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Krise in der Ukraine Vor der Waffenruhe wird weiter getötet


Am Sonntag soll im Osten der Ukraine die Waffenruhe beginnen. Davon ist in der Krisenregion aber bislang nichts zu spüren. Vor allem um den Bahnknotenpunkt Debalzewe wird heftig gekämpft.

Die Gewalt in der Ostukraine dauert trotz der Einigung auf einen Friedensfahrplan an. Bei heftigen Gefechten wurden erneut zahlreiche Kämpfer und Zivilisten getötet. Mindestens acht Armeeangehörige seien innerhalb von 24 Stunden bei Schusswechseln mit prorussischen Separatisten ums Leben gekommen, sagte Armeesprecher Wladislaw Selesnjow in Kiew. Mehr als 30 Soldaten wurden demnach verletzt.

Die Aufständischen sprachen von mindestens zehn Zivilisten, die durch Geschosse der Armee ums Leben gekommen seien. Separatistensprecher Eduard Bassurin zufolge wurden in den Großstädten Donezk und Lugansk je drei Einwohner getötet. Mehr als zwölf Menschen seien verletzt worden. Zudem wurden in Gorlowka vier Menschen getötet, wie Bassurin sagte. Die Armee betonte dagegen, keine Wohnviertel beschossen zu haben.

Nach Angaben eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP sind in der von Rebellen kontrollierten Stadt Donezk seit Freitagmorgen Raketeneinschläge und Artilleriefeuer zu hören. Armeesprecher Selesnew sagte, auch die Lage rund um den umkämpften Bahnknotenpunkt Debalzewe sei weiterhin äußerst angespannt. Nach Angaben Moskaus sind dort bis zu 8000 ukrainische Soldaten von den Rebellen eingeschlossen. Beobachter vermuten, dass die prorussischen Kämpfer bis zum Inkrafttreten der Waffenruhe in der Nacht zum Sonntag versuchen wollen, die Stadt einzunehmen.

Putin wollte angeblich sofortige Waffenruhe

Die Kiewer Regierung und die prorussischen Rebellen hatten sich am Donnerstag auf ein "Maßnahmenpaket" zur Umsetzung der Minsker Verträge von Anfang September verständigt. Ab Sonntag 00.00 Uhr (Ortszeit) tritt in der Ostukraine eine Waffenruhe in Kraft. Zudem wurden der Abzug schwerer Waffen und die Einrichtung einer Pufferzone vereinbart. In dem seit zehn Monaten andauernden Konflikt starben bereits mehr als 5400 Menschen, 13.000 weitere wurden verletzt.

Nach Angaben Moskaus wollte Putin bei dem Ukraine-Gipfel in der weißrussischen Hauptstadt eine sofortige Waffenruhe durchsetzen. Der schließlich auf Sonntag festgelegte Beginn der Feuerpause sei "auf Wunsch der Separatisten" vereinbart worden, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der Wirtschaftszeitung "Kommersant". Der russische Staatschef habe während der Gespräche in Minsk "beträchtliche Anstrengungen unternommen, um die Rebellen von einer Unterzeichnung des Dokuments zu überzeugen". Der Verhandlungsmarathon habe sich hingezogen, weil Kiew es abgelehnt habe, direkt mit den Vertretern der prorussischen Rebellen zu kommunizieren.

In der Ostukraine soll in der Nacht zum Sonntag (Samstag 23.00 Uhr MEZ) eine Waffenruhe in Kraft treten. Diese hatten Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande am Donnerstag mit Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatsoberhaupt Petro Poroschenko in Minsk vereinbart.

mad/AFP/DPA DPA

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