HOME

Russische Islamisten: Selbstmordattentat in Bus fordert mehrere Todesopfer

Erst vor Kurzem kündigten russische Islamisten neue Anschläge an. Eine "Schwarze Witwe" soll nun in Wolgograd ein Selbstmordattentat begangen haben. Mehrere Menschen starben, rund 20 wurden verletzt.

Bei einem Selbstmordanschlag in der russischen Stadt Wolgograd hat eine Islamistin in einem Bus einen Sprengsatz gezündet und mehrere Menschen in den Tod gerissen. Ermittler sprachen am Montag von einem Terroranschlag. Dabei starben insgesamt sechs Menschen, wie das nationale Ermittlungskomitee mitteilte. Andere Quellen berichten von fünf Toten. Rund 20 Menschen wurden verletzt.

Der Anschlag ereignete sich gegen 14 Uhr Ortszeit in Wolgograd rund 900 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Moskau. In dem Bus saßen etwa 40 Passagiere, wie ein Sprecher des Inlandsgeheimdiensts FSB sagte. Medien zufolge explodierte eine Handgranate. Eine weitere Granate sei nicht gezündet und später entsichert worden, berichtete die Zeitung "Komsomolskaja Prawda".

Wladimir Markin von der Nationalen Ermittlungsbehörde sagte, dass wegen Terrorverdachts ermittelt werde. Die Spurensicherung fand am Ort der Detonation - der Haltestelle Lessobasa im Stadtteil Krasnoarmejski - auch Leichenteile.

Immer wieder "Schwarze Witwen"

Die Tat sei von der Frau eines islamistischen Terroristen und Bandenführer begangen worden, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf Ermittler. Sie sei anhand von Dokumenten identifiziert worden.

Details waren zunächst nicht bekannt. Der Terroristenchef des russischen Konfliktgebiets Nordkaukasus, Doku Umarow, hatte unlängst mit neuen Anschlägen gedroht. Ziel sei es, die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi zu verhindern, hatte er erklärt.

Russische Islamisten nutzen Anschläge seit Jahren, um ein von Moskau unabhängiges Kaukasusemirat durchzusetzen. Dabei hatten sich in der Vergangenheit auch immer wieder "Schwarze Witwen" in die Luft gesprengt.

awö/DPA/AFP / DPA