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US-Botschaferin Rice: Obamas neue Waffe

Seit dem Machtwechsel im Weißen Haus nähert sich die US-Regierung den Vereinten Nationen an. Ihre Uno-Botschafterin Susan Rice verkörpert den Wandel. Doch die ganz brisanten Themen verhandeln die USA weiter außerhalb der UN. Von Sabine Muscat

Vor dem blauen Vorhang sitzt ein akkurat gekleideter, schlanker Mann mit karamellbrauner Haut. Sein Gesicht ist jung, die Haare sind grau. Er könnte von überall her stammen, und er repräsentiert die ganze Welt. Tonlos liest der Uno-Sprecher vor: "Der Generalsekretär hat seinen Besuch in Norwegen beendet, der ihn am Sonntag zum Eis des Polarkreises geführt hatte. Dort stand er auf dem Eis und drängte die Führer der Welt, Aktionen gegen den Klimawandel zu ergreifen." Danach habe Ban Ki-moon ein Samenlabor besucht, in dem die Temperatur unter minus 15 Grad Celsius gehalten werde.

Kaum hat der neutrale Sprecher den Raum verlassen, wird das Publikum in eine andere Klimazone versetzt. Herein kommt die Frau, die US-Präsident Barack Obama bei den Vereinten Nationen vertritt. Und mit ihr ein Hauch von Glamour. Susan Rice trägt ein goldenes Shirt unter dem schwarzen Jackett, zwischen ihren glatt gepressten schwarzen Haaren baumeln lange Ohrgehänge. Es ist der Stil einer eleganten schwarzen Amerikanerin, einer Frau mit einer starken Persönlichkeit. Die Journalisten hängen an ihren Lippen, als Rice das Programm des Sicherheitsrats vorstellt, dessen rotierenden Vorsitz die USA im September übernommen haben. Dann erhebt sich der Präsident der Korrespondentenvereinigung, und er sagt: "Wir begrüßen die Botschafterin und danken ihr, dass sie nach so vielen Jahren in Raum 226 gekommen ist."

Dem Mann aus Ghana folgte 2007 Ban Ki-moon auf den Sessel des Generalsekretärs. Der Südkoreaner gilt als farbloser Bürokrat, er muss sich gegen Vorwürfe wehren, seine zurückhaltende Art habe die Menschenrechtslage in Myanmar und Sri Lanka verschlimmert. Doch wenn es um den Kampf gegen die Erderwärmung oder gegen Massenvernichtungswaffen geht, hat er einen Vorteil gegenüber Annan: Er zieht nicht allein in den Kampf gegen die Übel der Welt, sondern mit der Obama-Regierung.

Das ist das Aufregendste an Susan Rice' Auftritt: dass ein Uno-Botschafter der USA den offiziellen Briefingraum im zweiten Stock des Gebäudes am East River betritt, um den die Vertreter der Regierung von George W. Bush stets einen großen Bogen gemacht haben. Doch die Obama-Regierung hat die Uno zur Chefsache gemacht. Am Mittwoch hält der Präsident seine erste Rede vor der Generalversammlung, um für globale Abrüstung zu werben. Obama reist schon am Dienstag an, um das internationale Klimatreffen zu eröffnen, das den Gipfel von Kopenhagen im Dezember vorbereiten soll. Und er bleibt bis zum Donnerstag, um eine Sicherheitsratssitzung persönlich zu leiten. Das hat vor ihm noch kein US-Präsident getan.

Die USA sind wieder da in der Uno. Dort, wo sie acht Jahre lang gefehlt hatten. Präsident George W. Bush wollte mit dem Debattierklub aus 192 Staaten nichts zu tun haben - zu groß, zu bürokratisch, zu schwerfällig. 2005 ernannte er den Uno-Kritiker John Bolton zum Botschafter - einen Mann, von dem das Zitat stammt: "Das Gebäude der Vereinten Nationen hat 38 Stockwerke, aber wenn es zehn davon verlöre, würde das auch keinen Unterschied machen." Immer wieder geriet der Amerikaner mit Generalsekretär Kofi Annan aneinander, der den US-Einmarsch im Irak 2003 illegal nannte und ehrgeizige Pläne für eine Reform der Uno vorlegte. Erreicht hat Annan wenig: Der Chef der Uno hat kaum Macht, wenn das mächtigste Mitgliedsland nicht mitspielt.

Die USA nähern sich Schritt für Schritt der Uno an. Vergangene Woche vertrat Susan Rice ihr Land erstmals als Vollmitglied bei einer Sitzung des Menschenrechtsrats, dem die USA bisher ferngeblieben waren. Obama hat den Kongress aufgefordert, den Atomteststoppvertrag zu ratifizieren. Die neue US-Regierung bewegt sich vorsichtig auf den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu, dem US-Bürger bisher nicht unterstellt werden können. Der Kongress hat die Zahlung der Beiträge für die Uno-Friedensmissionen bewilligt, die Washington seit 2005 schuldig geblieben ist: 2,2 Mrd. $.

Und dann diese Frau. Mit diesem Terminkalender. Montags bis donnerstags verbringt die 44-jährige Rice in New York. Den Freitag und die Wochenenden weilt sie in Washington: bei ihrem Ehemann, den zwei Kindern - und in nationalen Sicherheitsberatungen im Weißen Haus. "Es gab noch nie einen Uno-Botschafter, der eine so enge persönliche Beziehung zum Präsidenten hatte", sagt Uno-Experte David Birenbaum vom Wilson Center in Washington.

Wodka beim Mittagessen

Auch als Afrika-Expertin ist Rice bei der Uno richtig. Als Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats in der Clinton-Regierung hat sie nie verwunden, dass die Welt in den 90er-Jahren zu spät auf den Völkermord in Ruanda reagierte. Als Obamas Sudan-Berater Scott Gration kürzlich sagte, die Situation in Darfur könne nicht länger als Völkermord bezeichnet werden, stellte Rice klar: "Es ist ein Genozid. Das reflektiert klar die amerikanische Position." Gleich ihre erste Rede bei der Uno widmete sie dem Schutz von Zivilisten in Konflikten - was ihr den Spitznamen "Human Rice" einbrachte.

Diplomaten schwärmen vom einnehmenden Wesen der Amerikanerin. In Kreisen der Uno-Botschafter wird sie als "kluge und warmherzige Frau" beschrieben, die ebenso begeistert analytische Probleme löse, wie von ihren Kindern erzähle. Im Umgang mit Menschen breche nach anfänglicher Reserviertheit schnell ihre humorvolle und ausgelassene Seite durch - etwa bei einem Glas Wodka beim Mittagessen beim russischen Amtskollegen Witali Tschurkin.

Bürgernahe Botschafterin

Rice umgarnt auch die eigenen Bürger. Im Sommer erläuterte sie vor Schulkindern im New Yorker Stadtteil Harlem, was sie bei der Uno tut. Und im August sagte sie vor Studenten der New York University: "Im 21. Jahrhundert (...) hängen Amerikas Sicherheit und Wohlergehen untrennbar mit Menschen an anderen Orten zusammen." Doch in der großen Runde lässt sich nicht alles erreichen. Zwar gilt es als Erfolg, dass China und Russland im Sicherheitsrat nach Nordkoreas Atomtest schärferen Sanktionen zustimmten. Doch Obamas Versuche, den Nahost-Friedensprozess in Gang zu bringen, waren bisher erfolglos. Nun ruht die Hoffnung auf dem Treffen am Dienstag mit Israel els Regierungschef Netanjahu und Palästinenserchef Mahmud Abbas.

Auch die USA können nicht überall mit gutem Beispiel vorangehen: So hängt die Teilnahme der Großmacht am internationalen Klimaschutz an der Zustimmung des US-Kongresses - und die ist nicht sicher. "Die Amerikaner wissen, dass sie die Welt auch ein Stück weit enttäuschen werden", sagt ein westlicher Uno-Diplomat. Die brisantesten Themen werden ohnehin in anderen Gremien abgehandelt, solange die Reform der verkrusteten Uno-Strukturen nicht vorankommt. So widmet sich der G20-Gipfel in Pittsburgh Ende der Woche der Stabilisierung der Weltwirtschaft. Und die fünf Sicherheitsratsmitglieder sowie Deutschland treffen sich fernab der Uno im Oktober mit der iranischen Führung zu Gesprächen über das Atomprogramm, von dem die Iraner trotz Obamas Versöhnungsgesten kein Jota abgewichen sind. "Wenn der Präsident politische Risiken eingegangen ist, damit der Multilateralismus funktioniert, haben andere Führer nicht immer im Guten geantwortet", sagt Bruce Jones von der Brookings Institution.

Die Generalversammlung wird für Obama zum Spießrutenlauf. Begegnungen mit den Feinden der USA wird er vermeiden müssen. Im Frühjahr wurde Obamas Händedruck mit Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez bei einem Amerikagipfel zum innenpolitischen PR-Desaster. Eine Die Generalversammlung wird für Obama zum Spießrutenlauf. Begegnungen mit den Feinden der USA wird er vermeiden müssen. Im Frühjahr wurde Obamas Händedruck mit Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez bei einem Amerikagipfel zum innenpolitischen PR-Desaster. Eine Wiederholung mit Irans Mahmud Ahmedinedschad, der am Mittwoch kurz nach Obama spricht, ist unerwünscht. Libyens Führer Muammar al-Gaddafi, derzeit Vorsitzender der Generalversammlung, ist gar nicht erst zu Obamas Empfang eingeladen.

Rice begegnet diplomatischen Verwicklungen meist mit Humor. Auf die Frage, ob die Redezeit des notorischen Schwaflers Gaddafi begrenzt werden solle, sagt sie: "Die anwesenden Regierungschefs sollen ihre Erklärungen auf fünf Minuten begrenzen, und wir würden nichts weniger von Gaddafi erwarten, sollte er kommen." Die Journalisten lachen. Rice richtet einen strengen Schulmeisterblick in den Raum. Dann breitet sich in ihrem Gesicht ein spitzbübisches Grinsen aus.

Prominente Vorgänger

Edward Stettinius Der frühere General-Motors-Manager gab 1945 sein Amt als Außenminister auf, um erster US-Botschafter bei der neu gegründeten Uno zu werden. Trat nur ein Jahr später im Streit mit Präsident Harry S. Truman zurück.

Adlai Stevenson

Der frühere demokratische Präsidentschaftskandidat sorgte während der Kubakrise 1962 für Aufsehen. Auf einer Uno-Sicherheitsratssitzung zeigte er Fotos, die die Existenz sowjetischer Raketen auf Kuba bewiesen.

George Bush senior

Der Ölmanager aus Texas trat 1971 mit seiner Bestellung zum Uno-Botschafter erstmals international als Politiker in Erscheinung. Blieb bis 1973 im Amt, wurde 1981 US-Vizepräsident und war 1989 bis 1993 gar Präsident.

Madeleine Albright

Machte zum Amtsantritt 1993 Schlagzeilen, als sie der Uno Tatenlosigkeit beim Völkermord in Ruanda vorwarf. Wurde 1997 erste Frau auf dem Außenministerposten.

John Bolton

Der neokonservative Diplomat war ein scharfer Uno-Kritiker. George W. Bush macht ihn trotzdem - oder deshalb - von 2005 bis 2006 zum US-Botschafter.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(