VG-Wort Pixel

Wahlkampf-Endspurt "Laschet steht im Abseits": So blicken Medien auf den letzten TV-Dreikampf vor der Wahl

Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) und Armin Laschet (CDU/CSU)
Die Kanzlerkandidat:innen im letzten TV-Triell vor der Bundestagswahl, von links: Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) und Armin Laschet (CDU/CSU)
© Kay Nietfeld / DPA
Die Kanzlerkandidat:innen haben das letzte TV-Triell vor der Bundestagswahl ausgefochten. Was bleibt? Eine Art "rot-grüne Kuschelphalanx" und ein blasser Unions-Kandidat, kommentieren Medien. Die Pressestimmen.

Ob sich Olaf Scholz, Armin Laschet und Annalena Baerbock schon an die gemeinsamen Sonntagabende gewöhnt haben? Zum dritten Mal haben sich die Kanzlerkandidaten und die Kanzlerkandidatin zur TV-Debatte getroffen. Der Tonfall blieb sachlich, der Erkenntnisgewinn eher schmal (lesen Sie hier mehr dazu). "Auch dieses Triell wird keine größeren Auswirkungen auf den Wahlausgang haben", kommentiert daher die "taz". Auch die "Süddeutsche Zeitung" bezweifelt, dass die Diskussion eine "Entscheidungshilfe für Unentschlossene" war. Eines hingegen sei "überdeutlich" geworden, meint die "Welt": "SPD und Grüne wollen unbedingt miteinander regieren. Laschet steht im Abseits". Die Pressestimmen.

"Für viele bleibt wohl nur noch der Wahl-O-Mat": das Medienecho zum finalen TV-Triell

"taz": "Auch dieses Triell wird keine größeren Auswirkungen auf den Wahlausgang haben. Dabei war das dritte nicht das schlechteste. (...) Aber weder gelang Armin Laschet der große Befreiungsschlag, noch unterlief Olaf Scholz ein gravierender Patzer. Das war allerdings auch nicht zu erwarten. Schließlich hat der eine so wenig mit John F. Kennedy gemein, wie der andere mit Richard Nixon. Beide sind vielmehr im Guten wie im Schlechten zwei durchschnittliche Biedermeierpolitiker, die sich inhaltlich näherstehen als es im Wahlkampf erscheinen soll. Und die Dritte im Bunde spielt ohnehin nur auf Platz."

"Tagesspiegel": "Kann Laschet mit diesem Triell noch die Trendwende schaffen, die CDU und CSU seit einer Woche versuchen, herbeizureden? (...) Die Zuschauer von Sat1/Pro7 zumindest sehen das nicht so. Doch SPD und Grüne sollte sich nicht zu früh freuen – und zwar nicht nur wegen der allgemeinen Fragwürdigkeit von Blitzumfragen. Der Fokus auf die Sozialpolitik in diesem dritten und letzten TV-Triell könnte einen verzerrenden Effekt haben. Laschet stand auch deshalb besonders schlecht da, weil er bei vielen Themen beide, Scholz und Baerbock, als eine Art rot-grüne Kuschelphalanx gegen sich hatte (...). Themen, bei denen sich SPD und Grüne sich nicht einig sind, gibt es tatsächlich ebenfalls viele (...). Nichts davon wurde thematisiert."

"Welt": "Eines wurde durch diese Sendung jedenfalls erneut überdeutlich: SPD und Grüne wollen unbedingt miteinander regieren. Laschet steht im Abseits, was – bezogen auf diese Sendung – nicht zuletzt der Moderation und der Themenauswahl geschuldet war. Vier gegen einen ist vieles, aber kein Fairplay und auch keine Abbildung der Realität. Dass Baerbock in dieser Runde mit von der Partie war, ist eigentlich – richtete man sich nach den Wahrscheinlichkeiten, die die Umfragen verraten – nicht (mehr) zu rechtfertigen."

"Süddeutsche Zeitung": "Anders als in den USA waren die drei TV-Konfrontationen nicht aufeinander abgestimmt. Sie haben zu viel Ähnliches geboten und damit viele gelangweilt, im schlimmsten Falle Wählerinnen und Wähler abgeschreckt – eine vergebene Chance, ein breiteres Themenspektrum abzudecken und die Kandidaten und die Kandidatin mehr zu fordern. Auch das letzte Triell trug nicht dazu bei, tatsächlich Entscheidungshilfe für Unentschlossene anzubieten. Für viele bleibt wohl nur noch der Wahl-O-Mat."

Wahlkampf-Endspurt: "Laschet steht im Abseits": So blicken Medien auf den letzten TV-Dreikampf vor der Wahl

"Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Deutschland scheint, so muss man nach diesen TV-Debatten sagen, international und digital keine wirtschaftlichen Probleme zu haben, zumindest offenbar keine, über die sich zu diskutieren lohnt. Das Verhältnis zum Ausland und die Fertigkeiten in der Informationstechnologie (und wie beides mitunter zusammenhängt) kamen in den Auseinandersetzungen der drei Kanzlerkandidaten schlicht nicht vor. Das liegt nicht zuvörderst an Olaf Scholz, Armin Laschet oder Annalena Baerbock (...). Nein, sie wurden gar nicht darauf angesprochen, auch im dritten TV-Triell am Sonntagabend nicht. (...) Dabei gehören beide Themenbereiche natürlich angesichts der gegenwärtigen Weltlage eher ganz oben als ganz unten auf die Agenda."

"Bild": "Die heiße Wahlkampf-Phase bestreitet Scholz mit alten SPD-Gassenhauern zu Rente, Wohnen, Mindestlohn. Es sind platte Botschaften. Aber sie verfangen. Weil Unions-Konkurrent Laschet so gut wie keine hat! Der CDU-Chef bummelt sich durch den Wahlkampf. Laschet ist zu passiv, er attackiert Scholz nur halbherzig. Und er konnte bislang kein einziges wichtiges Thema setzen. Für einen angehenden Kanzler ein Armutszeugnis!"

fs/tkr

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker