HOME

Die Morgenlage: Coronavirus: China vermeldet zweiten Tag in Folge extrem niedrige Neuinfektionsrate

Brinkhaus: Bund gibt bis zu einer Milliarde für Corona-Abwehr +++ Russland: Parlament macht Weg frei für weitere Amtszeit Putins +++ Lage an türkisch-griechischer Grenze ruhiger +++ Die wichtigsten News zum Start in den Tag auf stern.de.

Erste Anzeichen für eine Normalisierung des Lebens? Eine chinesische Familie trägt Schutzmasken beim Besuch von Disneytown in Shanghai am Dienstag.

Erste Anzeichen für eine Normalisierung des Lebens? Eine chinesische Familie trägt Schutzmasken beim Besuch von Disneytown in Shanghai am Dienstag.

AFP

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

während in Europa die Fallzahlen in Sachen Corona teilweise drastisch nach oben schnellen, gibt es aus China Nachrichten, die Hoffnung machen: Den zweiten Tag in Folge vermeldet das Land extrem niedrige Neuinfektionsraten. Wie aus am Mittwoch von der Pekinger Gesundheitskommission vorgelegten Zahlen hervorgeht, wurden 24 neue Erkrankungen registriert – landesweit. Erst am Dienstag war mit 19 Neuinfektionen die bisher niedrigste Zahl seit Ausbruch der Epidemie verkündet worden. Am Höhepunkt der Infektion hatten sich täglich mehrere tausend Menschen neu infiziert.

Auch die Zahl der neuen Todesfälle bleibt im Vergleich zu vorherigen Werten den zweiten Tag in Folge niedrig: Am Mittwoch lag sie bei 22, fünf mehr als Tags zuvor. Seit Beginn der Epidemie im Dezember haben sich insgesamt 80.778 Menschen in Festlandchina mit Corona infiziert. Mehr als 61.000 haben die Krankenhäuser wieder verlassen. 3158 Menschen sind gestorben.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Brinkhaus: Bund gibt bis zu einer Milliarde für Corona-Abwehr

Der Bundestag wird nach Angaben der Unionsfraktion zusätzlich massiv mehr Geld für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus bewilligen. "Wir werden zusätzliche Haushaltsmittel zur Verfügung stellen bis zu einer Milliarde Euro", kündigte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus vor einer Fraktionssitzung in Berlin an.

Damit solle unter anderem mehr Forschung gefördert werden. Weltweit haben sich inzwischen mehr als 110.000 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert, in Deutschland stieg die Zahl  auf 1565, knapp die Hälfte davon verzeichnete NRW.

Russland: Parlament macht Weg frei für weitere Amtszeit Putins

Das russische Parlament hat nach einer Rede von Kremlchef Wladimir Putin den Weg freigemacht für eine neue Amtszeit des Präsidenten ab 2024. Die Staatsduma nahm die größte Verfassungsänderung in der Geschichte des Landes an. Die Kommunisten hatten kritisiert, dass die Zählung von Putins bisherigen Amtszeiten mit Annahme der neuen Verfassung annulliert werde. Putin kann damit 2024 erneut als Präsident kandidieren - das Amt hat künftig deutlich mehr Vollmachten als bisher. 

Lage an türkisch-griechischer Grenze ruhiger

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will sich am kommenden Dienstag mit Kanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Istanbul treffen. Eventuell komme auch der britische Premier Boris Johnson dazu, sagte Erdogan. Zur konkreten Agenda sagte er aber nichts. Doch dürfte zu den Themen auch der Streit über den Andrang Tausender Migranten an der türkischen Grenze zu Griechenland zählen. Dort blieb es heute insgesamt ruhig. Nur vereinzelt versuchten Migranten, den Grenzzaun zu überwinden oder den Fluss Evros zu durchqueren.

Steinmeier: Müssen Anstand und Vernunft zurückgewinnen

Angesichts einer Welle von Hass und Gewalt gegen Kommunalpolitiker in ganz Deutschland hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Einsatz für die Demokratie aufgerufen. "Wir müssen Zivilität verteidigen, Anstand und Vernunft zurückgewinnen, ohne beides kann Demokratie nicht gelingen", sagte er im sächsischen Chemnitz. Das werde nicht über Nacht gelingen. Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker dürften nicht zu "Fußabtretern der Frustrierten" werden, mahnte Steinmeier. 

Vorwürfe gegen Russland im Prozess um Abschuss von Flug MH17

Im Strafprozess um den Abschuss der malaysischen Passagiermaschine MH17 über der Ostukraine hat die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe an die Adresse Russlands gerichtet. Es gebe Anzeichen dafür, dass die russische Regierung die Untersuchung behindern wolle, sagte Staatsanwalt Thijs Berger im Gericht bei Amsterdam. Der Prozess soll den Absturz der Boeing 777 der Malaysia Airlines ahnden, die im Sommer 2014 in dem Kriegsgebiet abgestürzt war. Alle 298 Insassen waren ums Leben gekommen. Angeklagt sind vier prorussische Rebellen. Sie erschienen nicht vor Gericht.

Türkei schiebt angeblichen Terroristen nach Deutschland ab

Die Türkei hat einen weiteren angeblichen Terroristen nach Deutschland abgeschoben. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete unter Berufung auf das Innenministerium von einem "Terroristenkämpfer" mit deutscher Staatsbürgerschaft, der in sein Land zurückgeschickt worden sei. Informationen zum Zielort der Reise oder zu den Vorwürfen gegen die Person gab es zunächst nicht. Nach dpa-Informationen soll der Mann nach Hamburg gebracht und nach seiner Ankunft nicht festgenommen worden sein.

Das wird heute wichtig:

Strafmaß gegen Harvey Weinstein wird verkündet

Gegen den der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung schuldig gesprochenen Ex-Filmproduzenten Weinstein wird heute das Strafmaß verhängt. Dem einstigen Hollywood-Mogul drohen zwischen fünf und 29 Jahren Gefängnis. Der 67-Jährige sitzt in Erwartung des Strafmaßes bereits in einem New Yorker Gefängnis in Haft.

Ein Geschworenengericht in Manhattan hatte Weinstein Ende Februar der Vergewaltigung in einem minder schweren Fall und der schweren sexuellen Nötigung schuldig gesprochen. Mehr als 80 Frauen, darunter bekannte Schauspielerinnen, haben dem "Pulp Fiction"-Produzenten sexuelle Belästigung und Gewalt vorgeworfen. 

Britische Regierung legt ersten Haushalt seit dem Brexit vor

Die konservative Regierung des britischen Premierministers Johnson legt heute ihren ersten Haushalt seit dem Austritt aus der Europäischen Union vor. Finanzminister Sunak stellt im Parlament die Eckpunkte des neuen Budgets vor, mit denen zentrale Wahlversprechen Johnsons erfüllt werden sollen. Der Regierungschef hatte massive Investitionen, neue Krankenhäuser, besseres Internet sowie große Infrastrukturprojekte versprochen. 

Letzte Berufungsverhandlung im Prozess gegen Kardinal George Pell

Der Australier ist die einstige Nummer drei des Vatikans. Er war wegen des Missbrauchs von zwei Chorknaben im vergangenen Jahr zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Der australische Kardinal George Pell

Im März wurde der australische Kardinal George Pell wegen Kindesmissbrauchs zu sechs Jahren Haft verurteilt

DPA

Pell legte Berufung ein, er weist seit jeher alle Vorwürfe zurück. Das oberste australische Gericht, der High Court, befasst sich nun mit der Berufung. Für den Kardinal dürfte es die letzte Chance sein, doch noch auf freien Fuß zu kommen.

Champions League vor leeren Rängen

Heute Abend ist Borussia Dortmund in seinem Rückspiel im Achtelfinale zu Gast bei Paris St. Germain. Das Hinspiel hatte der BVB mit 2:1 für sich entschieden. Mit Spannung erwartet wird, wie es sich auf die Mannschaften auswirkt, dass die Partie wegen des Coronavius vor leeren Rängen ausgetragen wird.
 

Weitere Nachrichten lesen Sie hier bei stern.de. Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre stern.de-Redaktion

tis / mik / DPA / AFP