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Merkel gegen Steinbrück: Raab wieder im Rennen um Kanzlerduell

Nun also doch: Eigentlich wollte SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück keinen Moderator Stefan Raab beim Rededuell mit der Kanzlerin. Jetzt hat er seine Meinung geändert - und Merkel spielt mit.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ist nun offenbar doch offen für ein TV-Duell mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), das von dem Entertainer Stefan Raab mitmoderiert würde. Er halte zwei TV-Duelle für angemessen, "am besten eins mit privaten und eins mit öffentlich-rechtlichen Sendern", sagte Steinbrück der "Bild"-Zeitung. Darüber gebe es Verhandlungen zwischen den Sendern, der SPD und der CDU, wobei die Sender die Moderatoren vorschlügen. "Wenn Angela Merkel dann auch mit Stefan Raab einverstanden ist, wird es so geschehen."

Damit sind die Chancen auf Raabs Premiere als Politduell-Moderator deutlich gestiegen. Denn auch Merkel zeigte sich am Freitag offen für den Einsatz des Entertainers. Die Kanzlerin spreche sich weder für noch gegen einen bestimmten Moderator aus, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Journalisten, die die Fragen stellen, würden selbstverständlich von den Fernsehsendern benannt.

Steinbrück erklärte gegenüber "Bild", Raab mache höchst erfolgreich Unterhaltungssendungen im Fernsehen, die sich viele mit Vergnügen ansähen. "Er ist kein politischer Journalist", gab der Sozialdemokrat zu bedenken. Deshalb habe er auch den Vorschlag von Edmund Stoiber, Stefan Raab solle ein TV-Duell moderieren, nicht aufgegriffen. Steinbrück hatte sich in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom Mittwoch zunächst gegen Raab als Moderator ausgesprochen: Politik sei "keine Unterhaltungssendung, sondern ein ernstes Geschäft".

Nach Informationen der "Bild" gibt es mit dem 8. September bereits einen festen Termin für ein TV-Duell. Seibert versicherte dagegen, der Zeitpunkt müsse noch geklärt werden. Die Bundestagswahl ist am 22. September.

"Wir finden es eine sehr reizvolle Idee"

Raab selbst bekundete in einem Interview mit der "Berliner Zeitung" Interesse daran, ein Fernsehduell mitzumoderieren. "Wir haben das mit dem Sender ernsthaft diskutiert und finden es eine sehr reizvolle Idee. Ich bin mir mit ProSiebenSat.1 einig, dass wir dieses Experiment wagen wollen", sagte Raab der Zeitung.

Er wolle aus dem TV-Duell "auch gar keine Unterhaltungsshow machen, sondern nur für Pro Sieben Sat.1 am journalistischen Katzentisch Platz nehmen und Fragen beisteuern", fügte Raab hinzu. Darüber hinaus sei Politik auch "kein Wunschkonzert". "Ich glaube nicht, dass sich die Sender in ihre journalistische Unabhängigkeit hineinreden lassen und Kanzler und Herausforderer bisher die Moderatoren des TV-Duells aussuchen durften", sagte der Entertainer weiter.

mad/abb/DPA / DPA