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Russland-Kritik Linke: Gauck gießt Öl ins Feuer


Harsche Kritik von Linke-Chef Riexinger am Bundespräsidenten. Mit seinen Russland-kritischen Äußerungen habe sich Gauck einen "präsidialen Fehlgriff" geleistet und den Ukraine-Konflikt eher angeheizt.

Die Russland-Kritik von Bundespräsident Joachim Gauck stößt in der Linkspartei auf scharfen Protest. Der Parteivorsitzende Bernd Riexinger warf Gauck im Gespräch mit "Handelsblatt Online" vor, den Gesprächen über eine Entspannung der Ukraine-Krise zu schaden. Er forderte vom Bundespräsidenten "mehr Zurückhaltung" auf dem Feld der Außenpolitik. "Es zeugt von wenig historischer Sensibilität, wenn ein deutsches Staatsoberhaupt am Jahrestag des Weltkriegsausbruchs Öl ins Feuer eines europäischen Konflikts gießt", sagte Riexinger. "Das konterkariert alle Bemühungen um eine Deeskalation des Konflikts in der Ukraine."

Gauck hatte am Montag zum 75. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges eine Rede in Danzig gehalten. Darin kritisierte er, Russland habe die Partnerschaft mit dem Westen de facto aufgekündigt. Gauch hielt der Regierung in Moskau zudem indirekt vor, die Halbinsel Krim annektiert zu haben und die Separatisten in der Ostukraine militärisch zu unterstützen. "Die Geschichte lehrt uns, dass territoriale Zugeständnisse den Appetit von Aggressoren oft nur vergrößern", warnte der Bundespräsident.

Riexinger bezeichnete Teile von Gaucks Äußerungen als "präsidialen Fehlgriff ersten Ranges". Der Austausch einseitiger Schuldzuweisungen sei Sprengstoff. "Gerade die Menschen im Osten wissen, dass wir für den Frieden den Ausgleich auch mit Russland brauchen", sagte der Linken-Vorsitzende.

mka/Reuters Reuters

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