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Vor Bundestagswahl: Stoiber wünscht sich Raab fürs TV-Kanzlerduell

Edmund Stoiber sorgt sich um die Einschaltquote des TV-Kanzlerduells. Es brauche einen mitreißenden Moderator spekuliert der CSU-Ehrenvorsitzende – und sieht in Stefan Raab den richtigen Kandidaten.

Bis zur Bundestagswahl am 22. September gehen noch einige Wochen ins Land. So liegt auch das einige Wochen davor auszutragende TV-Kanzlerduell zwischen Amtsinhaberin Angela Merkel und SPD-Kandidat Peer Steinbrück in weiter Ferne. Doch Ex-CSU-Chef Edmund Stoiber sorgt sich schon jetzt um die Quote der Sendung. "Besonders die Jüngeren verabschieden sich zunehmend." Das sei fatal. "Damit können wir uns nicht abfinden, sonst bekommt unsere Demokratie ein ernstes Problem."

Stoiber wäre nicht Stoiber, wenn er für das angesprochene Problem nicht gleich eine Lösung parat haben würde. In einem "Spiegel"-Interview bringt der Ehrenvorsitzende der CSU den Entertainer Stefan Raab ins Spiel - zumindest als Co-Moderator. Bislang stellten die bekannten Nachrichtenmoderatoren von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 die Fragen.

Stoiber möchte mit dem ungewöhnlichen Co-Moderator die jungen Wähler für Politik begeistern. Die absolute Zahl der Nichtwähler habe sich bei den vergangenen drei Bundestagswahlen fast verdoppelt, sagte Stoiber dem " Spiegel".

Merkel schafft das

Mit Vorbehalten der Kanzlerin gegen den "Schlag den Raab"-Star rechnet Stoiber nicht: Merkel habe "schon ganz andere Herausforderungen gemeistert". Auch sie habe ein Interesse daran, ein Publikum jenseits der klassischen Talkrunden von ARD und ZDF zu erreichen. Stoiber ist Beiratsvorsitzender des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1, für den Raab arbeitet. Anlass für seinen Vorstoß ist eine Umfrage im Auftrag des Konzerns, laut der die Entfremdung von Politikern und Wählern zunimmt.

Beim CSU-Nachwuchs stieß Stoibers Vorschlag auf Begeisterung: "Geile Idee!!!", schrieb die bayerische JU-Vorsitzende Katrin Albsteiger auf Facebook.

Stoiber selbst traute sich als Kanzlerkandidat hingegen nicht zu Raab. Er hatte 2005 eine Einladung in dessen Sendung zur Bundestagswahl abgelehnt. "Meine damaligen Sprecher haben mir abgeraten. Das war allerdings vor acht Jahren - die Welt ändert sich. Heute würde ich anders entscheiden."

swd/DPA / DPA