gemeinsamen Interessen und Werten. Dispute sollten keinen Schatten auf sie werfen", so Jaalon.

Am Freitag hatten zwei führende israelische Kabinettsmitglieder eine Begründung Kerrys zur Dringlichkeit eines Friedensabkommens zwischen Israelis und Palästinensern mit brüsken Angriffen kritisiert. Der US-Außenminister hatte berichtet, er werde von arabischen Führern gebeten, nicht lockerzulassen mit seinen Bemühungen um eine Beilegung des Nahostkonflikts, weil dieser es den islamistischen Organisationen erleichtere, "den allgemeinen Unmut auszunutzen und neue Mitglieder zu rekrutieren".

+++ 9.55 Uhr: Kurden schlagen IS in Ostkobane zurück+++

Kurdische Kämpfer haben den Islamischen Staat weiter aus dem Ostviertel von Kobane vertrieben. Bei heftigen Gefechten von Mitternacht bis zum Sonntagmorgen seien Truppen der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) in das vom IS besetzte Viertel Kani Araban vorgedrungen, berichtet die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die internationale Koalition habe die Kurden mit insgesamt sechs Luftangriffen unterstützt. Drei Angriffe erfolgten nach Angaben der Beobachtungsstelle kurz nach Mitternacht auf IS-Stellungen in Kani Araban, drei weitere am Sonntagmorgen auf Rückzugsorte der Dschihadisten westlich von Kobane.

+++ 02.13: USA begrüßen Komplettierung von Iraks Regierung +++

Die USA sehen die Komplettierung der irakischen Regierung als wichtigen Schritt im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und zur Wiederherstellung der Stabilität im Land. Das erklärt die Sprecherin des Außenministeriums in Washington, Jen Psaki.

Das Parlament in Teheran bestätigte zuvor Chaled al-Obeidi als Verteidigungsminister und Mohammed al-Ghaban als Innenminister. Der seit Anfang September amtierende Ministerpräsident Haidar al-Abadi hatte zunächst ein Kabinett ohne die beiden sicherheitsrelevanten Posten vorgestellt. Grund waren Streitigkeiten im Parlament über deren Besetzung.

mad/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters