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#fingergate bei Günther Jauch Varoufakis postet "unmanipuliertes" Video - mit Stinkefinger


Gianis Varoufakis war empört über das Stinkefinger-Video bei "Günther Jauch" und machte der Redaktion Vorwürfe. Nun twitterte er den "unmanipulierten" Film. Doch der Mittelfinger ist auch da zu sehen.

Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis reagiert auf den Stinkefinger-Einspieler in der Sendung von Günther Jauch. Auf Twitter postete er in der Nacht zu Dienstag: "Und hier ist das von der skrupellosen Presse 'unmanipulierte' Video". Der 57 Minuten lange Film zeigt ihn, wie er einen Vortrag auf einer Konferenz in Zagreb hält. Nach der Ausstrahlung bei Jauch hatte er empört behauptet, der sechsminütige Ausschnitt aus dem Video sei manipuliert, sein Mittelfinger hineinmontiert - eine Fälschung.

"Es ist der beklagenswerte Versuch, eine TV-Show zu torpedieren, in der ich versucht habe, dem deutschen Publikum eine Hand der Freundschaft anzubieten", sagte der Minister laut "Spiegel Online". "Es ist unvorstellbar, dass sie nicht wussten, dass das Video gefälscht wurde", so Varoufakis weiter.

Von Fälschung keine Spur

Doch in dem kompletten Video, das Varoufakis nun auf seinem Twitter-Account zeigt, ist der Mittelfinger deutlich zu sehen. Ein Eingeständnis, dass der Fälschungsvorwurf gegenüber der Redaktion von Günther Jauch nicht korrekt war? Mehrere Medienexperten und Netzforensiker hatten keine Hinweise auf eine Manipulation in dem Video gefunden und stuften es als authentisch ein. Dies bestätigte auch die Redaktion von Günther Jauch.

Möglicherweise will Varoufakis nur zeigen, dass die Aussage in dem Einspieler aus dem Zusammenhang gerissen war. Denn der umstrittene Film wurde bereits im Jahr 2013 aufgenommen, bevor Varoufakis Finanzminister in Griechenland wurde. Zudem bezog sich der Vortrag auf die Eurokrise im Jahr 2010. Dies machte Jauchs Redaktion nicht kenntlich. Nur die Zeitangabe "Mai 2013" wurde kurz eingeblendet. Auch wurde das Video mit dem Stinkefinger stark verkürzt gezeigt.

Insofern muss sich Günther Jauch vorwerfen lassen, den Film verfälscht eingesetzt zu haben. Allerdings belegt Varoufakis mit dem Tweet aus der Nacht von Montag auf Dienstag auch, dass er mit seinem Fälschungsvorwurf die Unwahrheit gesagt hat. Denn der Mittelfinger ist offensichtlich im Video - mit einem unverfälschten Material ohne Stinkefinger kann Varoufakis nicht aufwarten.

mka

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