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Krise in Syrien: Obama droht: Intervention bei Chemiewaffeneinsatz

Die USA haben Syrien mit "enormen Konsequenzen" für den Fall eines Einsatzes von Chemiewaffen gedroht. Syrien droht hingegen, Chemiewaffen einzusetzen, falls das Ausland sich einmischt.

"Enormen Konsequenzen" habe Syrien zu erwarten, wenn chemische oder biologische Waffen in den Einsatz kommen sollten, sagte US-Präsident Barack Obama bei einer Pressekonferenz in der US-Hauptstadt. Zwar habe er noch keine Militärintervention angeordnet, Washington beobachte die Situation aber sehr genau. In der umkämpften syrischen Stadt Aleppo wurde derweil eine japanische Journalistin getötet.

Obama betonte, dass auch bei der Vorbereitung eines Einsatzes von chemischen oder biologischen Waffen die "rote Linie" bereits überschritten sei. "Wir können uns keine Situation erlauben, in der chemische oder biologische Waffen in die Hände der falschen Leute fallen."

Auch wenn er "um derzeitigen Zeitpunkt" noch keine Militärintervention angeordnet habe, würde der Einsatz oder die Mobilmachung von Chemiewaffen "meine Kalkulation aber entscheidend verändern", sagte Obama. "Das ist nicht nur ein Thema, das Syrien betrifft, sondern unsere engen Verbündeten in der Region, darunter Israel."

Syrien droht mit Chemiewaffenangriff

Das syrische Militär soll über Nervengas und biologische Kampfstoffe verfügen. Die Führung in Damaskus hatte Ende Juli erklärt, Chemiewaffen im Fall eines Angriffs aus dem Ausland einzusetzen, nicht aber gegen die eigene Bevölkerung.

Vor dem Hintergrund von Äußerungen des neuen UN-Syrien-Gesandten Lakhdar Brahimi forderten die USA erneut den Rücktritt von Syriens Präsident Baschar al Assad. "Wir glauben nicht, dass es Frieden in Syrien geben wird, bis Assad zurücktritt und das Blutvergießen endet", sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland. "Wir werden unsere Sicht gegenüber dem Sondergesandten Brahimi sehr deutlich machen". Auch Frankreichs Präsident François Hollande forderte erneut einen Abgang Assads.

Brahimi soll zuvor in einem Interview gesagt haben, es sei zu früh für ihn, zu sagen, dass Assad zurücktreten müsse. Der oppositionelle Syrische Nationalrat hatte sich "schockiert" über die Äußerung gezeigt. Brahimi stellte später klar, es sei generell zu früh für ihn, sich in diesem Zusammenhang zu äußern. Brahimi war am Freitag zum Nachfolger von Kofi Annan als Syrien-Gesandter ernannt worden.

Tote Journalistin

Bei Kämpfen in Aleppo wurde eine japanische Reporterin getötet. Die 45-jährige Mika Yamamoto sei dort in ein Feuergefecht geraten, bestätigte das japanische Außenministerium. Ein Kollege, der mit ihr unterwegs gewesen sei, habe die Leiche identifiziert. Yamamoto arbeitete für die Nachrichtenagentur Japan Press und war laut der Agentur-Webseite bereits in den Kriegen in Afghanistan und im Irak im Einsatz.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte zuvor erklärt, die Reporterin sei im Stadtteil Suleiman al-Halabi getötet worden, wo sich Regierungstruppen und Rebellen schwere Gefechte lieferten. In einem von Aktivisten im Online-Portal Youtube gezeigten Video war eine Leiche zu sehen, bei der es sich um die Journalistin handeln soll. Die Rebellen machten regierungstreue Milizen für den Tod verantwortlich.

Die Beobachtungsstelle berichtete zudem von drei vermissten Journalisten. Dabei handele es sich um eine libanesische Reporterin, einen arabischen Journalisten, der für ein US-Medium arbeite, sowie um einen türkischen Reporter. Der in den USA ansässige arabischsprachige Sender Al-Hurra erklärte, den Kontakt zu zwei Mitarbeitern in Aleppo verloren zu haben

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen eröffnete eine kleine Klinik im Norden des Landes. Die Klinik mit einer Kapazität von derzeit zwölf Betten, die auf 30 Betten ausgebaut werden kann, sei in Zusammenarbeit mit syrischen Ärzten eingerichtet worden, sagte MSF-Generaldirektor Filipe Ribeiro. Nach Angaben der Hilfsorganisation wurde die Klinik bereits vor zwei Monaten eröffnet, seitdem wurden dort mehr als 300 Menschen operiert.

ivi/AFP / AFP