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Ukraine: Der Tag im Überblick: Ukraines Fluggesellschaft streicht Verbindungen auf Krim

Ukraines entmachteter Präsident Viktor Janukowitsch gibt dem Westen die Schuld für die Krise. Auf der Halbinsel Krim bleibt es angespannt. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

+++ 19.02 Uhr: Ukraines Fluggesellschaft streicht Verbindungen auf Krim +++

Die Fluggesellschaft Ukraine International Airlines streicht nach eigenen Angaben alle Verbindungen auf die Krim, weil der Luftraum gesperrt ist.

+++ 18.52 Uhr: Merkel telefoniert mit Putin +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel erörtert mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Lage in der Ukraine. Bei dem Telefonat unterstreicht die Kanzlerin ihre Sorge wegen einer möglichen Destabilisierung des Landes. Es gelte, jeden Schritt zu vermeiden, der zu einer Eskalation beitragen könnte. Auch mit Blick auf die Krim wirbt sie um Zurückhaltung. Zudem sollten Angebote, die internationale Organisationen zur Lösung von Streitfragen und zur Intensivierung des Dialogs unterbreitet hätten, genutzt werden.

+++ 17.45 Uhr: Putin fordert Normalisierung der Lage +++

In seiner ersten Stellungnahme zur Krise seit Tagen ruft Wladimir Putin dazu auf, eine Eskalation der Lage zu vermeiden. Russlands Präsident habe bei Gesprächen mit europäischen Staatsführern "die extreme Bedeutung" betont, keine weitere Eskalation zu erlauben, teilt der Kreml mit. In Telefonaten mit dem britischen Premier David Cameron, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy habe er sich für eine rasche Normalisierung der Lage ausgesprochen.

+++ 16.07 Uhr: EU will Kiews Finanzbedarf prüfen +++

Eine kleine Abordnung der EU-Kommission werde am Montag in die Ukraine reisen, um den genauen Finanzbedarf des Landes festzustellen, berichten Mitarbeiter.

+++ 15.34 Uhr: Ukrainische Grenzposten umstellt +++

Russische Soldaten umstellen auf der Krim einen Posten der ukrainischen Grenzpolizei. Die Soldaten tragen Uniformen der russischen Schwarzmeerflotte, die auf der ukrainischen Halbinsel stationiert ist.

+++ 15.16 Uhr: Janukowitsch dementiert Schießbefehl +++

Die Verantwortung für die Gewalt auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew liegt laut Janukowitsch bei der Protestbewegung. Er habe zudem der Polizei nie den Befehl gegeben, auf Demonstranten zu schießen, sagt der gestürtzte Präsident.

+++ 14.56 Uhr: Janukowitsch will zurückkehren +++

Janukowitsch nennt die vom Parlament angesetzte Präsidentenwahl am 25. Mai unrechtmäßig. Er werde nicht antreten und bereite sich auf Neuwahlen im Dezember vor und werde in die Ukraine zurückkehren, sobald er internationale Garantien für seine Sicherheit erhalten habe.

+++ 14.26 Uhr: Janukowitsch gibt Westen Schuld +++

Ex-Präsident Janukowitsch erklärt auf einer Pressekonferenz in der russischen Grenzstadt Rostow am Don, er sei nicht abgesetzt worden. Er halte sich weiter für den rechtmäßigen Staatschef der Ukraine. Der 63-Jährige macht den Westen für die Krise in der Ukraine verantwortlich. Dieser habe der Opposition auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew nachgegeben.

+++ 13.49 Uhr: Russische Marine riegelt Stützpunkt ab +++

Die ukrainische Küstenwache berichtet, ihr Stützpunkt nahe Sewastopol sei von rund 30 russischen Schiffen umstellt worden. Die russische Schwarzmeerflotte begründet die Aktion damit, dass Extremisten dort keine Waffen entwenden können sollen.

+++ 13.05 Uhr: Krim-Flughäfen wieder unter Kontrolle Kiews +++

Die von prorussischen Milizen besetzten Flughäfen auf der Krim befinden sich nach Angaben der Sicherheitsdienste in Kiew wieder unter Kontrolle der ukrainischen Behörden. Das teilt der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Andrij Parubij, im Fernsehen mit.

+++ 13.00 Uhr: Ukraine beantragt Janukowitschs Auslieferung +++

Die Übergangsregierung in Kiew will von Russland die Auslieferung von Viktor Janukowitsch verlangen. Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft erklärt, sollte sich Janukowitschs Aufenthalt auf russischem Staatsgebiet bestätigen, wolle sie ein Auslieferungsgesuch an Moskau stellen. Janukowitsch wird von den neuen Behörden wegen "Massenmordes" mit internationalem Haftbefehl gesuch.

+++ 12.56 Uhr: Merkel unterstützt neue Regierung +++

Die Bundesregierung begrüßt die Wahl von Arseni Jazenjuk zum ukrainischen Ministerpräsidenten. "Das ist ein wichtiger Schritt, um die großen Aufgaben anzugehen, die in der Ukraine jetzt anstehen", sagt die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz in Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe betont, dass Deutschland und die Europäische Union alles dafür tun würden, diese neue Regierung zu unterstützen.

+++ 12.20 Uhr: Schweiz sperrt Konten von Janukowitsch-Vertrauten +++

Die Schweizer Regierung ordnet die Sperrung der Auslandskonten von 20 einstigen Amtsträgern in der Ukraine an, darunter auch Konten von Janukowitsch und seinem Sohn. Die Regierung in Bern veröffentlicht eine Liste der betroffenen Personen, die meisten von ihnen sind ehemalige Minister der gestürzten Regierung.

+++ 11.43 Uhr: Schweiz ermittelt gegen Janukowitsch +++

Die Staatsanwaltschaft Genf leitet Ermittlungen gegen Ex-Präsident Janukowitsch und dessen Sohn Alexander wegen Verdachts auf Geldwäsche ein. Die Schweizer Polizei durchsucht Büros einer Janukowitsch-Firma in Genf.

+++ 10.50 Uhr: USA und Briten sollen Helfen +++

Angesichts der wachsenden Spannungen auf der Krim ruft das Parlament in Kiew die USA und Großbritannien auf, die Souveränität des Landes zu garantieren. In einer Entschließung verlangen die Abgeordneten von den Unterzeichnerstaaten des Budapester Memorandums, ihre Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu "bestätigen" und mit sofortigen Verhandlungen zu einem Abbau der Spannungen beizutragen.

+++ 10.50 Uhr: Wien sperrt Konten von Ukrainern +++

Nach der Schweiz friert auch Österreich das Geld von Ukrainern ein. 18 Konten würden gesperrt, kündigt das Außenministerium in Wien an. Anlass für die Kontensperrungen seien mögliche Verstöße der Inhaber gegen die Menschrechte während der jüngsten Unruhen sowie der Verdacht auf Korruption. Die Schweiz hatte gestern erklärt, ab Freitag Guthaben einzufrieren, bei denen es eine Verbindung zum gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch gibt. Eidgenössische Banken würden zu mehr Vorsicht beim Umgang mit Geld aus der Ukraine ermahnt.

+++ 10.36 Uhr: Devisen-Abhebung wird begrenzt +++

Die ukrainische Zentralbank legt eine Obergrenze für Abhebungen von Devisen fest. Ausländische Währungen dürfen von Konten nur noch im Gegenwert von bis zu umgerechnet 1500 Dollar pro Tag abgehoben werden.

+++ 9.46 Uhr: Appell an UN-Sicherheitsrat +++

Das ukrainische Parlament bittet den UN-Sicherheitsrat, sich auf einer Tagung mit der Krise in dem Land zu befassen.

+++ 9.42 Uhr: Parlament ermahnt Russland +++

Das Parlament in Kiew fordert Russland eindringlich auf, alle Maßnahmen zu beenden, die die territoriale Unversehrtheit der Ukraine untergraben.

+++ 9.35 Uhr: Übergangspräsident berät mit Sicherheitschefs +++

Der amtierende ukrainische Präsident Alexander Turtschinow beruft ein Dringlichkeitstreffen der Sicherheitschefs wegen der Lage auf der Krim ein.

+++ 6.51 Uhr: Flughafen offenbar doch besetzt +++

Die Berichte über die Lage am Flughafen Simferopol werden immer unübersichtlicher: Die Nachrichtenagentur Reuters meldet, dass weiterhin Bewaffnete auf dem Gelände patrouillieren. Es sei auch zu sehen wie sie den Kontrollturm betreten. Die Bewaffneten stünden auch vor dem Passagier-Terminal, ließen aber Flugreisende ungehindert rein und raus und würden einen normalen Flugbetrieb erlauben.

+++ 3.44 Uhr: Flughafenbesetzung offenbar beendet +++

Der Sender Russia Today meldet unter Berufung auf den Pressedienst des Flughafens Simferopol via Twitter, dass die Eindringlinge das Gelände wieder verlassen hätten, nachdem sie keine ukrainischen Soldaten angetroffen hätten. Die Bewaffneten hätten sich sogar entschuldigt. Der Betrieb des Flughafens sei nicht beeinträchtigt.

+++ 2.44 Uhr: Bewaffnete besetzen Krim-Flughafen +++

Auf der Krim spitzt sich die Lage weiter zu: Eine Gruppe von etwa 50 Bewaffneten besetzt den Flughafen der Stadt Simferopol. Die Männer trügen Militäruniformen, berichtet die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine. Augenzeugen zufolge soll es dieselbe Kleidung sein, wie bei den Männern, die am Donnerstag Parlament und Regionalregierung auf der Halbinsel besetzt hätten. Die Bewaffneten seien in Fahrzeugen ohne Kennzeichen am Flughafen vorgefahren.

kis/mad/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters