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Gesundheitsminister hat Covid-19 Sorge nach Spahns positivem Test: Gibt es weitere Corona-Infektionen im Kabinett?

Sehen Sie im Video: Gesundheitsminister Spahn positiv auf Coronavirus getestet.




Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte sein Ministerium am Mittwoch mit. Spahn sei am frühen Mittwochnachmittag positiv auf das neuartige Corona-Virus getestet worden. "Spahn hat sich umgehend in häusliche Isolierung begeben", sagte ein Sprecher. Bislang hätten sich bei ihm nur Erkältungssymptome entwickelt. "Alle Kontaktpersonen werden aktuell informiert", hieß es. Weitere Angaben etwa zur möglichen Ansteckung gab es zunächst nicht. Das Bundeskabinett müsse nicht gesammelt in Quarantäne, obwohl Spahn an einer Kabinettssitzung am Mittwochmorgen teilgenommen habe, teilte ein Regierungssprecher mit. Das Kabinett tage unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln. Immer wieder mussten sich zuletzt Spitzenpolitiker wegen Risikobegegnungen in Quarantäne begeben. Am Samstag hatte es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier getroffen. Grund war der positive Test eines Personenschützers. Zwei Tests beim Staatsoberhaupt fielen seither negativ aus.
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Ausgerechnet der Bundesgesundheitsminister: Jens Spahn ist der erste im Kabinett, der an Covid-19 erkrankt ist. Nun steht die Frage im Raum, ob er das Corona-Virus an seine Kollegen weitergegeben hat.

Nach der Corona-Infektion von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) werden nun die Testergebnisse der anderen Kabinettsmitglieder erwartet. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung sollen sich alle testen lassen, die mit ihm am Mittwoch an der Kabinettssitzung im Kanzleramt teilgenommen hatten.

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) war bereits mit einem Schnelltest am späten Mittwochnachmittag negativ getestet worden. Ein weiterer Schnelltest sollte noch folgen. Giffey hatte am Freitag bei einer Pressekonferenz sehr lange mit Spahn zusammen auf dem Podium gesessen.

Ruf nach regelmäßigen Tests der Kabinettmitglieder

Das Kabinett als Ganzes soll aber nicht in Quarantäne gehen. Ein Regierungssprecher erklärte, es tage unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, die darauf abzielten, dass auch bei Anwesenheit einer infizierten Person eine Quarantäne anderer oder gar aller Teilnehmer nicht erforderlich werde. Bei der Sitzung abwesend waren laut "Bild" die Minister Heiko Maas (Äußeres, SPD), Hubertus Heil (Arbeit und Soziales, SPD) und Julia Klöckner (Agrar, CDU).

Der FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff äußerte sich kritisch über die Art der Sitzung: "So ein physisches Treffen mitten in Berlin, in so einer Zeit, mit so vielen Menschen mit so vielen Kontakten ist in meinen Augen ein riskantes Unterfangen", sagte er "Bild Live". Ähnlich wie zuvor der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte er eine regelmäßige Testung der Kabinettsmitglieder, etwa täglich.

Spahn, der als Gesundheitsminister in der Pandemie eine zentrale Rolle spielt, hat sich als erstes Mitglied des Bundeskabinetts angesteckt. Sein Ministerium teilte mit, er habe am Mittwochnachmittag Erkältungssymptome bekommen, sich direkt testen lassen und dann nach dem positiven Ergebnis umgehend zuhause isoliert. Alle Kontaktpersonen sollten informiert werden.

Am Abend bedankte sich der 40-Jährige via Twitter für die vielen Genesungswünsche. "Ich bin in häuslicher Isolation und erhole mich mit aktuell nur Erkältungssymptomatik." Er wünsche allen, mit denen er Kontakt hatte, dass sie gesund blieben.

Zuvor hatte neben Kanzlerin Angela Merkel und vielen anderen auch der CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz Spahn alles Gute gewünscht. "Lieber Jens Spahn, ich weiß aus eigener Erfahrung wie unangenehm eine Infektion mit Corona sein kann. Ich wünsche Dir einen milden Verlauf und baldige Genesung!", schrieb er auf Twitter.

Lambsdorff, der im März ebenfalls an Covid-19 erkrankt war, riet Spahn bei "Bild Live": "Lass' auch mal ein Meeting aus, achte auf deinen Körper, schone dich. Aber sobald das Gefühl eintritt, es könnten tatsächlich die Atemwege befallen sein, sobald Luftnot auftritt, muss man sofort den Notarzt rufen und ins Krankenhaus." Er selbst habe nach einer Woche einen Tag mit mehreren Fieberepisoden erlebt, danach sei die Krankheit auskuriert gewesen. Spätfolgen habe er keine.

Zahl der Corona-Infektionen steigt rasant an

Spahns Infektion fällt zusammen mit dem dramatischen Anstieg der Fallzahlen. Deutschland liegt inzwischen über dem politisch festgesetzten Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts am Donnerstagmorgen den Rekordwert von 11.287 Fällen binnen 24 Stunden.

Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst hält das Szenario von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht für übertrieben, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Deutschland auf mehr als 19.000 steigen könnte. Sie habe das "zunächst für unwahrscheinlich gehalten", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Aber so wie die Dinge derzeit verlaufen, halte ich das inzwischen für eine realistische Einschätzung." Am Mittwochmorgen hatte die Zahl bei 7595 gelegen.

Über die Entwicklung informiert das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagvormittag in einem Presse-Briefing. RKI-Präsident Lothar Wieler hatte zuletzt den Ernst der aktuellen Lage betont. Einige Städte und Kreise sind nach RKI-Angaben derzeit damit überfordert, den vorgeschriebenen Infektionsschutz in der Pandemie vollständig zu gewährleisten. Die Engpässe umfassten etwa die Ermittlung von Fällen und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen.

Höchststände bei den Corona-Infektionen in mehreren Regionen Deutschlands haben inzwischen zu neuen, teils massiven Einschränkungen für Bürgerinnen und Bürger geführt. Im am schlimmsten betroffenen Kreis Berchtesgadener Land in Bayern dürfen die Menschen die Wohnung nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen und Restaurants müssen geschlossen bleiben.

tis DPA

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