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Neuwahlen in NRW: Kraft bleibt, Druck auf Röttgen wächst

Die Ministerpräsidentin will nicht nach Berlin - ihr Herausforderer zögert mit einer klaren Zusage für NRW. Der Turbo-Wahlkampf im einwohnerstärksten Bundesland beginnt sehr persönlich.

Knapp zwei Monate vor der Neuwahl in Nordrhein-Westfalen hat sich Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf eine Zukunft in ihrem Bundesland festgelegt. Sie werde sich nicht um das Bundeskanzleramt bewerben, versicherte die SPD-Politikerin in der "Welt am Sonntag". Derweil wächst der Druck auf Bundesumweltminister Norbert Röttgen, als Spitzenkandidat der CDU in NRW nicht nur die Nachfolge von Kraft anzustreben, sondern sich gegebenenfalls auch als Oppositionsführer zur Verfügung zu stellen.

Kraft sagte der "Bild"-Zeitung (Samstag): "Ich gehe nicht nach Berlin. Wir wollen als SPD jetzt hier stärkste Partei werden und mit Rot-Grün weiter regieren." In der "Welt am Sonntag" bekräftigte sie: "Es ist ausgeschlossen, dass ich 2013 Kanzlerkandidatin der SPD werde." Das gelte auch für die übernächste Bundestagswahl 2017. "Mein Herz ist in Nordrhein-Westfalen. Und es geht mir darum, das voranzubringen, was wir hier begonnen haben."

Ihr Herausforderer Röttgen sieht sich jetzt zunehmendem Druck ausgesetzt, sich klar für eine Zukunft in NRW zu entscheiden. So zitiert das Magazin "Focus" CDU-Bundesschatzmeister und Landesvorstandsmitglied Helmut Linssen mit einem Hinweis auf den früheren CDU-Landesvorsitzenden Norbert Blüm. Der war gleichzeitig Bundesarbeitsminister und sei als "Kandidat auf Durchreise" diffamiert worden, habe Linssen gesagt und gewarnt: "Das darf uns nicht noch einmal passieren."

Lindner von FDP gefeiert

Röttgen hat sich bislang geweigert, die Frage zu beantworten, ob er im Fall einer Niederlage bei der Wahl am 13. Mai auch als Oppositionsführer nach Düsseldorf gehen würde.

Der überraschend ernannte FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner wurde am Freitagabend bei seinem ersten Besuch der Basis euphorisch gefeiert. Es gehe nicht nur um eine Trendwende für die Liberalen in NRW, sondern darüber hinaus, feuerte er seine Parteifreunde an. In Umfragen wird die FDP auch in Nordrhein-Westfalen nur bei etwa zwei Prozent gesehen.

DPA / DPA