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Präsidentschaftswahl in Frankreich: Letzter Ausweg Hollande

Muss Nicolas Sarkozy den Elysée-Palast räumen? Vieles spricht dafür. Sein Herausforderer Hollande punktet vor allem damit, dass er nicht Sarkozy ist.

Von Niels Kruse

Siebzehn Mal nahm Francois Hollande die Worte "Ich als Präsident der Republik" in den Mund. In siebzehn Punkten, die er stets mit dem gleichen bedeutungschwangeren Worten einleitete, listete der Kandidat der Sozialisten beim TV-Duell die Punkte auf, die er als französisches Staatsoberhaupt anders machen würde als Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Mehr als die Hälfte seiner Argumente waren Sätze, die "ich würde nicht" enthielten - und die an die umstrittene Amtsführung Sarkozys adressiert waren. Am Ende des letzten großen TV-Duell vor der Wahl waren sich Beobachter und Meinungsforscher einig: Hollande geht als Sieger hervor. Und vieles spricht dafür, dass er das auch am Sonntag sein wird.

Für wen stimmen die zahlreichen Le-Pen-Anhänger?

Denn in den letzten Umfragen liegt er zwischen 52 und 53,5 Prozent - und eigentlich dürfte in der Stichwahl nicht mehr viel schiefgehen. Wenn da nur nicht diese unberechenbaren Wechselwähler wären - immerhin 44 Prozent der Franzosen hatten beim ersten Wahlgang weder für Sarkozy oder Hollande gestimmt, sondern für Außenseiter wie die rechtsextreme Marine Le Pen, den Linksfront-Chef Jean-Luc Mélenchon oder den Zentrumspolitiker François Bayrou. Sicher bei dieser Gleichung ist nur, dass die Anhänger des Oskar-Lafontaine-Freunds Mélenchon nicht für Sarkozy votieren werden. Aber für wen entscheiden sich die Le Pen-Wähler? Und für wen die rund zehn Millionen Franzosen, die bislang noch gar nicht abgestimmt haben?

Trotz dieser Unbekannten richtet sich halb Europa auf einen Wechsel im Elysée-Palast ein. Der mögliche Neue wäre nach François Mitterrand erst der zweite Bewohner aus dem linken Lager. Und eigentlich verdankt er den Job des Staatsoberhaupts den unappetitlichen Frauengeschichten des ursprünglichen Kandidaten, Dominique Strauss-Kahn. Nachdem der seinen Rückzug aus der Politik verkündetet hatte, blieb der Sozialistischen Partei (PS) nicht viel anderes übrig, als den blassen und unscheinbaren Hollande zu nominieren - jemanden, der wegen seines etwas unförmigen Äußeren "Pudding" genannt wurde. Sein politisches Gewicht, so spottete Linksaußen Mélenchon, befähige ihn eher zum Führen eines Tretbootes. Als Käpt'n des schweren Tankers Frankreich in stürmischer See sei Hollande aber ungeeignet.

Kandidaten wünschen sich eine "exception française"

Das befürchten auch seine Kritiker. Denn seine Wahlkampfversprechen (60.000 neue Stellen für den Bildungsbereich, ein teures Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit) werden nicht nur schwer zu halten sein, sondern auch ziemlich teuer werden. Vom auf europäischer Ebene gewünschten und dringend notwendigen Sparkurs jedenfalls will Hollande nichts wissen. Wie auch Nicolas Sarkozy drängt er auf die "exception française", die Ausnahme für Frankreich. Beide Kandidaten haben dabei ihr Volk hinter sich, das sich vor der Globalisierung fürchtet und keine Lust hat, auf schwer erkämpfte Privilegien wie etwa ein teures Gesundheitssystem und ein relativ frühes Renteneintrittsalter (aktuell 62 Jahre, Hollande will es aber wieder auf 60 Jahre senken) zu verzichten.

Natürlich gelobt der Sozialist, das hohe Staatsdefizit abbauen zu wollen. Doch gleichzeitig drängt er auf Investitionen in die Infrastruktur, die aber bitte von Brüssel bezahlt werden sollen. Also indirekt von allen EU-Ländern - eine Aussicht, die weder Berlin noch London begeistert.

Sarkozy-Hollande - ein ungleiches Geschwisterpaar

Die Positionen Hollandes und Sarkozys unterscheiden sich in vielen Bereichen auch deswegen nur marginal, weil sie den Zorn des Volkes fürchten, dass sich zunehmend von der EU abwendet und eine Art Frankreich-zuerst-Politik fordert. Der Amtsinhaber versucht zum Beispiel am rechten Rand zu fischen, in dem er die Aufweichung des Schengenabkommens fordert oder heimische Produkte protegieren will. Es sind Rücksichten auf die Wähler der rechten wie linken Populisten, die den Präsidentschaftsanwärtern die Agenda diktieren.

Überhaupt sind sich der aktionistische Sarkozy und nachdenkliche Hollande gar nicht einmal so unähnlich, wie es auf dem ersten Blick erscheint. Das Magazin "Le nouvel Observateur" nannte das Duo sogar ein ungleiches Geschwisterpaar: Beide trennen sechs Monate Altersunterschied, beide wuchsen als Teenager im vornehmen Pariser Vorort Neuilly auf, beide sind Juristen, beide ehrgeizig, und beide sind Produkte des Polit-Establishments. Und beide haben attraktive und erfolgreiche Frauen an ihrer Seite, für sie beide ihren langjährigen Beziehungen verließen.

Wie man es sich mit den Franzosen verscherzt

Dass nun Francois Hollande die Nase vorn hat, hat nicht so sehr damit zu tun, dass ihn die Menschen lieben. Sondern dass sie von Sarkozy genug haben. Denn der hat in den fünf Jahren eine Sache nicht geschafft: Sich so präsidial und seriös zu geben, wie es die Franzosen von ihrem Mann im Elysée-Palast erwarten. In den ersten Monaten seiner Präsidentschaft feierte er öffentlich auf der Jacht eines befreundeten Unternehmers, protzte mit seiner neuen Frau, dem Model und Sängerin Carla Bruni, und raunzte schließlich einen Messebesucher an: "Hau ab, Arschloch". Und schließlich arbeitete er so eng mit Angela Merkel zusammen, dass das Duo nur noch "Merkozy" genannt wurde - was nicht als Kompliment für den Präsidenten gemeint war. Das alles zusammen wiegt für die Franzosen fast noch schwerer, als das unter Sarkozy die lahmende Wirtschaft nicht in Gang gekommen ist.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(