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Kim Jong Un sendet Signal an Trump: "Mächtiger Sprengkopf": Nordkorea testet angeblich neue taktische Lenkwaffe

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un höchstpersönlich hat angeblich den Test einer neuen taktischen Lenkwaffe beaufsichtigt. Sie soll einen "mächtigen Sprengkopf" transportieren können, heißt es offiziell.

Das offizielle Foto der nordkoreanischen Armee zeigt Kim Jong Un, wie er den Test der taktischen Lenkwaffe beobachtet

Das offizielle Foto der nordkoreanischen Armee zeigt Kim Jong Un, wie er den Test der taktischen Lenkwaffe beobachtet

AFP

Nordkorea hat nach eigenen Angaben eine neue "taktische Lenkwaffe" getestet. Machthaber Kim Jong Un habe den Test der Waffe beaufsichtigt, die einen "mächtigen Sprengkopf" transportieren könne, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag. Nähere Angaben zur Waffe machte KCNA nicht. Ein südkoreanischer Militärvertreter sagte, ein Raketentest sei nicht registriert worden. Experten sprachen von einem Signal an die USA in den festgefahrenen Gesprächen um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm.    

KCNA schrieb, die Lenkwaffe sei auf "verschiedene Ziele" abgefeuert worden. Kim sagte demnach zur Entwicklung der Waffe, sie sei "von sehr großer Bedeutung, um die Kampfkraft der Volksarmee zu vergrößern".  

Südkorea registriert keinen Raketenstart  

Ein südkoreanischer Militärvertreter sagte, die Radaranlagen des Landes hätten keinen Raketenstart registriert. "Wenn Nordkorea eine Rakete abfeuert, dann bemerkt das unser Radar." Die südkoreanische Präsidentschaft wollte die nordkoreanischen Angaben ebenso wenig kommentieren wie das US-Verteidigungsministerium.    

Erst am Mittwoch hatte das in Washington ansässige Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS) mitgeteilt, auf dem nordkoreanischen Atomgelände Yongbyon seien neue Aktivitäten beobachtet worden. Satellitenbilder zeigten demnach fünf Triebwagen in der Nähe der Urananreicherungsanlage und des Labors für Radiochemie.    

Ende Februar war ein zweites Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump zum Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm gescheitert. Die jüngsten Aktivitäten in Nordkorea könnten nach Experteneinschätzung deswegen vor allem der Versuch sein, Druck auf die USA auszuüben.  

Kim Jong Un sendet Signal an Trump  

"Kim versucht der Trump-Regierung deutlich zu machen, dass sein militärisches Potenzial von Tag zu Tag wächst", sagte Harry Kazianis vom US-Thinktank Center for the National Interest. "Sein Regime ist frustriert über den Mangel an Flexibilität von Washington in den jüngsten Verhandlungen."

Ähnlich äußerte sich der Nordkorea-Experte Koh Yu Hwan. Dass Nordkorea aber offenbar keine Langstreckenrakete getestet oder gar einen neuen Atomtest vorgenommen habe, zeige, dass Pjöngjang den Dialog mit den USA aufrecht erhalten wolle.    

Kim hatte sich bei einem Gipfeltreffen mit Trump im vergangenen Jahr in Singapur grundsätzlich auf eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel verständigt. Konkrete Schritte wurden allerdings nicht vereinbart.      Bei ihrem zweiten Gipfel Ende Februar in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi erreichten Kim und Trump keine Einigung über Schritte zur atomaren Abrüstung. Seither gab es bereits mehrfach Berichte über neue Aktivitäten auf nordkoreanischen Testanlagen.

tis / AFP