Jahrestag Gedenken der Opfer von 9/11


Mit Schweigeminuten haben die USA der fast 3000 Menschen gedacht, die bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 getötet worden sind. Im Vorfeld hatten der amtierende New Yorker Bürgermeister Bloomberg und sein Vorgänger Guiliani mit einigen Vorschlägen für Unstimmigkeiten gesorgt.

US-Präsident George W. Bush und New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg gedachten bei Zeremonien in Washington und New York der Opfer der Terroranschläge vor sechs Jahren, als drei von Terroristen gekaperte Passagierjets in das World Trade Center in New York und in das Pentagon in der US-Hauptstadt rasten. Eine vierte Maschine stürzte damals über einem Feld in Pennsylvania ab.

In der Nähe des bei den Flugzeug-Anschlägen zerstörten World Trade Center versicherte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg den Angehörigen der Opfer seine Solidarität. „Sechs Jahre sind vergangen, und unser Platz ist noch immer an Ihrer Seite.“

Bloomberg eröffnete die Zeremonie auf einem Platz in der Nähe von Ground Zero am Morgen mit einem Aufruf zum stillen Gedenken an die Menschen, die damals von den einstürzenden Zwillingstürmen mit in die Tiefe gerissen worden waren. Bloomberg, der die Gedenkfeier wegen der Bauarbeiten auf Ground Zero in diesem Jahr erstmals an einen anderen Ort verlegt hatte, empfahl den Hinterbliebenen und allen anderen Betroffenen des 11. Septembers, "den Blick nach vorn zu richten".

Derweil legten Bush und seine Frau Laura auf dem Rasen vor dem Weißen Haus um 0846 Ortszeit (1446 MESZ) eine Schweigeminute ein. In genau jenem Moment war eines der von Terroristen entführten Flugzeuge vor sechs Jahren in den Nordturm des World Trade Centers gerast und hatte ihn in Flammen gesetzt.

Im Vorfeld des Gedenkens hatte es Streit über die Absicht Bloombergs gegeben, die Veranstaltung vom WTC-Grundstück, das jetzt eine Baustelle ist, zu verlegen. Nach Protesten der Hinterbliebenen lenkte das Stadtoberhaupt ein. Streit hatten auch Pläne von Bloombergs Vorgänger Rudy Giuliani ausgelöst, bei der Gedenkfeier zu sprechen. Angehörige hatten geargwöhnt, als Präsidentschaftskandidat der Republikaner könnte Giuliani den Termin zu Wahlkampfzwecken missbrauchen. Der Politiker, der am 11. September 2001 Bürgermeister war, setzte sich mit seinen Plänen aber durch. Seine Mitarbeiter versicherten, Giuliani werde das Ereignis nicht politisch ausnutzen.

Gedenken in Berlin

In Berlin gedachte der Bundestag der Opfer der Terroranschläge. "Am Jahrestag des 11. September ist es wichtig, in aller Klarheit zu sagen, dass wir mit der Geißel der terroristischen Bedrohung auf absehbare Zeit werden leben müssen", sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU). Der Staat müsse in dem Wettlauf mit den Terroristen Schritt halten. Entsprechend kündigte in Brüssel die EU- Kommission Pläne zur Entwicklung neuer Sicherheitstechniken im Kampf gegen den Terrorismus an. Insgesamt hat die Kommission bis 2013 mehr als 2,1 Milliarden Euro für die Sicherheitsforschung eingeplant.

Botschaft von bin Laden

Das Gedenken und die Trauer in den USA hat Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden für eine neue Videobotschaft genutzt. In einem knapp viertelstündigen Vorwort zu einem Video mit dem Titel "Das Vermächtnis der Helden der Angriffe auf New York und Washington" nennt Bin Laden die Attentäter "19 Helden". Er ruft außerdem zur Befreiung des Iraks, Afghanistans und Palästinas auf.

Das auf Terrorismus spezialisierte IntelCenter in Alexandria bei Washington bestätigte die Authentizität der Stimme Bin Ladens auf dem neuesten Video. In einer ersten Reaktion sagte die nationale Sicherheitsberaterin von Bush, Fran Townsend, dass die Ergreifung von Bin Laden für die USA oberste Priorität habe. Wichtig sei, dass viele Erfolge gegen das Terrornetzwerk gelungen seien.

Das Video wurde am Vorabend des Jahrestages vom Al-Sahab-Zentrum, einem Propagandaableger Al Kaidas, verbreitet. Zu sehen ist ein Standbild des Terrorchefs. Daneben laufen Einblendungen von Szenen der Terroranschläge von 2001. Bin Laden, der die Kleidung trägt, in der er auf einem am vergangenen Freitag veröffentlichen Video zu sehen war, hebt besonders Abu Mussab Waleed al-Schehri hervor. Dieser war am 11. September mit einem gekaperten Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers gerast.

Al-Schehri habe die Annehmlichkeiten dieser Welt aufgegeben und sich ganz der Religion und dem Dschihad gewidmet, sagt Bin Laden. Die Muslime der Welt sollten sich an ihm ein Beispiel nehmen und sich dem Kampf anschließen. "Er war zwar klein an Jahren, dafür war der Glaube in seinem Herzen groß", sagt der Terrorchef. Al-Schehri forderte andere Muslime zur Tötung und Gefangennahme von US-Bürgern auf. Wie könne es einen anderen Wunsch geben, als Amerikaner zu töten, sagt er. "Töte die Götzendiener, wo immer du sie findest, und nimm sie gefangen und belagere sie und warte auf sie in jedem Hinterhalt."

Am vergangenen Freitag war erstmals seit Oktober 2004 wieder eine Videobotschaft Bin Ladens aufgetaucht. Darin hatte er unter anderem den Irak-Krieg kritisiert. Konkrete Terrordrohungen enthielt die Botschaft nicht.

DPA DPA

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