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Wahlkampf hat begonnen: "Bayern zuerst" - Die polemischen Sprüche zum politischen Aschermittwoch

Die Bundestagswahlen stehen am Horizont und die Parteien poltern was das Zeug hält. Beim politischen Aschermittwoch wurden besonders Martin Schulz und Horst Seehofer aufs Korn genommen. Ein Überblick.

Horst Seehofer

Horst Seehofer beim politischen Aschermittwoch in Passau. Linken-Chefin Katja Kipping nannte den CSU-Chef via Twitter den "Trump Bayerns".

Nachdem der politische Aschermittwoch im vergangenen Jahr wegen des Zugunglücks von Bad Aibling ausgefallen war, haben sich die Parteien 2017 mit kräftigen Wahlkampftönen zurückgemeldet. Dabei bekam vor allem der SPD-Kanzlerkandidat und Hoffnungsträger Martin Schulz sein Fett weg. Doch auch Linke und die Grünen polterten verstärkt gegen die CSU.

Die Tradition des politischen Aschermittwochs geht übrigens auf einen Viehmarkt im 19. Jahrhundert im bayerischen Vilshofen zurück, später folgten dort Kundgebungen des Bauernbundes. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es zunächst die Bayernpartei, die sich dieser Tradition erinnerte. Seit Jahrzehnten wird der politische Aschermittwoch überwiegend mit der CSU in Verbindung gebracht. Im Laufe der Jahre kopierten alle Parteien das Format. Wir haben für Sie einige der wichtigsten Aussagen zusammengefasst. 

Linken-Chefin Kipping nennt Seehofer den "Trump Bayerns"

"Ein Mann, bekannt für verbale Ausfälle, abstruse Ideen und eine wirre Frisur: Horst Seehofer, der Donald Trump Bayerns."

(Linken-Chefin Katja Kipping via Twitter zum politischen Aschermittwoch in Bayern)

Bundesverkehrsminister Dobrindt zu Rot-Rot-Grün

"Die Erben der SED sind real, SPD und Grüne sind die Steigbügelhalter der Kommunisten."

(Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt beim Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau zu einem möglichen rot-rot-grünen-Bündnis nach der Bundestagswahl)

CSU-Vize Weber zum SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz

"Wer Martin Schulz wählt, der holt die Türkei in die Europäische Union - und das ist falsch."

(CSU-Vize Manfred Weber beim Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau zur Veranstaltung der SPD in Vilshofen mit dem Kanzlerkandidaten Martin Schulz.)

Martin Schulz über gefühlte und tatsächliche Mehrheiten

"Ich hab gelesen, die gefühlte Mehrheit sitzt in Passau. Ich glaube, die tatsächliche Mehrheit sitzt hier."

(SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz vor Beginn des Politischen Aschermittwochs der SPD in Vilshofen)


CSU-Chef Seehofer und die bayerischen Superlative

"Bayern hat den höchsten Berg Deutschlands und die niedrigsten Schulden. Bayern ist einzigartig, Bayern ist ein Paradies." Oberstes Ziel in den kommenden Monaten bleibe das Motto "Bayern zuerst".

(CSU-Chef Horst Seehofer beim Politischen Aschermittwoch seiner Partei in Passau)

FDP-Chef Christian Lindner über Martin Schulz

"Martin Schulz tritt als Regenmacher und Wunderheiler auf."

(FDP-Chef Christian Lindner beim Politischen Aschermittwoch der FDP im bayerischen Dingolfing über den Kanzlerkandidaten der SPD)

Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt über die CSU

Katrin Göring-Eckardt griff die CSU als "Sicherheitsgefahr für unsere Demokratie" an. "Seehofer gibt den Trump von Ingolstadt und betreibt eine Politik der Spaltung - es braucht dringend eine Obergrenze für Seehofer-Populismus."

(Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt beim Politischen Aschermittwoch ihrer Partei in Landshut)

AfD-Vorsitzende Frauke Petry über Martin Schulz

AfD-Chefin Petry kritisiert Martin Schulz als "Tagegeld-Erschleicher". Schulz sei wegen "krankhafter Selbstüberschätzung" in Therapie gewesen. Der "ultimative Witz" aber sei, dass sich Schulz nach vielen Jahren als EU-Politiker weiterhin "für den bodenständigen, kleinen, sozialdemokratischen Mann aus Würselen" halte.

(AfD-Vorsitzende Frauke Petry beim Politischen Aschermittwoch ihrer Partei Osterhofen)


amt / DPA / AFP