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Besuch aus Israel: Peres in Berlin

Eine Woche nach den gemeinsamen Regierungsgesprächen kommt Israels Staatspräsident Schimon Peres an diesem Montag nach Berlin. Im Mittelpunkt des dreitägigen Staatsbesuchs steht am Mittwoch seine Rede vor dem Bundestag anlässlich des Holocaust-Gedenktags.

Im Mittelpunkt des dreitägigen Staatsbesuchs steht am Mittwoch seine Rede vor dem Bundestag anlässlich des Holocaust-Gedenktags. Der 86-Jährige Friedensnobelpreisträger will dabei nach Angaben seines Sprechers an die von den Nazis ermordeten sechs Millionen Juden erinnern. Darunter waren auch die Großeltern und ein Onkel von Peres, die in einer Synagoge in der damals polnischen und heute weißrussischen Stadt Wischnewa bei lebendigem Leibe verbrannt wurden. Der Mitte 2007 zum Staatsoberhaupt gewählte Politiker will sich ausserdem zu den Bemühungen um einen Nahost-Frieden äußern.

Der Gedenktag wurde in Deutschland 1996 eingeführt und auf den 27. Januar festgelegt. 1945 hatten an diesem Tag Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreit. Dieses KZ steht symbolhaft für den Völkermord des Nazi-Regimes.

Nach seiner Ankunft in Berlin will Peres, der von seiner Frau Sonja und einer Abordnung von Holocaust-Überlebenden begleitet wird, sich mit Vertretern der jüdischen Gemeinde treffen. Nach der offiziellen Begrüßung durch Bundespräsident Horst Köhler besichtigt er am Dienstag die Gedenkstädte an Gleis 17 im Grunewald, von wo Berliner Juden in die Vernichtungslager transportiert wurden. Im Anschluss steht ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem Programm. Peres und Köhler wollen danach das deutsch- israelische "Zukunftsforum" mit Jugendlichen aus beiden Ländern eröffnen.

Am Mittwoch besucht Peres zunächst mit Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) das Brandenburger Tor. Am Nachmittag wird er von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) mit dem Walter-Rathenau-Preis ausgezeichnet, der nach dem 1922 von Rechtsextremisten ermordeten Reichsaußenminister jüdischer Abstammung benannt ist. Am Donnerstag fliegt der frühere israelische Ministerpräsident und Außenminister von Berlin aus zur Teilnahme am Weltwirtschaftsforum nach Davos weiter.

DPA / DPA