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Kranke Tiere: Erste Fälle an der deutschen Grenze: Die Afrikanische Schweinepest kommt

Diese Krankheit soll nicht nach Deutschland kommen - um jeden Preis. Denn die Afrikanische Schweinepest könnte einen Milliardenschaden verursachen. Die Behörden sind seit Monaten alarmiert und leisten Prävention. Nun wurden die ersten kranken Tiere nahe der Grenze gefunden.

Afrikanische Schweinepest (Schild)

Für die Afrikanische Schweinepest sind Europas Behörden bereits seit Monaten in Alarmbereitschaft, bringen Gesetze auf den Weg und leisten Prävention. Die Politik fürchtet einen Milliardenschaden, sollte sich die Krankheit in Deutschland ausbreiten.

DPA

Nachdem bislang vor allem osteuropäische Länder von der Afrikanischen Schweinepest betroffen waren, haben zwei Fälle in Belgien die Alarmbereitschaft der Behörden in Deutschland und Frankreich zusätzlich erhöht. "Die neue Situation nehme ich sehr ernst", erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstagabend. Ihr französischer Kollege Stéphane Travert forderte einen Aktionsplan für die Grenzregionen zu Belgien.

Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilte, waren zwei Wildschweine, die etwa 60 Kilometer entfernt von der deutschen Grenzen tot aufgefunden wurden, mit der Afrikanischen Schweinepest, kurz ASP, infiziert. Einen Fall in Deutschland habe es noch nicht gegeben.

"Unsere Vorbereitungen für den Krisenfall laufen", erklärte Klöckner. Gegen das Virus gibt es bislang weder einen Impfstoff noch eine Behandlungsmethode. Das Ministerium rief Schweinehalter zur strikten Einhaltung von Hygieneverordnungen auf. Jäger wurden aufgefordert, verendet aufgefundene Wildschweine den jeweils zuständigen Behörden anzuzeigen. Aber auch Aufklärung sei wichtig, weil vor allem Menschen zur Verbreitung der Seuche beitrügen: So würden Speisereste mit ASP-kontaminierten Schweinefleischerzeugnissen "unachtsam" entsorgt - eine Infektionsquelle für Wildschweine.

Auch die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) äußerte sich besorgt. "Wir haben es nun mit einer handfesten Bedrohung vor der Haustür zu tun", erklärte Otte-Kinast am Freitag. "Den Ausbruch der Schweinepest so dicht an der deutschen Grenze nehmen wir sehr ernst."

Afrikanische Schweinepest: "Peinlich genaue" Prävention eingeleitet

Niedersachsen habe sich in den vergangenen Monaten intensiv auf dieses Szenario vorbereitet. Prävention habe die höchste Priorität. "Wir haben alle Gesetze auf den Weg gebracht", um die Gefährdung durch die Schweinepest zu bekämpfen. Der Deutsche Bauernverband erklärte, die Betriebe müssten nun noch mehr auf konsequente Hygienemaßnahmen achten, um die Bestände zu schützen. Die auf den Weg gebrachten Maßnahmen im Kampf gegen die Schweinepestmüssten "schnellstmöglich" vom Gesetzgeber umgesetzt werden.

Der französische Landwirtschaftsminister Travert forderte die Präfekten der vier betroffenen Regionen an der Grenze zu Belgien auf, unverzüglich einen Aktionsplan umzusetzen. Dieser sieht unter anderem eine verstärkte Kontrolle der Schweinehaltungsbetriebe und der Wildtiere sowie der Schlachthöfe vor. Der Minister warnte, das Virus könne auch durch Fahrzeuge oder Nahrungsmittel weiter getragen werden. Die belgische Behörde für Nahrungsmittelsicherheit erklärte, das Problem werde "sehr ernst" genommen, die eingeleiteten Maßnahmen würden "peinlich genau" befolgt. So werde alles getan, um zu verhindern, dass Wildschweine aus Seuchengebieten heraus kämen.

Menschen sind durch die "ASP" nicht gefährdet

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Infektion, die ursprünglich aus Afrika stammt. Das Virus überträgt sich über direkten Kontakt, kann aber auch über verseuchte Fleischwaren übertragen werden. Infizierte Schweine sterben in der Regel nach etwa einer Woche. Für Menschen ist das Virus nicht gefährlich. Landwirte fürchten bei einem Ausbruch in Deutschland jedoch Milliardenschäden. In Osteuropa sind bislang acht Länder betroffen: neben Polen sind das Tschechien, Bulgarien, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen und Rumänien. Zudem gab es Schweinepest-Fälle in Russland und China. 

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wlk / AFP