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SCO-Treffen in Usbekistan Wladimir Putin und Xi Jinping schütteln sich die Hände – mehr als nur ein Fototermin?

Wladimir Putin Xi Jinping
Wladimir Putin (l.) und Xi Jinping bei ihrem letzten Treffen im Februar in Peking.
© Alexei Druzhinin/Pool Sputnik Government/AP / DPA
Im pittoresken Samarkand an der Seidenstraße treffen sich die Vertreter von acht Mitgliederstaaten zu einer Art Gegen-G7-Gipfel. Darunter auch die Präsidenten Wladimir Putin und Xi Jinping. Drei Fragen und Antworten zur SCO-Meeting.

In Usbekistan kommt die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) zusammen. Dort, im pittoresken Samarkand an der Seidenstraße, wird erstmals nach seiner zweieinhalbjährigen Corona-Selbstisolation auch der chinesische Staatschef Xi Jinping wieder einen Staatsbesuch im Ausland absolvieren. Eines der symbolreichsten Treffen dürfte dabei der gemeinsame Fototermin mit seinem Moskauer Kollegen Wladimir Putin werden. Zuletzt waren sich die beiden bei den Olympischen Winterspielen in Peking Anfang des Jahres begegnet.

Was steckt hinter dem im Westen eher unbekannten Staatengipfel und was ist von ihm zu erwarten?

Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO)

Die SCO wurde 2001 von China und Russland gegründet, ursprünglich als Sicherheitsorganisation. Schnell war daher die Rede von einer Gegen-Nato. Mittlerweile gehören ihr acht Staaten an. Neben China und Russland sind das Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan, also Ex-Sowjet-Republiken. 2019 sind auch Indien und Pakistan dazugestoßen. Zu den Anwärtern auf eine Mitgliedschaft zählen unter anderem der Iran und Belarus. Die SCO sieht sich mittlerweile auch als Wirtschaftsverbund und Gegengewicht zu den G7. Sie vertritt rund 40 Prozent der Weltbevölkerung.

Darum geht es bei dem Treffen

Zwei Tage lang wollen die Vertreter der acht Teilnehmerstaaten sowie der Beobachterländer über Themen wie Sicherheit und Wirtschaftsbeziehungen sprechen. Ob der Ukraine-Krieg angesprochen wird, ist unklar. Dieses Jahr ist auch die Türkei dabei, als einziges Nato-Mitglied. Deren Präsident Recep Tayyip Erdogan wird unter anderem mit Wladimir Putin über das Getreideabkommen sprechen. Die Türkei ist Vermittler in dem Deal, der die ukrainischen Seehäfen nach einer monatelangen russischen Seeblockade entsperrt hat. Russland bemängelt, dass ein Großteil des Getreides nicht in arme Länder, sondern nach Europa gehe. Grundsätzlich versteht sich die SCO, wie auch an den Teilnehmern erkennbar ist, nicht nur als Gegengewicht zum Einfluss der USA, sondern als ausdrücklich antiwestliches Bündnis.

Die Begegnung von Putin und Xi

In allererster Linie wird das Treffen der Präsidenten Putin und Xi ein Fototermin, bei dem der russische Präsident an der Seite seines Pekinger Kollegen zeigen kann, dass er nicht so isoliert in der Welt dasteht, wie es manche gerne hätten. Was den Ukraine-Krieg betrifft trennt die beiden ohnehin nicht viel. Die chinesische Führung hatte dem Kreml schon zu Beginn Rückendeckung gegeben und die USA und die Nato als Hauptschuldige des Krieges dargestellt. Allerdings laviert Peking vorsichtig, viele chinesische Firmen halten sich wegen der westlichen Sanktionen mit Russlandgeschäften zurück. Das Treffen ist die erste persönliche Begegnung der beiden Staatsführer seit Ausbruch des von Putin befohlenen Einmarsches in das Nachbarland. Bei der Sitzung des Rates am Freitag wird Putin eine Rede über seine Vision von der Zukunft der Organisation halten.

nik DPA AFP

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