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Reaktionen: Die Welt hofft auf einen Neuanfang

Staatspräsidenten und Regierungschefs aus aller Welt haben dem neuen US-Päsidenten Barack Obama zu seiner Amtseinführung gratuliert. Bundespräsident Horst Köhler lud ihn zu einem baldigen Besuch nach Deutschland ein, die englische Queen, die mit Obama den zwölften Präsidenten in ihrer Amtszeit erlebt, wünschte ihm alles Gute - und Frankreichs Präsident Sarkozy will mit Obama "die Welt verändern".

Von Berlin über London bis Teheran und Bangkok setzen Politiker aus aller Welt enorme Hoffnungen in den neuen US- Präsidenten Barack Obama. Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet eine bessere Zusammenarbeit mit der neuen US-Regierung. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy erklärte sogar, er wolle mit Obama "die Welt ändern". Die britische Queen Elizabeth II, die mit Obama bereits den 12. US- Präsidenten in ihrer Amtszeit erlebt, wünschte ihm alles Gute für die vor ihm liegenden Herausforderungen wie die Wirtschafts- und Finanzkrise. Für den israelischen Präsidenten Schimon Peres war die Amtseinführung von Obama ein "großer Tag für die ganze Welt". Der Iran hofft unterdessen auf ein Ende der seit rund 30 Jahren andauernden diplomatischen Eiszeit mit den USA

Bundespräsident Horst Köhler gratulierte Obama und lud ihn zu einem baldigen Besuch nach Deutschland ein. "Deutschland weiß sich den Vereinigten Staaten besonders verbunden. Dass wir Deutsche in diesem Jahr Freiheit und Einheit feiern können, verdanken wir ganz besonders auch unseren amerikanischen Freunden und Partnern", schrieb er in einem in Berlin veröffentlichten Telegramm. Vor Obama lägen große Herausforderungen und Erwartungen. "Sie sind aber auch mit großen Chancen verbunden - für Ihr Land und für die Welt."

Der französische Präsident sagte, er könne es kaum erwarten, dass der neue US-Präsident "an die Arbeit" gehe. "Frankreich ist entschlossen, Hand in Hand mit seinem Freund und Alliierten Amerika zusammenzuarbeiten", schrieb Sarkozy an Obama. Gemeinsam könne man die immensen Herausforderungen annehmen, mit denen die Welt heute konfrontiert sei.

Großbritanniens Premier Gordon Brown bot Obama eine enge Kooperation an. "Die ganze Welt schaut der Amtseinführung von Präsident Obama zu und ist Zeuge eines neuen Kapitels in der amerikanischen Geschichte und der Geschichte der Welt", sagte Brown. Obama sei ein Mann mit "großen Visionen und moralischen Zielsetzungen", der die Finanzkrise und andere Probleme angehen werde. "Er ist nicht nur der erste schwarze Präsident sondern macht sich auch mit Entschlossenheit daran, die Probleme der Welt zu lösen." Obamas erster Besuch in London wird Anfang April erwartet.

EU bietet Partnerschaft an

Auch die EU-Ratspräsidentschaft in Prag gratulierte. Die neue US- Führung "sorgt für neue, ermutigende Perspektiven und Möglichkeiten, euro-atlantische Interessen und Werte in Gemeinschaft zu vertreten", heißt es in einer Mitteilung der tschechischen Regierung. "Die jüngste Geschichte hat uns deutlich gezeigt, dass gemeinsames Handeln einer der besten Wege ist, um auf die Bedürfnisse und Hoffnungen der Menschen beidseits des Atlantiks einzugehen." Die EU stehe bereit für enge Zusammenarbeit mit den USA bei den anstehenden "gewaltigen Herausforderungen einer sich ändernden Welt".

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bot Obama eine Partnerschaft zur Lösung globaler Probleme an. "Wir müssen zusammenarbeiten, um eine neue Politik des globalen Engagements voranzutreiben", sagte er. "Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, nehmen keine Rücksicht auf nationale Grenzen."

Papst betet für Obama

Papst Benedikt XVI. erinnerte Obama an die Herausforderung, die Welt von Armut, Hunger und Gewalt zu befreien. Er bete dafür, dass es Obama gelingen werde, "Verständnis, Kooperation und Frieden unter den Nationen" zu fördern, heißt es in einem Telegramm des Papstes.

Israels Präsident Peres sagte, mit Obamas Amtseinführung werde einer der größten Fehler der Geschichte, nämlich die Sklaverei, korrigiert. "Ich bete hier, dass Barack Obama ein großer Präsident der Vereinigten Staaten wird." Als großer Präsident müsse er für Frieden und gegen Terror kämpfen, die Umwelt verbessern und der jungen Generation eine bessere Zukunft bieten. Alle hofften, dass Obama mit gutem Willen und Dialog eine friedliche Lösung für alle betroffenen Parteien im Nahen Osten bringen könne.

Der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki erklärte: "Wenn Obama den richtigen Weg wählt und die Vergangenheit hinter sich lässt, Feindschaft und Hegemoniestreben beendet und frühere politische Fehler nicht wiederholt, wird es keine Feindschaft geben." Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte zuvor gesagt, falls der von Obama ausgerufene Wandel stattfinde und eine Annäherung auf Respekt und Freundschaft basiere, "würden wir das sehr begrüßen".

Der seit 62 Jahren regierende thailändische König Bhumibol Adulyadej (81) wünschte den USA unter Obama mehr "Fortschritt und Wachstum". Die Beziehungen des Königshauses zu den USA haben eine lange Tradition: Einer von Bhumibols Vorgängern, König Mongkut, hatte dem großen Vorbild Obamas, dem US-Präsidenten Abraham Lincoln (Amtszeit: 1861-1865) einen Elefanten zur Unterstützung im Bürgerkrieg angeboten.

DPA / DPA