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Die Morgenlage: Mann schießt in US-Großbrauerei um sich und tötet fünf Angestellte

Julien Assange beschwert sich über Abstand zu Anwälten +++ Ex-FPÖ-Chef Strache will Wiener Bürgermeister werden +++ Karlsruhe entscheidet über Kopftuchverbot für Referendarinnen +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstagmorgen.

Milwaukee Schießerei in Brauerei

Polizei und Krankenwagen im Einsatz nach einer Schießerei in der Molson-Coors-Brauerei in Milwaukee, Wisconsin

AFP

Guten Morgen, liebe Lesserinnen und liebe Leser,

in den USA hat ein offenbar entlassener Mann bei seinem Ex-Arbeitgeber, der Großbrauerei Molson Coors fünf Menschen erschossen. Der 51-jährige mutmaßliche Täter wurde anschließend tot aufgefunden, er nahm sich offenbar das Leben, wie die Polizei mitteilte. Der Mann eröffnete in der Brauerei das Feuer, in der mehr als tausend Menschen beschäftigt sind. Bei allen fünf Todesopfern handelt es sich um Beschäftigte der Firma. Das Blutbad reiht sich in eine lange Liste von Schusswaffenangriffen in den USA ein. Allein im vergangenen Jahr gab es in den USA 419 solcher Vorfälle.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Erster Cornoavirus-Verdachtsfall in Norddeutschland

Mittlerweile gibt es auch in Norddeutschland einen Verdachtsfall: Ein Mensch aus Lüneburg wurde im örtlichen Klinikum isoliert, berichteten am Mittwochabend mehrere Medien, darunter der NDR und die Lüneburger Landeszeitung. Im laufe des Tages sollen nähere Details zu dem Fall bekanntgegeben werden.

Trumps Wahlkampfteam verklagt "New York Times"

Das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump wirft der "New York Times" Verleumdung vor und klagt auf Schadenersatz. In der am Mittwoch bei einem Gericht in New York eingereichten Klageschrift heißt es, die Zeitung habe "wissentlich falsche und verleumderische Aussagen" veröffentlicht. Die Höhe des geforderten Schadensersatzes ist nicht beziffert. Die "New York Times" wies die Vorwürfe zurück. 

Assange beschwert sich über Abstand zu Anwälten

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat eine Anhörung im gegen ihn laufenden Auslieferungsverfahren unterbrochen, um sich über die zu große räumliche Distanz zu seinen Anwälten zu beschweren. "Ich kann nicht wirklich vertraulich mit meinen Anwälten sprechen", sagte der 48-jährige Australier, der von seinen Verteidigern und dem Rest des Gerichtssaals im Gericht von Woolwich im Südosten Londons durch eine Glasscheibe getrennt war.

Günter Wallraff kämpft für Julian Assange Freiheit – und für die Pressefreiheit

"Ich kann ihnen keine Fragen stellen, ich kann ihnen keine Anweisungen geben", sagte Assange weiter. "Da sitzt eine ganze Reihe von Leuten und es gibt Mikrofone." US-Beamte hätten "hundertmal mehr Kontakt mit ihrem juristischen Team", kritisierte der Wikileaks-Gründer. Richterin Vanessa Baraitser, die zuvor seine Verteidigung gebeten hatte, sich nach seinem Zustand zu erkundigen, weil Assange müde gewirkt habe, beendete den Zwischenfall mit der Anordnung einer kurzen Pause. 

Heinz-Christian Strache will Bürgermeister von Wien werden

Der über das Ibiza-Video gestürzte Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat seine Rückkehr aufs politische Parkett angekündigt. Er wolle mit einer neuen Bürgerbewegung den aktuellen Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bei der Landtagswahl in der österreichischen Hauptstadt herausfordern, erklärte Strache am Mittwoch in Wien. Der 50-Jährige war beim politischen Aschermittwoch der Allianz für Österreich (DAÖ) aufgetreten, einer kürzlich von FPÖ-Abtrünnigen gegründeten Partei. Die DAÖ bezeichnete er als erste Keimzelle für die neue Bürgerbewegung, die er im Detail erst in einigen Wochen vorstellen werde.

Das wird heute wichtig:

BGH entscheidet über Schadenersatz nach Silikonskandal

Im Streit um Schadenersatz im Skandal um minderwertige Brustimplantate aus Industrie-Silikon verkündet der Bundesgerichtshof (BGH) sein Urteil (11.00 Uhr). Der Revisionsprozess zwischen der AOK Bayern und dem TÜV Rheinland umfasst die Fälle von 26 Frauen, für die die AOK Operationskosten erstattet hatte. Die Frauen hatten reißanfällige Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) austauschen lassen.

Steinmeier reist zu Arbeitsbesuch in den Sudan

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reist zu einem gut eintägigen Arbeitsbesuch in den Sudan. Nach seinem Staatsbesuch in Kenia wird er von Nairobi aus nach Khartum fliegen. Der Sudan befindet sich seit dem Militärputsch gegen Langzeit-Machthaber Omar al-Baschir im vergangenen Jahr in einem schwierigen Übergangsprozess zur Demokratie. Mit seinem Besuch will Steinmeier diesen und die dahinter stehenden Kräfte demonstrativ unterstützen.

Karlsruhe entscheidet über Kopftuchverbot für Rechtsreferendarinnen

Das Bundesverfassungsgericht veröffentlicht (9.30 Uhr) seine Entscheidung über Kopftuchverbote für Rechtsreferendarinnen. Geklagt hat eine in Frankfurt geborene Deutsch-Marokkanerin. Sie hatte im Januar 2017 in Hessen ihren juristischen Vorbereitungsdienst angetreten. (Az. 2 BvR 1333/17) In Hessen können Referendarinnen ihre Ausbildung zwar grundsätzlich mit Kopftuch machen. Sie dürfen damit aber keine Tätigkeiten ausüben, bei denen sie als Repräsentantinnen der Justiz oder des Staates wahrgenommen werden können. Das bedeutet zum Beispiel, dass sie Verhandlungen nicht wie die anderen Referendare von der Richterbank verfolgen dürfen, sondern sich in den Zuschauerraum setzen müssen.

fs / DPA / AFP