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Oberbürgermeister-Stichwahlen in NRW CDU erobert Rathaus in Düsseldorf zurück – SPD verteidigt "Herzkammer"

HINWEIS: Dieser Beitrag wird ohne Sprechertext gesendet. O-Ton Paul Ziemiak (CDU), Generalsekretär: "Die CDU hat diese Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen gewonnen. Sie ist mit Abstand stärkste Kraft im größten Bundesland. Und ich danke auch im Namen der Bundespartei allen Wählerinnen und Wählern für das Vertrauen. Ich komme selbst aus Nordrhein-Westfalen. Insofern habe ich eine ganz enge persönliche Verbindung zu diesem Wahlergebnis gestern. Viele von uns haben sehr engagiert Wahlkampf gemacht und insbesondere unsere Kandidatinnen und Kandidaten vor Ort. Eins ist deutlich geworden: Die CDU ist nicht nur die mit Abstand stärkste Kraft, sondern sie ist auch die prägende Kraft in Nordrhein-Westfalen. Sie hat die ehemalige Herzkammer der Sozialdemokratie in Deutschland gebrochen. Es ist nunmehr so, dass die CDU dieses Land prägt, und die Menschen der CDU in Nordrhein-Westfalen vertrauen. Und den Kommunalpolitikern und Kommunalpolitikern vor Ort." O-Ton Norbert Walter-Brojans (SPD), Parteivorsitzender: "Die SPD ist klar zweitstärkste Kraft. Das haben vor einigen Wochen noch nicht viele für möglich gehalten. Und bei der Europawahl, der letzten Wahl, der großen Wahl vor anderthalb Jahren, war die SPD drittstärkste Kraft und hatte eine Eins vorne, 19 Prozent in Nordrhein-Westfalen. Insofern ist das schon eine erkennbare Trendwende, die wir seither geschafft haben. Wir verhehlen nicht, dass das Ergebnis und die Verluste gegenüber der letzten Kommunalwahl schmerzen. Das ist sechs Jahre her. In den sechs Jahren ist sehr viel passiert. Unter anderem haben wir doch, das merkt man auch bundesweit, einen Trend, der sehr stark geprägt ist davon, dass auch die Leistungen der Regierung insgesamt auf die Kanzlerin und ihre Partei einzahlen." O-Ton Annalena Baerbock (Grüne), Parteivorsitzende: "Wir haben das historisch beste Ergebnis in Nordrhein-Westfalen, im größten Bundesland Deutschlands, bei einer Kommunalwahl mit gigantischen Zuwächsen im Vergleich zu der vorherigen Kommunalwahl. Und zwar nicht nur im Großen, in Großstädten, sondern gerade auch im ländlichen Raum, in vielen Mittelstädten und auch kleinen Städten, in Landkreisen im gesamten Bundesland. Da sind zum einen natürlich die Erfolge eben im Ruhrgebiet, in Dortmund, auch im Ruhrgebiet. Aber eben auch in Westfalen. Wir sind stärkste Kraft in den drei Großstädten Aachen, Köln und Bonn geworden, sind aber insgesamt in 16 Stichwahlen bei Oberbürgermeister- und Bürgermeisterinnenwahlen. Sind auch vor allen Dingen mit wahnsinnig vielen Frauen angetreten."
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Bei den Oberbürgermeister-Stichwahlen in NRW hat die CDU in mehreren Großstädten Erfolge verbucht. Die SPD verteidigte dagegen die "Herzkammer der Sozialdemokratie".

Bei den Oberbürgermeister-Stichwahlen in Nordrhein-Westfalen haben SPD und CDU in den beiden am stärksten umkämpften Städten jeweils einen Erfolg erzielt. Während die SPD ihre Herzkammer Dortmund verteidigte, eroberte die CDU das Rathaus in Düsseldorf zurück und stellt nun erstmals wieder in der Landeshauptstadt eines großen deutschen Flächenlandes den Oberbürgermeister. Die CDU-Kandidaten gewannen auch in Oberhausen und Münster.

Stichwahlen in NRW: Grünen-Politiker neuer Oberbürgermeister von Wuppertal

In der einzigen nordrhein-westfälischen Millionenstadt Köln führte die parteilose Amtsinhabern Henriette Reker nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen vor ihrem SPD-Herausforderer Andreas Kossiski. Reker war im Wahlkampf von den Grünen und der CDU unterstützt worden. 

Grünen-Politiker Uwe Schneidewind wurde zum neuen Oberbürgermeister von Wuppertal gewählt. Der 54-jährige gemeinsame Kandidat von Grünen und CDU setzte sich gegen Amtsinhaber Andreas Mucke (SPD) mit 53,5 Prozent der Stimmen durch.

In Dortmund siegte der SPD-Kandidat Thomas Westphal mit 52 Prozent der Stimmen. Das Duell in der größten Stadt des Ruhrgebiets war mit Spannung verfolgt worden: Der CDU-Mann Andreas Hollstein hatte im ersten Wahlgang zwar rund zehn Prozentpunkte Abstand zu Westphal. Doch die in Dortmund deutlich gestärkten Grünen – im ersten Wahlgang noch mit eigener Kandidatin – hatten für diesen Sonntag eine Wahlempfehlung für Hollstein abgegeben und mit ihrem Wunsch nach einem Politikwechsel im Rathaus begründet. Seit 1946 stellt die SPD in der "Herzkammer der Sozialdemokratie" permanent den Oberbürgermeister.

In Düsseldorf gewann der CDU-Politiker Stephan Keller die Stichwahl gegen Amtsinhaber Thomas Geisel von der SPD. Der 50-Jährige Stadtdirektor von Köln lag nach Auszählung von 438 der 454 Stimmbezirke am Sonntagabend uneinholbar bei knapp 55,4 Prozent. Geisel kam auf 44,6 Prozent. Er gestand seine Niederlage ein und beglückwünschte seinen Herausforderer. Sechs Jahre nach der Übernahme durch die SPD kommt das Oberbürgermeister-Amt in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt damit wieder in CDU-Hand. 

Weitere Erfolge verbuchte die CDU in der Ruhrgebietsstadt Oberhausen und im bürgerlichen Münster: Oberhausens Oberbürgermeister Daniel Schranz bekam 62,1 Prozent der Stimmen, sein Herausforderer Thorsten Berg (SPD) lediglich 37,9 Prozent. Oberhausen war jahrzehntelang eine Hochburg der SPD. Die Studentenstadt Münster wird ebenfalls weiterhin von einem CDU-Politiker regiert: Markus Lewe (CDU) behauptete sich in der Stichwahl mit 52,6 Prozent der Stimmen gegenüber dem Grünen-Kandidaten Peter Todeskino.

fs DPA

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