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Nach CDU-Parteitag Kanzlerkandidat der Union: Laschet-Wahl bringt Rückenwind für Markus Söder

Sehen Sie im Video: So reagieren Politiker und Politikerinnen auf Laschet als neuen CDU-Chef.




CSU-Parteivorsitzender Markus Söder: "Gratulation der CDU zu einem sehr gelungenen Parteitag. Ich freue mich zunächst mal sehr, dass dieses digitale Format hervorragend geklappt hat, dass es weder Pannen gab, noch dass Zeitverzögerung, es war also ein Musterbeispiel für moderne und tolle Parteiarbeit, deswegen zu erst mal meinen Glückwunsch. Dann natürlich der Glückwunsch an Armin Laschet. Ich freue mich sehr, ich denke, das war ein spannender Parteitag. Es war ein sehr fairer Wettbewerb. Es waren sehr gute Vorstellungen von drei hervorragenden Bewerbern. Und am Ende glaube ich ein Ergebnis, bei dem es einfach nur gilt, Glückwunsch zu sagen vonseiten der CSU. Das Angebot auf eine sehr, sehr gute und enge Zusammenarbeit. Armin Laschet und ich arbeiten seit langem in der Ministerpräsidentenkonferenz eng zusammen. Nordrhein-Westfalen und Bayern sind die beiden größten Bundesländer, daher gibt es enge Verbindungen. Katja Kipping, Co-Parteivorsitzende von Die Linke: "Armin Laschet bekam 521 Stimmen. Das sind 20 Stimmen über den Durst, über den notwendigen 50 Prozent. Er hat immer wieder die Einheit der Partei beschworen. Das heißt, er wird in den kommenden Monaten dem rechten CDU-Flügel so viel Zucker geben müssen, dass sich die Grünen noch gut überlegen werden müssen, ob sie sich dieser Union wirklich auf Gedeih und Verderb ausliefern wollen." FDP-Vorsitzender Christian Lindner: "Es gibt eine Chance auf eine neu begründete Zusammenarbeit zwischen Union und FDP. In welcher Form auch immer, in der Ära nach der Kanzlerschaft Angela Merkels. Aber es gibt auch einen ambitionierten und interessanten Wettbewerb um wirtschafts- und finanzpolitische Kompetenz innerhalb des politischen Zentrums, innerhalb der bürgerlichen Mitte dieses Landes. Und insofern freuen wir uns auf die weiteren politischen Entwicklungen, die mit der Führungsentscheidung der Union jetzt für alle verbunden sind." Unionfraktionsvorsitzender Ralph Brinkhaus: "Und ganz, ganz herzlichen Glückwunsch im Namen der ganzen Fraktion an Armin Laschet, der sich heute durchgesetzt hat, der eine sehr, sehr gute emotionale Rede gehalten hat, wo er das Herz von vielen Delegierten mit getroffen hat. Und ich bin überzeugt, dass diese Aufgabe, jetzt die Partei zusammenzuhalten, zusammenzuführen und erfolgreich in den Bundestagswahlkampf zu führen, dass Armin Laschet das mit seinem Team hervorragend meistern wird. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion zieht ja an dem gleichen Strang in die gleiche Richtung. Wir werden Armin Laschet unterstützen."
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Vom CDU-Parteitag ging kein Signal aus, das den neuen Vorsitzenden Armin Laschet automatisch in die Pole-Position im Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union bringt. Im Gegenteil: Die Chancen von CSU-Chef Markus Söder sind wohl gestiegen.

Eine schlechte Nachricht gab es für die CDU schon vor dem Parteitag am Wochenende: Ob Röttgen, Merz oder Laschet - keinem aus dem Trio wird laut Umfragen so recht das Kanzleramt zugetraut. Am Montagmorgen setzte ein neues Stimmungsbild noch eins drauf. Mit der Wahl von Armin Laschet zum neuen Parteivorsitzenden, so eine repräsentative Umfrage des Instituts Civey für die "Augsburger Allgemeine", seien die Chancen von CSU-Chef Markus Söder, gemeinsamer Kanzlerkandidat der Unionsparteien zu werden, sogar noch gestiegen. Dieser Ansicht sind demnach fast die Hälfte aller Deutschen (48,5 Prozent) und mehr als die Hälfte der Unions-Anhänger (55,2 Prozent). Wer es letztlich werden soll, wollen Söder und Laschet in einem gemeinsam Vorschlag "zum optimalen Zeitpunkt" den beiden Unionsparteien vorschlagen.

Die Möglichkeit, dass sich die Union nach Franz-Josef Strauß (1980) und Edmund Stoiber (2002) zum dritten Mal für einen Kandidaten aus der CSU entscheiden könnte, ist zumindest inzwischen so groß, dass Söder sein lang gepflegtes Credo "Mein Platz ist und bleibt in Bayern" wohl abgelegt hat. Zu den Auswahlkriterien für den gemeinsamen Kandidatenvorschlag befragt, sagte der CSU-Chef der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ") am Montag: "Es wäre ungewöhnlich, wenn wir den mit den schlechtesten Chancen nehmen".

Markus Söder: Favorit trotz Laschet-Wahl

In diesem Punkt kann sich Söder so gefestigt fühlen, dass er den Auftritt seines nun größten Widersachers Armin Laschet auf dem CDU-Parteitag in der "FAZ" ausdrücklich lobte: "Er hat eine der besten Reden gehalten, die ich je von ihm gehört habe." Nicht nur von Söder erfährt Laschet viel Zustimmung. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage für den Fernsehsender RTL halten 41 Prozent die Entscheidung für Laschet für eine gute Wahl. Wichtigstes Argument für den 59-jährigen Aachener sei dessen Integrationsfähigkeit. 56 Prozent der Wahlberechtigten seien überzeugt, dass Laschet "die verschiedenen Lager in der CDU zusammenhalten und zusammenführen" könne. Unter CDU-Anhängern ist der Glaube an Laschets einende Kraft noch größer: dort sind es 71 Prozent.

Doch obwohl Laschet von so vielen so viel zugetraut wird, was das Innenleben der CDU nach der Ära Merkel angeht, erhält der NRW-Ministerpräsident trotz seiner Wahl zum Chef der größten aktuellen Regierungspartei kaum Vorschusslorbeeren für einen möglichen Sprung ins Kanzleramt. Selbst unter Berücksichtigung der guten Figur, die Laschet auf dem CDU-Parteitag gemacht hat, ist Söder auch in der Forsa-Umfrage vom Montag der klare Favorit für die Kanzlerkandidatur. Für 36 Prozent der Wahlberechtigten ist demnach der bayerische Ministerpräsident Favorit. 21 Prozent würden lieber Laschet als Spitzenkandidaten sehen. Und: Selbst bei den CDU-Anhängern plädieren 51 Prozent für Söder, für Laschet sprechen sich lediglich 25 Prozent aus.

Zufriedenheit mit Söders politischer Arbeit

Dass aus dem Zweikampf Laschet versus Söder noch ein Dreikampf um die Kanzlerkandidatur der Union werden könnte, scheint seit dem Wochenende eher unwahrscheinlich. Friedrich Merz kommt nach seiner erneuten Niederlage nicht mehr infrage und hat mit seinen vorzeitigen Ambitionen auf das Wirtschaftsministerium mehr als nur irritiert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, durch sein Management der Coronakrise fast zwangsläufig in den Fokus gerückt, dürfte sich nach seiner weithin als unpassend empfundenen Wortmeldung auf dem Parteitag ebenfalls selbst aus dem Rennen genommen haben. "Jens hat es sicher gut gemeint", kommentierte Söder den Auftritt des Ministers, der mit dem schlechtesten Ergebnis aller gewählten Vize-Vorsitzenden von seiner Partei sofort abgestraft worden war.

Schwer machen könnte der Union die Entscheidung zugunsten Söders der Blick zurück. Denn sowohl mit Strauß (gegen Helmut Schmidt) als auch mit Stoiber (gegen Gerhard Schröder) ging die jeweilige Bundestagswahl für die Union verloren. Nichts desto trotz: Aktuell sind die Deutschen nur mit der Arbeit einer einzigen Politikerin mehr zufrieden als mit der von Markus Söder: Angela Merkel. Und die Kanzlerin tritt bekanntlich nicht mehr an.

Quellen: "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Bezahl-Inhalt); "Augsburger Allgemeine"; RTL; Statista; Nachrichtenagentur AFP

dho

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