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ZDF-Sommerinterview Als es um Porsche geht, kassiert Lindner einen Seitenhieb

Ein älterer weißer Mann in blauem Anzug sitzt an einen hellgrauen Pult auf einer Wiese vor dem Bundestag
Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat im ZDF-Sommerinterview mit Theo Koll (r.) Position bezogen
© Thomas Kierok/ZDF / DPA
Im ZDF-Sommerinterview mit Bundesfinanzminister Christian Lindner ging es eigentlich um seine Steuerpläne und die FDP. Beim Thema Porsche teilte ZDF-Interviewer Theo Koll dann ein bisschen aus.

Einen kleinen Seitenhieb kann sich ZDF-Hauptstadtredaktionsleiter Theo Koll im Sommerinterview mit Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) nicht verkneifen: "Herr Lindner, bevor wir zur FDP kommen, ein Wort zu Ihrem Verhältnis zu Porsche", sagt Koll. "Nicht zu dem Oldtimer in der Garage, sondern zum Konzern" (im Video ab 11:35). Eine Anspielung Kolls auf die von vielen Deutschen als unangemessen empfundene Hochzeit Lindners auf Sylt – inklusive Fahrt im offenen Porsche Targa.

Lindner übergeht den Seitenhieb und antwortet auf den Vorwurf möglicher Einflussnahme des Porsche-Chefs Oliver Blume zugunsten von E-Fuels im Koalitionsvertrag: "Es gab keinen Kontakt zu Porsche seit meiner Amtsübernahme bis die Bundesregierung ihre Entscheidung zum Verbrenner getroffen hat." In den Koalitionsverhandlungen habe er ein einziges Telefonat mit dem Porsche-Chef gehabt. "Er hat übrigens auch mit den Grünen gesprochen", sagt Lindner. "Ich habe meinerseits auch mit Unternehmen gesprochen, die sich einseitig auf die Elektromobilität festgelegt haben."

Lindner verteidigt seine Steuerpläne

Lindner hat im Sommerinterview auch seine umstrittenen Steuerpläne verteidigt. Auf der einen Seite gebe es die Bedürftigen, für die viel Geld mobilisiert werde, auf der anderen Seite die "Mitte der Gesellschaft", sagte der FDP-Chef im ZDF-"Sommerinterview". Das mittlere Jahreseinkommen liege bei 43.000 Euro. "Und die Leute, die 30.000, 40.000, 50.000 Euro verdienen, das sind nicht die Topverdiener." Sie würden im kommenden Jahr aber belastet, wenn der Staat jetzt nichts tun würde. "Ich schlage nichts anderes vor als einen steuerlichen Schutz vor Inflation."

Außerdem hat er eine Finanzierung neuer Entlastungsmaßnahmen über Schulden zur Linderung der hohen Inflation erneut strikt abgelehnt. "Die Schuldenbremse ist ein Gebot unserer Verfassung", sagte der FDP-Vorsitzende. Er könne nicht einfach nach Belieben Ausnahmen davon machen. "Die Schuldenbremse wird ausgesetzt bei einem nicht beeinflussbaren, nicht vorhersehbaren Schock von außen. Nun leben wir aber in der Realität des Ukraine-Kriegs mit seinen wirtschaftlichen Auswirkungen schon länger."

Quellen:"Sommerinterview mit Christian Lindner" in der ZDF-Mediathek, DPA.

mit DPA

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