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Die Morgenlage Gute Nachrichten fürs Klima: Rekord-Rückgang der weltweiten CO2-Emissionen – und EU-Gipfel einigt sich auf Klimaziel

Morgenlage: EU-Gipfel zu neuem Klimaziel und Rückgang der CO2-Emissionen
Ein E-Auto an einer Ladesäule
© Julian Stratenschulte / DPA
–"Time"-Magazin kürt Biden und Harris zu Personen des Jahres +++ RKI meldet neue Corona-Höchstwerte +++ US-Regierung lässt Häftling hinrichten +++ EU verhängt neue Sanktionen gegen die Türkei +++ Die Nachrichtenlage am Mittwochmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

während in Brüssel in letzter Minute ein Kompromiss erzielt wurde,  wie die EU ihr verschärftes Klimaziel bis 2030 erreichen kann, macht ein Forschungsbericht Hoffnung: Demnach sind die weltweiten CO2-Emissionen in 2020 um sieben Prozent zurückgegangen – ein Rekordwert, wie das Global Carbon Project mitteilte. Ein Grund für die Abnahme sind natürlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die auch in Deutschland neue, traurige Höchstwerte erreicht.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Mitarbeiter der Pflege behandeln einen Patienten mit Coronainfektion auf der Intensivstation im Universitätsklinikum Essen

Sehen Sie im Video: Höchstwerte – RKI meldet knapp 30.000 Neuinfektionen und 598 Todesfälle.

EU-Gipfel einigt sich auf verschärftes Klimaziel für 2030

Die Europäische Union verschärft ihr Klimaziel für 2030 deutlich. Um mindestens 55 Prozent soll der Ausstoß von Treibhausgasen unter den Wert von 1990 sinken. Dies beschloss der EU-Gipfel in Brüssel am Freitagmorgen, wie Ratschef Charles Michel mitteilte. Bisher galt ein Ziel von minus 40 Prozent.

"Time"-Magazin kürt Biden und Harris zu Personen des Jahres

Das "Time"-Magazin hat den künftigen US-Präsidenten Joe Biden und seine Stellvertreterin Kamala Harris zu den Personen des Jahres gekürt. Damit setzten sich das neue demokratische Führungsduo gegen die drei anderen Finalisten durch: den scheidenden US-Präsidenten Donald Trump, den US-Chefvirologen Anthony Fauci und die Anti-Rassismus-Bewegung Black Lives Matter durch.

RKI meldet 29.875 Corona-Neuinfektionen und 598 Todesfälle 

Die Zahl der binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Corona-Neuinfektionen und die Todesfälle haben einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter übermittelten binnen 24 Stunden 29.875 Neuinfektionen, wie aus Zahlen vom Morgen hervorgeht. Das sind über 6000 mehr als am Vortag, als mit 23.679 Fällen ebenfalls ein Rekord erreicht worden war. Außerdem meldete das RKI am Freitag mit 598 neuen Todesfällen den zweiten Höchstwert binnen kurzer Zeit. Der bisher höchste Tagesstand von 590 Toten war am Mittwoch erreicht worden. 

Trotz Protesten: US-Regierung lässt Häftling hinrichten

Die Regierung des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump hat knapp sechs Wochen vor dessen Ablösung einen wegen Mordes verurteilten Schwarzen hinrichten lassen - trotz prominenten Widerstands. Brandon Bernard, 40, wurde am Donnerstagabend (Ortszeit) im Gefängnis in Terre Haute im US-Bundesstaat Indiana mit einer Giftspritze getötet, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Bis zur Amtsübernahme des siegreichen Trump-Herausforderers Joe Biden am 20. Januar will die US-Regierung nach Angaben des Death Penalty Information Centers noch vier weitere Todesurteile vollstrecken. 

Rekord-Rückgang der weltweiten CO2-Emissionen 

Im Corona-Jahr 2020 ist ein Rekord-Rückgang der weltweiten CO2-Emissionen um sieben Prozent verzeichnet worden. Mit schätzungsweise 2,4 Milliarden Tonnen falle der Rückgang der klimaschädlichen CO2-Emissionen deutlich höher aus als in den vorherigen Rekordjahren, teilte das Forschungsnetzwerk Global Carbon Project mit. So sei der Kohlendioxid-Ausstoß am Ende des Zweiten Weltkrieg lediglich um 0,9 Milliarden Tonnen und auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009 nur um einem halb Milliarde Tonnen zurückgegangen.

EU verhängt neue Sanktionen gegen die Türkei

Die EU wird neue Sanktionen gegen die Türkei verhängen. Grund sind die nicht genehmigten türkischen Erdgaserkundungen vor Zypern, wie aus einem Beschluss der Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel in Brüssel hervorgeht. Die Sanktionen könnten sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen treffen, die an als illegal erachteten Probebohrungen beteiligt sind. Sie sollen vom Ministerrat endgültig beschlossen werden und Einreiseverbote und Vermögenssperren umfassen.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Bundestag entscheidet über Bundeshaushalt für 2021

Der Bundestag entscheidet nach viertägiger Debatte über den Haushalt für das Jahr 2021 (ab 9.00 Uhr). Der Budgetentwurf von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht in der vom Haushaltsausschuss überarbeiteten Fassung Ausgaben von 498,6 Milliarden Euro vor - bei einer Rekord-Neuverschuldung von 179,8 Milliarden Euro. Wegen der hohen Kosten für die Bewältigung der Corona-Pandemie wird dafür zum zweiten Mal die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse außer Kraft gesetzt. Vor der Schlussabstimmung steht am Morgen zunächst noch der Einzelplan für Arbeit und Soziales auf der Tagesordnung. Er ist mit einem Volumen von 164,9 Milliarden Euro der mit Abstand größte Einzelposten.

Karlsruhe entscheidet zur Datenauswertung im Antiterrorkampf 

Das Bundesverfassungsgericht veröffentlicht heute (9.30 Uhr) eine Entscheidung zu neuen Befugnissen bei der Auswertung der Antiterrordatei. Die 2007 eingerichtete Datensammlung soll helfen, durch schnellen Informationsaustausch zwischen Polizeibehörden und Nachrichtendiensten insbesondere islamistische Terroranschläge zu verhindern. In einem ersten, großen Urteil hatte Karlsruhe die umstrittene Datei 2013 grundsätzlich gebilligt, einzelne Vorschriften jedoch für verfassungswidrig erklärt. Das Gesetz musste überarbeitet werden.

Fridays for Future will weltweit für Klimaschutz demonstrieren

Vor einem digitalen UN-Gipfel zum Klimaschutz ruft die Klimabewegung Fridays for Future weltweit zu Demonstrationen auf. Auf allen Erdteilen sind insgesamt mehr rund 2500 Aktionen geplant, wie aus einer Übersichtskarte der Aktivisten hervorgeht, darunter auch mehrere Dutzend in deutschen Städten. Mitglieder der Bewegung hatten angekündigt, dass sowohl auf der Straße als auch im Internet Proteste geplant seien - dabei wolle man überall auf die Einhaltung der Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie achten. Am Samstag sollen bei einem eintägigen, virtuellen UN-Gipfel viele Staaten ihre Fortschritte und Pläne im Klimaschutz darstellen.

EU-Staats- und Regierungschefs beraten ESM-Reform

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union wollen bei einem Euro-Gipfel die Reform des Rettungsschirms ESM billigen. Das Treffen findet im Rahmen des zweitägigen EU-Gipfels in Brüssel statt. Dieser wird sich am zweiten Tag auch mit dem Kampf gegen den Terror befassen, bevor er am Nachmittag zu Ende geht.

Weitere Nachrichten lesen Sie hier bei stern.de.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre stern-Redaktion

DPA AFP

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